Storage der Enterprise-Klasse für unterwegs

Festplatten sind die heimlichen Stars am Set

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Tina Billo

Für Filmemacher und Fotografen gehören neben ihrem Kamera-Equipment inzwischen ebenso robuste portable Speichermedien zur Grundausstattung.
Für Filmemacher und Fotografen gehören neben ihrem Kamera-Equipment inzwischen ebenso robuste portable Speichermedien zur Grundausstattung. (Bild: gemeinfrei Geralt - Pixabay / CC0)

Für Filmemacher und Fotografen entwickeln sich externe Speichermedien vom notwendigen Übel zum integralen Bestandteil des Produktionsprozesses. Das spiegelt sich auch in Funktionsumfang und Ausstattung jener Produkten wider, die speziell auf diese Zielgruppe zugeschnitten werden.

Klick, klick, klick – und das war erst der Anfang. Insgesamt 15.000 Mal hat Matt Granger bei einer sechswöchigen Arbeitsreise durch Asien auf die Auslöser seiner Kameras gedrückt und dabei wohl oft unwiederbringliche Momente festgehalten; nicht auf klassischen Filmemulsionen, sondern als hochauflösende digitale Dateien.

Auf seinem YouTube-Kanal berichtet der Profifotograf zudem von zig Stunden digitalen 4K-Videomaterials, die auf dem gleichen Trip entstanden sind. Allein diese Daten sicher und wohlbehalten zu seinem Arbeitsplatz nach Hause zu bringen sei für den kreativen Kopf ein logistischer und organisatorischer Alptraum gewesen. Und der stand noch vor der eigentlichen künstlerischen Auf- und Nachbereitung der Bilder.

Ein Auftrag – 15.000 Bilder

Damit steht Granger stellvertretend für seine Zunft. Die profitiert zwar von den Vorzügen schneller, digitaler Arbeitsprozesse und immer höheren Bildauflösungen, wird zugleich aber vor neuen Herausforderungen bei Verarbeitung immenser Datenmengen ausgebremst – einzelne Projekte können sich auf etliche Terabyte summieren. Immer größere Dateien müssen schnell für weitere Arbeitsschritte verfügbar sein, gleichzeitig aber auch dauerhaft und sicher aufbewahrt werden. Und das am besten nicht nur im Studio, sondern auch unterwegs.

Kein Wunder also, dass Fotografen zuverlässige Speichermedien mittlerweile als gleichberechtigtes Werkzeug neben Kamera und Objektiv betrachten. Worauf es bei seiner Speicherstrategie ankommt, hat Landschafts- und Reisefotograf Brian Matiash in fünf Punkten zusammengefasst:

  • 1. "Ich benötige eine skalierbare Speicherlösung, in der ich mein gesamtes Portfolio an Fotos und Videos aufbewahren kann und die mit meinen Ansprüchen wächst."
  • 2. „Zudem brauche ich einen Speichercontainer, der die höchstmögliche Busgeschwindigkeit meines Computers nutzen kann. Das ist in diesem Fall Thunderbolt 2.“
  • 3. „Mein Speichercontainer benötigt Ausfallsicherungen, damit er vor möglichen Festplattenausfällen geschützt ist.“
  • 4. „Ich brauche eine schnelle und zuverlässige gespiegelte Sicherung meiner gesamten Foto- und Videogalerie vor Ort.“
  • 5. „Ich muss mit einer inkrementellen Sicherung von maximal zwei Wochen jederzeit auf eine lokale externe Kopie meiner Galerie zugreifen können."

Sichern ist ein Muss

Besonderen Stellenwert legt der als Botschafter für die zu Western Digital gehörende Marke G-Technology dabei auf regelmäßige Backups. Unterwegs überspielt Matiash beispielsweise keine Fotos von der Speicherkarte auf seinen Laptop, sondern auf mehrere leistungsfähige Solid State Drives in stoßgeschütztem Gehäuse. Dabei greift der Fotograf auf die Synchronisations- und Backupsoftware Chronosync zurück. Ein Laufwerk dient dabei als Produktionsmedium, ein weiteres als Backup.

