Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 92

Die Internet-Protokolle im Überblick – E-Mail, FTP, WWW, HTML und HTTP

21.01.2011 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Internet/Intranet als Mail-Integrator; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels
Internet/Intranet als Mail-Integrator; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels

Die Funktionen E-Mail, FTP, WWW und HTTP mit HTML benutzen wir täglich. Um zu verstehen, wie sie sich weiterentwickelt haben, ist es wesentlich, ihre Grundkonzepte zu betrachten und zu verstehen.

Die älteren Werkzeuge für die Arbeit im Internet sind E-Mail, Telnet und FTP. Alle anderen Werkzeuge und Dienste setzen letztlich auf diesen auf und/oder können durch sie benutzt werden. Weitere Tools stellen wir später vor.

Für die normale elektronische Post benötigt man wirklich nur einen einfachen Editor und ein kleines Mail-Programm. Außerdem muss man selbst eine Adresse haben und die Adresse desjenigen kennen, mit dem man kommunizieren möchte.

E-Mail war ein wichtiger Faktor bei der Professionalisierung des Internets und im Jahr 2000 war es dann soweit: zum ersten Male wurden weltweit mehr E-Mails als Briefe verschickt. 10 Jahre später gibt es praktisch nur noch Briefe mit wirklich bedeutendem Inhalt, z.B. von amtlichen Stellen. Aber auch hier geht es weiter. Z.B. haben die Finanzämter in Deutschland vor einigen Jahren das Elster-Verfahren für die elektronische Erstellung und Übermittlung der Steuererklärungen eingeführt.

Schließlich ist es auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit und des bewussten Umgangs mit natürlichen Ressourcen. Ein herkömmlicher Brief ist gegenüber seinem elektronischen Pendant die reinste Umweltverschmutzung, weil ja nicht nur das Papier zählt, sondern auch die Energieaufwendungen für den Transport und die Weiterverarbeitung.

Das Internet-E-Mail-System besteht (wie bei X.400) aus zwei Komponenten, den Message Transfer Agents MTAs und den User Agents UAs. Der MTA vermittelt E-Mails über die verschiedenen Teilnetzwerke an den Bestimmungsort. Der UA könnte letztlich auch als E-Mail Editor bezeichnet werden, weil er alle Hilfsmittel zur Erstellung, Bearbeitung und Verwaltung elektronischer Post beinhaltet. Als Protokoll zwischen den MTAs verwendet man im Internet SMTP, das Simple Mail Transfer Protocol.

FTP – File Transfer Protocol

FTP ist ein Programm, mit dem man Daten zwischen Rechnern übertragen und kopieren kann. Während das Terminalemulationsprogramm Telnet lediglich eine Verbindung aufbaut und dann die Kontrolle dem Betriebssystem des Zielhosts überlässt, wird bei FTP der komplette Vorgang der Datenübertragung von der Client-Seite gesteuert. Normalerweise benötigt man für FTP natürlich ein Password, um auf Dateien eines fremden Rechners zugreifen zu können. Es ist allerdings so, dass viele Betreiber sehr interessiert daran sind, dass man ohne große Umstände auf ihre Daten zugreifen kann, z.B. wenn sie einem etwas verkaufen möchten oder den in den Daten niedergelegten Informationsgehalt aus anderen Gründen weitverbreitet wissen möchten. Dazu gibt es eine besondere Form des FTP, das anonyme FTP, bei dem man als Benutzeridentifikation „Anonymus“ angeben muss.

FTP benutzt ebenfalls das TCP/IP-Protokoll, allerdings werden immer zwei Verbindungen zwischen Client und Server aufgebaut, eine Verbindung zur Steuerung und eine andere zum Datenverkehr. Logischerweise braucht man dafür auch zwei Port-Paare. Da die allermeisten FTP-Server UNIX-Maschinen sind, gelten die Eigenschaften des UNIX-Dateisystems, einschließlich der einschlägigen Befehle. Es gibt aber auch andere Server, so z. B.DEC VAX mit VMS.

Mit einer graphischen Oberfläche lässt sich FTP noch viel einfacher bedienen. Die Oberflächen zeigen dann z.B. die Verzeichnisse des lokalen (eigenen) und des entfernten Rechners in zwei Fenstern an. Man kann die Dateien dann per Mausklick anwählen und übertragen lassen.

Eine wesentliche Aufgabe kommt Protokollen wie FTP bei der Integration unterschiedlicher älterer Rechnerwelten in Unternehmen zu. Ein Internet als „lokales“ Internet kann dazu beitragen, diese Integration dadurch zu stützen, dass die unterschiedlichen älteren Hosts von PCs angesprochen werden können, die die entsprechenden Terminalemulationen besitzen. Die Kommunikation als solche erfolgt dann mit TCP/IP.

weiter mit: Das World Wide Web (WWW)

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