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Hyper-V Terminology | Hyper-V-Terminologie

| Redakteur: Gerald Viola

Der Hypervisor in Hyper-V ist vergleichbar mit dem Kernel in Windows. Der Hypervisor ist nicht gleichzusetzen mit Hyper-V, sondern einfach die der Hardware am nächsten stehende Komponente,

  • Hyper-V: Hypervisor

Der Hypervisor in Hyper-V ist vergleichbar mit dem Kernel in Windows. Der Hypervisor ist nicht gleichzusetzen mit Hyper-V, sondern einfach die der Hardware am nächsten stehende Komponente, die für die Interaktion mit der Kernhardware zuständig ist. Der Hypervisor ist für die Erstellung, Verwaltung und Löschung von Partitionen zuständig.

Er steuert den Zugriff auf die Prozessorressourcen und erzwingt externe Richtlinien in Bezug auf den Speicher- und Gerätezugriff. Die Größe des Hypervisors beträgt etwas über 100 KByte, wohingegen der gesamte Hyper-V-Code etwa 100 MByte groß ist und eine vollständige Installation von Windows Server 2008 mit Hyper-V einige Gigabytes in Beschlag nimmt.

  • Hyper-V: Virtualisierungs-Stack

Der Virtualisierungs-Stack von Hyper-V umfasst die Benutzerschnittstelle, die Management-Services, die Prozesse der virtuellen Maschinen, die emulierten Geräte, etc..

  • Hyper-V: Partition

Eine Partition ist die grundlegende Einheit, die vom Hypervisor verwaltet wird. Es handelt sich um ein abstraktes Containerobjekt, dass aus isolierten Prozessor- und Speicherressourcen besteht und bei dem der Zugriff auf Geräte durch Richtlinien geregelt ist. Eine Partition ist ein schlankeres Konzept als eine virtuelle Maschine und könnte außerhalb vom Kontext der virtuellen Maschine verwendet werden, um eine stark isolierte Ausführungsumgebung bereitzustellen.

  • Hyper-V: Root-Partition

Es handelt sich um die erste Partition auf dem Computer. Genauer gesagt handelt es sich um die Partition, die für die Ausführung des Hypervisors zuständig ist. Die Root-Partition ist außerdem die einzige Partition, die den direkten Zugriff auf den Speicher sowie die Geräte hat.

  • Hyper-V: Parent-Partition

Die Parent-Partition ist eine Partition, die in der Lage ist, den Hypervisor aufzurufen und die Erstellung von neuen Partitionen anzufordern. Im ersten Release von Hyper-V sind die Parent- und Root-Partitionen gleich - außerdem kann es nur eine Parent-Partition geben.

  • Hyper-V: Child-Partition

Child-Partitionen sind Partitionen, die vom Hypervisor aufgrund einer Anforderung durch die Parent-Partition angelegt wurden. Es gibt ein paar wesentliche Unterschiede zwischen einer Child-Partition und einer Parent-/Root-Partition. Child-Partitionen können keine neuen Partitionen erstellen. Child-Partitionen haben keinen direkten Zugriff auf Geräte (jeder Versuch einer direkten Interaktion mit der Hardware wird an die Parent-Partition umgeleitet). Child-Partitionen haben keinen direkten Zugriff auf den Speicher. Versucht eine Child-Partition auf den Speicher zuzugreifen, leiten der Hypervisor bzw. der Virtualisierungs-Stack den Versuch auf einen anderen Speicherort um.

  • Hyper-V: Virtuelle Maschine

Eine virtuelle Maschine ist eine Übermenge der Child-Partition. Eine virtuelle Maschine ist eine Child-Partition in Kombination mit Komponenten des Virtualisierungs-Stacks, die Funktionalitäten wie den Zugriff auf emulierte Geräte sowie die Fähigkeit bereitstellt, den Status einer virtuellen Maschine zu speichern. Weil eine virtuelle Maschine im Wesentlichen eine spezielle Partition ist, werden die Begriffe "Partition" und "virtuelle Maschine" oft gleichbedeutend genutzt. Aber wohingegen eine virtuelle Maschine immer mit einer Partition verknüpft ist, ist eine Partition nicht immer eine virtuelle Maschine.

  • Hyper-V: Gast-Betriebssystem

Es handelt sich um das Betriebssystem / die Laufzeitumgebung, die innerhalb einer Partition residiert. Historisch hat man mit Virtual Server / Virtual PC vom "Host-Betriebssystem" und "Gast-Betriebssystem" gesprochen, wobei der Host auf der physikalischen Hardware und der Gast auf dem Host ausgeführt wurden. Unter Hyper-V laufen alle Betriebssysteme auf dem physikalischen Computer auf dem Hypervisor, sodass die korrekten gleichwertigen Begriffe in Wirklichkeit "Parent-Gast-Betriebssystem" sowie "Child-Gast-Betriebssystem" heißen müssten. Allerdings finden die meisten Menschen (bis auf die Hardcore-Computerarchitektur-Freaks) diese Begriffe verwirrend; stattdessen wird vom "physikalischen Betriebssystem" und vom "Gast-Betriebssystem" gesprochen, um die Parent- bzw. Child-Gast-Betriebssysteme zu bezeichnen.

  • Hyper-V: Emuliertes Gerät

Emulierte Geräte sind die Hardware, die innerhalb der virtuelle Maschine zu Verfügung gestellt werden. Dazu gehören beispielsweise eine Intel 440bx-Hauptplatine sowie ein Intel 21140-Netzwerkadapter. Diese Geräte werden mithilfe einer Emulation bereitgestellt, die in der Parent-Partition läuft. Der Vorteil emulierter Geräte besteht darin, dass die meisten Betriebssysteme dafür native Treiber besitzen und sich somit mit deren Hilfe installieren und starten können. Der Nachteil emulierter Geräte besteht darin, dass sie nicht für die Virtualisierung konzipiert wurden und daher nicht leistungsfähig sind.