Orange is the new Hypersecurity

Stellvertretend für den Wunsch nach mobilen Datensicherungen stehen die regelmäßig in den Videoblogs bekannter YouTuber auftauchenden, stoßgeschützten Lacie-Laufwerke mit auffällig orangenfarbenen Puffern. Das Angebot an speziell auf die Bedürfnisse von Fotografen zugeschnittenen Geräten ist freilich um einiges vielfältiger und reicht von kompakten Datenspeichern verschiedenster Ausführungen bis hin zu RAID-Systemen, deren verbaute Komponenten Standards der Enterprise-Klasse erfüllen.

Auffällig orange und mittlerweile ein Sinnbild robuster, mobiler Speicher sind Lacies Laufwerke in Ausführungen mit einzelnen oder im RAID verbundenen HDDs und SSDs zu haben.
Auffällig orange und mittlerweile ein Sinnbild robuster, mobiler Speicher sind Lacies Laufwerke in Ausführungen mit einzelnen oder im RAID verbundenen HDDs und SSDs zu haben. (Bild: Lacie)

Bietet der Markt für portable Speicher auf den ersten Blick eine kaum überschaubare Vielzahl möglicher Geräte, trennen sich bei näherer Betrachtung dann aber doch Spreu und Weizen – respektive weniger taugliche Systeme von jenen, die den Ansprüchen ambitionierter Amateure und fotografischer Profis genügen.

Laufwerke mit Kartenleser, Logik und Akku

Um auch unterwegs Daten von Speicherkarten zu sichern bietet Seagate eine mit Stoßschutz versehene Festplatte an, die zusätzlich auch das Logo des Drohnenherstellers DJI trägt. Die Besonderheit: Neben einem USB-C-Anschluss beherbergt die portable Festplatte einen integrierten "UHS-II MicroSD"-Port, über den sich Videos bequem überspielen lassen sollen. Laut Hersteller passen auf das zwei Terabyte fassende Laufwerk über 60 Stunden komprimiertes 4K-Filmmaterial mit 30 fps.

Mit dem DJI Fly Drive Kit spricht Seagate Drohnenpiloten an, die ihre Daten unterwegs sichern wollen.
Mit dem DJI Fly Drive Kit spricht Seagate Drohnenpiloten an, die ihre Daten unterwegs sichern wollen. (Bild: Seagate)

Nutzer der von Lacie erhältlichen BOSS Series können ihren Laptop derweil ganz daheim lassen. BOSS steht für "Backup On-Set Solutions" und bedeutet, dass in der Festplatte genug Logik steckt, um Dateien eigenständig von SD-Karten zu kopieren.

Für den mobilen Einsatz sprechen überdies ein sturzsicheres, staubresistentes und spritzwassergeschütztes Gehäuse mit Maßen von 136 mal 239 Millimetern sowie 534 Gramm Gewicht. Trotz integriertem Display bleibt die Festplatte damit noch portabel und kann dank eingebautem Akku überdies als Powerbank für den Notfall dienen. Zur BOSS-Series gehört das Modell "DJI Copilot", das sich ebenfalls mit dem Namen des bereits zuvor genannten Drohnenherstellers schmückt.

Kompakt, geschützt und rasend schnell

Sind Kartenleser und Laptop verfügbar, können Kreative sich natürlich auch ganz auf besonders performante Speicher konzentrieren. Je nach Ausstattung taugen diese dann nicht mehr nur als Backup, sondern zugleich auch als Produktionsmedium.

Als gleichermaßen kompakter wie performanter Speicher bietet sich beispielsweise Samsungs SSD T5 an. Mit 57,3 mal 74 Millimetern nimmt das Gerät knapp die Grundfläche einer Visitenkarte ein und wiegt bei einer Höhe von 10,5 Millimetern gerade einmal halb so viel wie eine Tafel Schokolade: 51 Gramm. Dennoch bietet die SSD bis zu zwei Terabyte Speicherplatz und soll per USB 3.1 Durchsätze bis zu 540 Megabyte pro Sekunde erreichen.

