Lösung für Container-basierten Hybrid-Cloud-Storage IBM kündigt Spectrum Fusion an

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

IBM hat für die zweite Jahreshälfte 2021 eine Storage-Appliance namens IBM Spectrum Fusion HCI angekündigt. Sie soll den nahtlosen Zugriff auf Daten im Rechenzentrum, im Edge-Bereich und in hybriden Cloud-Umgebungen erlauben, speziell auf containerisierte Workloads. Zudem hat „Big Blue“ verbesserte Modelle seiner Produktreihe Elastic Storage System vorgestellt, die bereits verfügbar sind.

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Mit Spectrum Fusion stellt IBM eine Container-native Storage-Lösung für hybride Cloud-Umgebungen vor.
Mit Spectrum Fusion stellt IBM eine Container-native Storage-Lösung für hybride Cloud-Umgebungen vor.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

IBM Spectrum Fusion ist eine neue Container-native Storage-Lösung, die in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 verfügbar sein soll und als Appliance geliefert wird. Sie ist ein Rack mit 42 Höheneinheiten, ein richtiger Bolide.

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Die Lösung soll IBMs paralleles Filesystem, das recht verbreitete Spectrum Scale, mit speziellem Erasure-Coding auf eine Weise vereinen, dass Unternehmen und ihren Anwendungen einen weniger komplexen Ansatz für den nahtlosen Zugriff auf Daten im Rechenzentrum, im Edge-Bereich und in hybriden Cloud-Umgebungen erlangen. Die Spezialität von Spectrum Fusion sind containerisierte Workloads, die Kubernetes verwenden. Zudem soll Spectrum Fusion in der Lage sein, verschiedene Datenquellen wie etwa NFS oder Objektspeicher in S3 zu integrieren, um dem Kunden eine einheitliche Sicht auf alle Daten zu gewähren. Dies ist in vielerlei Hinsicht notwendiger denn je.

Das Datenaufkommen in den Prozessen am Edge soll sich nach Angaben der Analysten von IDC im Bericht „Worldwide Future of Operations 2021 Predictions, October 2020“ von unter 20 auf 90 Prozent mehr als vervierfachen, und die Investitionen der Unternehmen sollen entsprechend steigen. Dementsprechend unübersichtlich wird die Datenlandschaft. Mit Spectrum Scale in Spectrum Fusion sollen Kunden in die Lage versetzt werden, ihre Compliance-Auflagen etwa aus der DSGVO besser erfüllen zu können.

Die erste Version von IBM Spectrum Fusion ist nach Angaben von Denis Kennelly, General Manager bei IBM Storage Systems, in Form eines Container-nativen, hyperkonvergenten Infrastruktursystems (HCI) geplant, läuft also auf Kubernetes. Wenn es in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommt, soll es Compute, Storage und Networking in einer einzigen Lösung integrieren. Durch die Ausstattung mit Red Hat OpenShift sollen Kunden in der Lage sein, Storage-Umgebungen sowohl für VMs als auch für Container zu unterstützen und zudem SDS-Speicher für Cloud-, Edge- und containerisierte Rechenzentren bereitzustellen. Eine GPU-Integration für KI-Workloads ist ebenfalls vorgesehen, denn der KI-Markt ist seit jeher für IBM sehr wichtig: Dort müssen enorme Datenvolumina unterstützt werden, und das ist gut fürs Geschäft. Für Anfang 2022 plant „Big Blue“ die Veröffentlichung einer reinen SDS-Version von IBM Spectrum Fusion.

IBM Spectrum Fusion soll sich außerdem für die Integration mit dem Bereitstellungskonzept IBM Cloud Satellite eignen, um Unternehmen die vollständige Verwaltung von Cloud-Services am Edge, im Rechenzentrum oder in der Public Cloud über ein einziges Managementfenster zu erlauben. Des Weiteren wird die neue Software für die Integration mit Red Hat Advanced Cluster Manager (ACM) zur Verwaltung mehrerer Red-Hat-OpenShift-Cluster entwickelt.

Updates für das Elastic Storage System

Etwas konkreter und zeitnaher sind die Updates für die ESS-Produktfamilie (Elastic Storage System). Das Modell ESS 5000 und das neue Modell 3200 sind bereits verfügbar. Das überarbeitete Modell ESS 5000 soll jetzt zehn Prozent mehr Speicherkapazität als bisher bieten, nämlich 15,2 Petabyte. (Hinweis: Die im Februar 2021 vorgestellte AFA-Appliance ESS 5200 ist mit einer Latenz von nur 70 ms und einer Kapazität von 1,7 PB auch ziemlich flott.)

Die neue Appliance ESS 3200 verfügt über die doppelte Leseleistung ihrer Vorgängerin ESS 3000: Sie soll nach IBM-eigenen Benchmarks gemäß IOR-Standard bis zu 80 GB/s an Durchsatz liefern. Bis zu acht InfiniBand-HDR-200- oder Ethernet-100-Ports sorgen für hohen Durchsatz und niedrige Latenz. Das System stellt bis zu 367 Terabyte Speicherkapazität pro 2U-Knoten bereit. Alle ESS-Systeme seien nun mit optimierten containerisierten Bereitstellungsfunktionen ausgestattet, die mit der neuesten Version von Red Hat Ansible automatisiert werden.

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Sowohl die ESS 3200 als auch die ESS 5000 bieten containerisierte System-Software und Unterstützung für Red Hat OpenShift und das Kubernetes Container Storage Interface (CSI), CSI-Snapshots und -Klone, Red Hat Ansible, Windows, Linux und Bare-Metal-Umgebungen. Durch das Container Storage Interface for Kubernetes GA (CSI) sind alle IBM-Storage-Produkte in der Lage, Container zu unterstützen, die von Kubernetes, Ceph oder Mesos verwaltet werden.

„Damit“, so der IBM-Speicherexperte Ralf Colbus im Jahr 2019, „kann ein Kunde unsere Flash- und Filesysteme in einer containerisierten Umgebung einsetzen. Dieses Interface nutzen wir jetzt auch in unserer Backup-Software, um Container zu sichern.“ Der nächste Schritt bestehe darin, IBMs Software-Defined-Storage-Produkte (SDS) in einem Container zu realisieren.

Diese Systeme sind – wen wundert’s – mit IBM Spectrum Scale ausgestattet. In dieses Bild passt, dass die beiden Modelle mit IBM Cloud Pak for Data ausgestattet sind, also in der Cloud mit Daten- und KI-Diensten Informationen verwalten können.

Sie verfügen über Cloud Satellite und sind für die Integration mit IBM Watson Knowledge Catalog (WKC) sowie der relationalen Datenbank Db2 vorbereitet. Der Kunde erhält also bereits eine relativ weitreichende Grundlage für eine Storage-Infrastruktur, eine föderierte Informationsorganisation und den KI-Einsatz.

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