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Die beliebtesten Objekt- und Langzeitspeicher 2019

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Dr. Jürgen Ehneß

Unkomplizierte Skalierbarkeit: Objektspeicher eignen sich auch zur Langzeitarchivierung.
Unkomplizierte Skalierbarkeit: Objektspeicher eignen sich auch zur Langzeitarchivierung. (Bild: ©kwarkot - stock.adobe.com)

Die immer weiter anwachsenden Datenfluten erfordern Speichertechnologien, die sich unkompliziert skalieren lassen und eine langfristige Archivierung ermöglichen. Object Storage ist für dieses Einsatzszenario konzipiert und gewinnt in Unternehmen zunehmend an Bedeutung.

Die Zukunft ist datenreich: Bis 2025 erwarten Marktforscher eine weltweite Datenmenge von rund 163 Zettabyte. Davon entfallen allein 60 Prozent auf Unternehmen. Schon jetzt gibt es mit Objektspeicher eine Technologie, die dafür eine belastbare Basis bildet. Laut dem Trendpaper Object Storage des Distributors Tech Data wollen rund 70 Prozent aller Unternehmen künftig in Objektspeicher investieren. In der Praxis sieht es aktuell aber noch überschaubar aus – nur 6 Prozent der Firmen nutzen Object Storage schon jetzt im produktiven Einsatz.

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Klassische Konzepte, wie beispielsweise hierarchisch strukturierte und dateibasierte NAS-Architekturen oder blockbasierte SAN-Systeme, werden modernen Herausforderungen nicht mehr gerecht und sind zudem teuer im Unterhalt. Speziell bei der langfristigen und rechtlich einwandfreien Archivierung von Daten oder der Anpassung an veränderte Leistungsanforderungen kann es schnell teuer werden. Objektspeicher sind dagegen von Grund auf für unstrukturierte Datenmengen im Petabyte-Bereich und darüber hinaus gedacht. Ursprünglich als Speziallösung für bestimmte Anwendungsszenarien entworfen, haben sich Objektspeicher dank zahlreicher Weiterentwicklungen verstärkt zu Allroundern für unterschiedliche Workloads entwickelt.

So funktioniert’s

Object Storage fasst Daten gemeinsam mit ihren externen Dateiattributen, Metainformationen und anwendungsspezifischen Parametern zu einem Objekt zusammen. Dieses Objekt erhält eine einzigartige Kennung („Unique Identifier“), die wiederum zum Auffinden des Pakets im Objektspeicher dient. Dieses Verfahren gestattet das schnelle Auffinden von Objekten unabhängig von ihrem tatsächlichen Speicherort. Zudem werden Indizierung, Datennutzung und die Suche nach bestimmten Inhalten beschleunigt.

Als Speicherplatz dient meist ein hierarchisch flach strukturierter Storage-Pool mit einer beliebigen Anzahl an Knoten („Nodes“). Das reduziert nicht nur die Komplexität des Gesamtsystems, sondern sorgt auch für eine einfache Skalierung durch simples Ergänzen zusätzlicher Speicherknoten. Der Objektspeicher selbst stellt ein einziges logisches System dar, unabhängig von der Anzahl der Nodes oder ihrer geografischen Standorte. Für die Kommunikation zwischen Anwendungen und Speicher kommen RESTful APIs („Representational State Transfer Application Programming Interface“) zum Einsatz.

Vorteile im Überblick

Der Einsatz von Objektspeichersystemen bringt für Unternehmen einige Vorteile mit sich. Sie lassen sich relativ unkompliziert skalieren und an veränderte Herausforderungen anpassen. Der Zugriff auf die gespeicherten Daten ist in der Regel orts- und geräteunabhängig möglich und lässt sich an individuelle Sicherheitsanforderungen anpassen. Im Speicherpool vorhandener Speicherplatz wird automatisch optimal genutzt, indem die Systeme aktive und Archivdaten unterscheiden und auf entsprechend leistungsfähigen Knoten ablegen.

Objektspeicher sind vor allem für große, unstrukturierte Datenmengen ab etwa 500 Terabyte sinnvoll, die nicht mehr oder selten verändert werden. Wird ein vorhandenes Objekt modifiziert, entsteht entweder ein zusätzliches Objekt unter neuer Kennung, oder es wird eine zusätzliche Versionsnummer ergänzt. Auf diese Weise sind Änderungen jederzeit rück- und nachverfolgbar. Zudem ist eine sichere Aufbewahrung unter Einhaltung von Compliance-Richtlinien gewährleistet.

Sicher gespeichert

Um Daten jederzeit verfügbar und vor Verlust geschützt zu speichern, nutzen Object-Storage-Systeme beispielsweise Verfahren wie die mehrfache Objektreplikation. Sie wird mittels Erasure Coding umgesetzt und überwacht. Daten erhalten dabei Paritätsinformationen, werden in Blöcke zerlegt und anschließend weitläufig auf Nodes, Speichermedien oder Rechenzentren im Speicherpool verteilt. Somit bleiben die Daten auch beim Ausfall mehrerer Komponenten verfügbar.

Was ist Object Storage?

Definition

Was ist Object Storage?

20.06.17 - Object Storage oder auf Deutsch Objektspeicherung trifft selbst bei Enterprise-Anwendern immer noch auf Skepsis. Doch Objekte lösen einige zentrale Probleme der IT – sie können Dokumente wie auch Dateien kapseln und mit dem Mehrwert von Metadaten aufwerten, was ihre Wiederverwertbarkeit vereinfacht. Nicht zuletzt übertrifft die Datenverfügbarkeit die Werte von Raid 6 um ein Mehrfaches. lesen

Eine Variante dieses Verfahrens ist das Geo-Spreading. Dabei werden die Daten gezielt zu jeweils einem Drittel auf drei geografisch voneinander getrennten Standorten verteilt. Höhere Datenverfügbarkeit und Resilienz sind die Folge, zudem können sich Kostenvorteile ergeben. Objektspeicher bieten durch derartige Maßnahmen eine extrem hohe Datenbeständigkeit, die Verluste oder unlesbare Informationen sehr unwahrscheinlich macht.

Zunehmende Investitionen

Laut des Papers von Tech Data befinden sich 67 Prozent der befragten Unternehmen noch in der Anfangsphase, was Objektspeichersysteme angeht. Rund ein Viertel der Unternehmen hat bereits die Evaluierungs- und Planungsphase gestartet, 22 Prozent führen erste Proof-of-Concepts durch. Objektspeicheranbieter dürfen sich über eine beachtliche Investitionsbereitschaft freuen: 37 Prozent der Befragten wollen im kommenden Geschäftsjahr zwischen 10 und 20 Prozent ihres Budgets in Object Storage investieren. Bei 28 Prozent der Firmen sind es zwischen 20 und 50 Prozent, knapp 10 Prozent wollen sogar mehr als die Hälfte ihres Budgets nutzen.

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