Während Samsung die kompakte NAND-SSD auf der eigenen Homepage lediglich als "stoßfest" bewirbt, machen Mitbewerber weitreichendere Versprechen. Lacie spezifiziert für die Flash- und Festplattenlaufwerke seiner Rugged-Serie etwa Fallhöhen bis zu vier Metern. Modellabhängig sind die Speicher überdies gemäß IP-Schutzklasse 54 gegen Staubablagerungen im Inneren sowie Sprühwasser geschützt – und damit auch für rauere Produktionsumgebungen geeignet. Zudem halten die Gehäuse einem Überfahrgewicht von 1.000 Kilogramm stand. In Sachen Performance erreichen die auch Lacie-Laufwerke per Thunderbolt 3 ähnliche Regionen wie Samsungs T5: Die ein Terabyte große SSD des Modells Rugged Thunderbolt USB-C lässt sich mit 510 Megabyte pro Sekunde befüllen.

Leichte und robuste SSD-Laufwerke für unterwegs verspricht auch G-Technology mit der G-Drive mobile SSD R-Series. Die nach IP67 spezifizierten Systeme lassen sich kurzzeitig untertauchen, überleben Stürze aus bis zu drei Metern und erreichen per USB 3.1 Transferraten bis zu 560 Megabyte pro Sekunde.

Profiklasse, RAIDs und Workflows

Einen ganz besonderen Performancezuwachs bieten allerdings die mit dem Zusatz "Pro" versehenen Laufwerke. In diesen verbaut G-Technology PCIe Solid State Drives der Enterprisse-Klasse. Per Thunderbolt 3 ließen sich so bis 2.800 Megabyte pro Sekunde erreichen – das ist mehr als das Fünffache der zuvor aufgezählten SSDs.

Mit SSDs bestückt erreichen auch die als G-Speed Shuttle vermarkteten RAID-Systeme des gleichen Herstellers jene Datenraten. Damit empfehlen sich die gleichermaßen für Studio- und Außeneinsätze gedachten Systeme für die Anforderungen von 4K- und 8K-Produktionen. Mit Tragegriff und optional erhältlichem Schutzkoffer sind die Geräte nicht nur portabel, sondern auch recht flexibel. Die RAIDs lassen sich per Daisy-Chaining koppeln und überdies mit der Evolution Series von G-Technology integrieren.

Mit robustem Gehäuse, Performance und Adaptern für multimediale Wechselmedien sollen G-Technologys RAID-Systeme den Workflow professioneller 4K- und 8K-Produzenten optimieren.
Mit robustem Gehäuse, Performance und Adaptern für multimediale Wechselmedien sollen G-Technologys RAID-Systeme den Workflow professioneller 4K- und 8K-Produzenten optimieren. (Bild: G-Technology)

Über entsprechende ev Series Bay Adapter können Filmer und Fotografen somit nicht nur portable Shuttle-Festplatten zeitweise in das RAID einstecken, sondern auch spezifische Aufnahmemedien. Das soll insbesondere Workflows mit CFast-Speicherkarten sowie von emprofessionellen Kameras und externen Aufnahmegeräten genutzten Laufwerken vereinfachen

Ein Beispiel hierfür sind die externen Monitor-Rekorder des Anbieters Atomos. Deren Aufnahmen werden auf einem Atomos Master Caddy gespeichert. Videofilmer können das Wechselmedium direkt in einen entsprechend vorbereiteten Schacht des G-Speed Shuttle stecken und Daten ohne Umwege auf das RAID-System übertragen. Analog transferieren Besitzer einer Filmkamera des Anbieters Red RED MINI-MAG-Medienkarten auf das RAID.

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45393031 / Festplatte)