  • Hyper-V: Synthetisches Gerät

Synthetische Geräte bezeichnen unter Hyper-V eine neue Klasse von Geräten. Statt ein Hardwaregerät zu emulieren, wird ein neues Hardwaregeräte abgebildet, das für die optimale Leistung in einer virtualisierten Umgebung konzipiert wurde. Im Allgemeinen sieht man keine Verweise auf "synthetische" oder "emulierte" Geräte in der Benutzerschnittstelle.

Die meisten Geräte (IDE, Video, Maus, etc.) unterstützen das Booten im emulierten Modus, schalten dann aber nach dem Laden der entsprechenden Treiber in den synthetischen Modus. Dazu gibt es aber ein paar Ausnahmen. Im Netzwerk muss man einen "Netzwerkadapter" oder einen "Traditionellen Netzwerkadapter" wählen. Beim ersteren handelt es sich um ein synthetisches Gerät, wohingegen letzteres ein emuliertes Gerät ist. Beim Speicher gibt es den "SCSI Controller" nur als synthetisches Gerät. Zum Schluss gibt es eine Hand voll Geräte, bei denen die Leistung kein Problem darstellt (wie COM-Ports), sodass lediglich emulierte Geräte angeboten werden.

  • Hyper-V: Integrationsservices

Die Integrationsservices sind User-Mode-Prozesse, die auf dem Child-Gast-Betriebssystem laufen, um eine gewisse Integration zwischen der Parent- und der Child-Umgebung bereitzustellen. Beispiele dafür sind: Zeitsynchronisierung, Nachrichten über das Herunterfahren des Child-Gast-Betriebssystems, Support für Datensicherungen.

  • Hyper-V: Integrationsservices-Setup-Disk

Es handelt sich um eine CD-Imagedatei, die den Installer sowohl für die Integrationsservices als auch für den synthetischen Gerätetreiber enthält. Man benutzt sie um diese Komponente auf die virtuelle Maschine zu laden, um die maximale Leistung zu erzielen.

  • Hyper-V: Enlightenment | Hyper-V: Enlightenment

Es gibt sogar innerhalb des Virtualisierungsteams Diskussionen über die korrekte Verwendung dieses Begriffs. Wenn sie von Enlightenment sprechen, meinen manche die Änderungen / Intelligenz des Gast-Betriebssystemkerns, die eine schnellere Ausführung mit weniger Overhead innerhalb einer virtuellen Maschine ermöglichen. Andere nutzen den Begriff im Kontext der synthetischen Geräte und Integrationsservices. Diejenigen, die eine allgemeine Definition bevorzugen, sprechen oft von "Device Enlightenment" und "Kernel Enlightenment", um zwischen den beiden Aspekten zu unterscheiden.

  • Hyper-V: Virtual Machine Snapshot | Hyper-V: Snapshot einer Virtuellen Maschine

Im Kontext dieser Diskussion handelt es sich beim Snapshot einer virtuellen Maschine um ein Image einer virtuellen Maschine, die zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgenommen wurde und welche die Festplatte und den Gerätestatus zum Zeitpunkt des Snapshots enthält.

Mit einem Snapshot kann eine virtuelle Maschine jederzeit in den Zustand eines bestimmten Augenblicks zurückversetzt werden. Snapshots virtueller Maschinen können ungeachtet des Child-Gast-Betriebssystems und ungeachtet des Child-Gast-Betriebssystemstatus aufgenommen werden.

  • Hyper-V: VSS Snapshot

Leider wird der Begriff "Snapshot" auch im Kontext der Windows-VSS-Welt benutzt. VSS-Snapshots sind Vollsicherungen des Systems, die zum Schutz des Systems gegen Datenverlust und Hardwareausfälle eingesetzt werden sollten.

  • Hyper-V: Physical Processor | Hyper-V: Physikalischer Prozessor

CPU in einem Computer.

  • Hyper-V: Logical Processor | Hyper-V: Logischer Prozessor

Es handelt sich um eine einzelne Ausführungspipeline auf dem physikalischen Prozessor. Ein Zweiprozessorcomputer beispielsweise mit Hyperthreading hat in Wirklichkeit 4 Ausführungspipelines - oder 4 logische Prozessoren. Ein Zweiprozessorcomputer mit Quad-Core-Prozessoren hat wiederum 8 logische Prozessoren.

  • Hyper-V: Processor topology | Hyper-V: Prozessortopologie

Die Prozessortopologie beschreibt das Konzept der Beziehung zwischen den logischen und den physikalischen Prozessoren. Zum Beispiel hat ein Quad-Core-System mit zwei Prozessoren und ein Dual-Core-System mit vier Prozessoren jeweils 8 logische Prozessoren trotz der unterschiedlichen Prozessortopologien.

  • Hyper-V: Virtual Processor | Hyper-V: Virtueller Prozessor

Ein virtueller Prozessor ist ein einzelner logischer Prozessor, der durch den Hypervisor für eine Partition sichtbar gemacht wird. Virtuelle Prozessoren können auf jedem der verfügbaren logischen Prozessoren im physikalischen Computer abgebildet werden, dabei übernimmt der Hypervisor das Scheduling, sodass man mehr virtuelle als logische Prozessoren haben kann.

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