Storage-Start-ups: Komprise

Ein akutes Storage-Mantra: Files intelligent verwalten

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Dr. Jürgen Ehneß

Eine Chance für junge Unternehmen: explodierende Datenmengen.
Eine Chance für junge Unternehmen: explodierende Datenmengen. (Bild: © marrakeshh - stock.adobe.com)

„Die IT-Industrie hat kein Speicherproblem, sie hat ein Datenmanagementproblem.“ Dieses Gartner-Zitat haben wir von vielen Speicher-Start-ups auf der diesjährigen Presse-Tour durchs Silicon Valley gehört. Auffällig viele junge Unternehmen wittern ihre Chance, den Anwendern die Sorgen um die explodierenden Datenmengen zu nehmen. Komprise ist eines davon.

Komprise wurde bereits 2014/15 von einer Gruppe rund um CEO Kumar Goswami gegründet. Gleich mit dem ersten Produkt, das 2016 auf den Markt kam, konnte die Firma einige Preise als „Coolstes Speicher-Start-up“ einheimsen. Danach wurde die Software für das „intelligente Datenmanagement“ konsequent weiterentwickelt und erhielt in der neuen Version auch weitergehende Analysefähigkeiten.

Die Software soll den Anwendern vor allem die Kontrolle über ihre unstrukturierten Datenbestände verschaffen. In einem ersten Schritt werden die NAS-Daten auf die Häufigkeit ihrer Benutzung untersucht. „Mehr als 70 Prozent der Files auf Primärspeichern wurden mindestens ein Jahr nicht angefasst“, erklärt Krishna Subramanian, President und COO bei Komprise, den Hauptgrund für den Einsatz des Programms.

Durch die Verlagerung auf kostengünstigere Sekundärspeicher lässt sich viel Geld sparen. Eine IDC-Studie unter Topmanagern hat ergeben, dass für immerhin 39 Prozent der Befragten der Kampf gegen die steigenden Speicherkosten oberste Priorität genießt und sich 65 Prozent wünschen, ihre „kalten“, also wenig benutzten Daten zu identifizieren. Denn das Wissen um aktive („heiße“) und inaktive Daten und deren Verlagerung wirkt sich nicht nur auf die Hardware-, sondern auch auf die Backup-Kosten aus.

So hat beispielsweise der Komprise-Kunde CBRE damit mehr als 70 Prozent seiner Speicherausgaben senken können. Das Unternehmen verwaltet derzeit mehr als 3 Petabyte bei einem jährlichen Datenwachstum von 30 Prozent. Nur 20 Prozent seiner Daten sind „hot“ und unterliegen den normalen Backup-Prozessen, die kalten 80 Prozent wurden archiviert. Neben der Kostenreduktion freut sich das CBRE-Management darüber, sich endlich einen Überblick über die Datenbestände seiner Filialen in England und Spanien verschafft zu haben.

Beim Verlagern der kalten Daten werden die aktiven Applikationen und Daten nicht berührt, so dass der Anwender nichts von der Umsetzung spürt. „Wir bewegen uns immer außerhalb des Datenpfades und setzen ausschließlich auf Standards“, beschreibt Subramanian die Vorgehensweise. Weil auch die Skalierbarkeit der Software in den Peta- und Zettabyte-Bereich hin wichtig ist, wird keine Datenbank verwendet. Selbst nach der Verlagerung bleiben die Daten – egal, wo sie liegen – direkt im „native“ Format erreichbar. So spart man sich den zeitraubenden Zugriff auf die Originalquelle („Rehydration“).

