Die Cloud-Storage-Abrechnungsmodelle von Amazon, Google, Azure, Telekom und OVH im Vergleich – Teil 4

Die Preise für Storage in der OVH-Cloud

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dr. Jürgen Ehneß

Im letzten Teil unserer Cloud-Storage-Abrechnungsmodelle untersuchen wir das Angebot des französischen Anbieters OVH.
Im letzten Teil unserer Cloud-Storage-Abrechnungsmodelle untersuchen wir das Angebot des französischen Anbieters OVH. (Bild: © metamorworks - stock.adobe.com)

Die Anbieter von Cloud-Storage bieten ihre Online-Speicher mit unterschiedlichen Abrechnungsmodellen an. Mal wird nach Stunden oder sogar Sekunden abgerechnet, dann wieder pro Nutzer oder pro übertragenem Gigabyte. Wir haben die Abrechnungsmodelle vorzugsweise für das angesagte Object-Storage untersucht und vergleichen die Speicherangebote von AWS, Google Cloud, Azure, Telekom sowie OVH.

In den ersten drei Teilen unserer Preismodellübersicht haben wir die Angebote Google Cloud Storage, Amazon S3, Microsoft Azure Storage und Open Telekom Cloud untersucht. Im finalen Teil 4 folgen nun das Preismodell von OVH sowie das Fazit.

Beispiel 5: Preisgestaltung für OVH

Der französische Anbieter OVH ist nach eigenen Angaben der größte Cloud-Anbieter in Europa und muss daher in diesen Vergleich aufgenommen werden. Er hat sein deutsches Rechenzentrum in Limburg. Das Besondere daran: OVH baut seine Server selbst; sie sind wassergekühlt und in einem hohen Maße energieeffizient. Sie können zu Speicherzwecken gemietet werden.

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Ein Server macht aber noch keine Cloud – für die gibt es eine eigene Offerte. Das OVH-Cloud-Angebot hat keine Vertragsbindung und ist wie die der Telekom Openstack-basiert. Dateien werden über die Swift-API in einem via HTTPS zugänglichen Speicherort abgelegt.

Bis vor kurzem offerierte OVH mit „hubic“ einen Cloud-Speicher für den kleinen Geldbeutel, ganz ähnlich den vielen Dropbox-Look-alikes. Der wurde aber eingestellt; Interessenten sollen sich alternativ Public-Cloud-Instanzen sichern. Diese sind mit monatlicher oder stündlicher Abrechnung erhältlich. Bei monatlicher Abrechnung sparen Anwender 50 Prozent. Bezahlt wird jeweils die vollständige angefangene Zeiteinheit, egal, ob Stunde oder Monat.

Verschiedene Storage-Dienste

Auch OVH offeriert verschiedene Storage-Dienste, darunter natürlich auch Object-Storage. Anders als bei den bislang genannten Anbietern sind bei ihm aber der Netzwerk-Traffic der Instanzen und API-Aufrufe des Object-Storage kostenlos. Im Prinzip, denn das bedeutet nicht, dass es keine Verkomplizierungen für die Abrechnung gibt. Das greift bei jedem angefangenen Gigabyte (GB). Jede Stunde wird ein Verbrauchsbericht erstellt. Ausgehender Traffic kostet 0,0119 Euro, genauso viel wie Storage dreifach repliziert.

Durch die Konfiguration von Containern fungiert das OVH-Object-Storage als klassischer Webserver, indem er zunächst index.html bedient oder einen HTML-Index der Objekt-URLs präsentiert, wenn keine index.html-Objekte standardmäßig vorhanden sind.

Und weiter? Nichts weiter. OVH hält sich im Vergleich zu den Wettbewerbern massiv mit Informationen vor allem zum Preis zurück. Obwohl Analysten das Unternehmen durchaus auf dem Schirm haben, wirbt es nicht gerade um neue Klienten.

Praxisbeispiele oder Referenzkunden sind keine auszumachen. Insofern können wir hier und jetzt ein Fazit ziehen.

Fazit

1. Der Teufel steckt bei den Abrechnungsmodellen der Cloud Storage-Anbietern im Detail: Zusatzoptionen und unterschiedlich komplexe SLAs lassen die Kosten für die Nutzung nicht direkt vergleichen. Der hohe Wettbewerbsdruck sorgt aber dafür, dass sich alle genannten Anbieter wenig nehmen und unterm Strich ähnliche Preise verlangen. IT-Verantwortlichen raten wir, bei allen relevanten Cloud-Speichern ein Angebot einzuholen, das alle tatsächlichen Anforderungen des Anwenderunternehmens erfüllt.

2. Kostenlose Trial-Versionen helfen Anwendern, ohne finanziellen Aufwand herauszufinden, welches Angebot ihren Ansprüchen am besten gerecht wird.

3. AWS und Azure rechnen stundengenau ab, Google minutengenau. Wenn Server nur temporär gestartet werden, etwa um Lastspitzen abzufangen, rentiert sich natürlich das Minutenmodell.

4. Wichtig zu wissen: AWS untersteht dem Recht des US-Bundesstaates Washington, Google Cloud dem des Bundesstaates Kalifornien und Microsoft Azure dem irischen Recht. Die Telekom unterliegt der DSGVO und hat ihren Gerichtsstand in Bonn. Das zuständige Amts- und Registergericht für OVH ist in Saarbrücken ansässig.

5. Eine umfangreiche Checkliste soll den geeigneten Anbieter bereits im Vorfeld eruieren helfen. Sie stammt allerdings von AWS und wird daher in gewisser Weise parteiisch sein.

6. Cloud-Storage ist generell oft unübersichtlich, Kostenfallen lauern an vielen Orten. Eine kleine Checkliste von Storage-Insider gibt Auskunft über ungenutzte Cloud-Instanzen im Unternehmen, so dass Unternehmen den maximalen Nutzen aus ihren Services ziehen und ihre Cloud-Ausgaben optimieren können.

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Man möchte abschließend den Wissenschaftlern Christoph Meinel, Maxim Schnjakin, Tobias Metzke und Markus Freitag das Wort erteilen, die für das Hasso Plattner Institut in Potsdam bereits 2014 ebenfalls die Storage-Cloud-Angebote diverser großer Anbieter untersucht haben: „Die Zahl der Angebote und Dienste im Cloud Computing wächst stetig an. Der Cloud-Storage-Bereich bildet hier keine Ausnahme. Dabei weist die Mehrheit der Angebote auf den ersten Blick häufig ähnliche Merkmale auf. [...] Die Provider bieten ähnliche Schnittstellen, wenig unterschiedliche Kostenmodelle und einen gewissen Basissatz an Standards und Zertifikaten.“

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