Krishna Subramanian, President und COO bei Komprise, setzt auf die neuen Analysefunktionen der Software, die auch Files in Public Clouds findet, untersucht, migriert und zu virtuellen Data Lakes gruppiert.
Krishna Subramanian, President und COO bei Komprise, setzt auf die neuen Analysefunktionen der Software, die auch Files in Public Clouds findet, untersucht, migriert und zu virtuellen Data Lakes gruppiert. (Bild: Komprise)

Datenanalyse jetzt auch für Cloud-Umgebungen

Schon die erste Version der Komprise-Software enthielt Analysefunktionen, die seither verfeinert und erweitert wurden. Das Programm gibt Auskunft darüber, wie viele Daten überhaupt gespeichert sind und um welche Art von Files – Videos et cetera – es sich handelt. Wie beschrieben, werden aktive von nicht aktiven Daten unterschieden, der jeweilige Platzbedarf genannt und die Kostenersparnis bei einer Datenverlagerung angezeigt. Zudem erfährt man, wem die Daten gehören und wie das Datenwachstum in Zukunft voraussichtlich aussehen wird, so dass die Kapazität geplant werden kann.

„Die neue Funktion ,Data Growth Analytics‘ dehnt die Analyse und Sichtbarkeit der gespeicherten Daten auf Cloud-Umgebungen aus“, beschreibt die Komprise-Managerin die Erweiterungen. Speicheradministratoren können damit beispielsweise die Speicherkosten nach User oder Speicherklasse verfolgen oder den erwarteten Platzbedarf erkennen.

Das unaufhörliche Datenwachstum verlangt die Planung der Ressourcen.
Das unaufhörliche Datenwachstum verlangt die Planung der Ressourcen. (Bild: Kriemhilde Klippstätter)

Aber mit „Deep Analytics“ geht die Firma noch einen Schritt weiter. „Die Suche nach einem bestimmten File unter Millionen gespeicherten ist eine Herausforderung, insbesondere wenn man Public Clouds wie AWS, Azure oder Google Cloud Platform (GCP) nutzt.“ Derzeit bietet Komprise für die Suche in einer AWS-Cloud eine Reihe von Filtern an, mit denen man das spezifisch gesuchte File anhand der Metadaten eingrenzen und so bestimmen kann. Das funktioniert auch über verschiedene Speicherorte und Klassen hinweg.

Zudem können die gesuchten und gefundenen Datensätze markiert und mit anderen Files zu einem virtuellen Data Lake aggregiert werden. Damit lassen sich danach Aufgaben aus den Bereichen Künstliche Intelligenz oder Maschinenlernen erledigen. Es wird erwartet, dass diese Funktion demnächst auch für Azure-Clouds und GCP angeboten wird.

Einfachheit mit großem Potenzial

Speicheradministratoren schätzen die Software für ein intelligentes Datenmanagement von Komprise auch deshalb, weil die vielen Funktionen übersichtlich dargestellt und per Mausklick ausgeführt werden. Die einfache Bedienung und die schnelle Integration des Programms in bestehende Speicherlandschaften dürften dafür gesorgt haben, dass IBM als einer der ersten IT-Schwergewichte die Komprise-Software in die eigene Produktpalette aufgenommen hat. Auch HPE verkauft seit Juli 2019 das Programm. Als sogenannte „Co-Seller“ nennt Komprise Pure Storage, Dell/EMC, Netapp, Cloudian, Scality sowie AWS, Azure und Google Cloud. Komprise verlangt derzeit für das Programm rund 110 US-Dollar je Terabyte.

Kumar Goswami, Gründer und CEO von Komprise, konnte im Juli 2019 HPE als Reseller gewinnen und den Umsatz vor allem im zweiten Halbjahr stark steigern.
Kumar Goswami, Gründer und CEO von Komprise, konnte im Juli 2019 HPE als Reseller gewinnen und den Umsatz vor allem im zweiten Halbjahr stark steigern. (Bild: Komprise)

Fimenchef Kumar Goswami zeichnete zum Jahresende ein glorreiches Bild vom abgelaufenen Jahr. Dank verstärkter Reseller-Aktivitäten sei der Umsatz im zweiten Halbjahr 2019 gegenüber den ersten sechs Monaten um 300 Prozent gestiegen. Das dürfte auch die Geldgeber Canaan Partners, Walden International, Bill Moore und Sanjay Mehrotra freuen, zumal auch in Zukunft die gespeicherten Datenmengen weiter stark steigen werden und sich vor allem die Files in den Public Clouds zum Wildwuchs ausweiten können.

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