Im Zeichen der Hybrid Cloud

NetApp erweitert Angebot für hybride Multi-Cloud-Umgebungen

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Dr. Jürgen Ehneß

NetApp bereitet seine Kunden auf die Hybrid Cloud vor.
NetApp bereitet seine Kunden auf die Hybrid Cloud vor. (Bild: Aliaksandr Marko - stock.adobe.com)

Ganz im Zeichen der hybriden Cloud-Welten, die in Zukunft die Unternehmens-IT bestimmen werden, stand diesmal der turnusmäßige halbjährliche Ankündigungsreigen von NetApp. Neue Services sollen die Flexibilität der Kunden erhöhen.

Dass die hybride Multi Cloud in Zukunft Alltag in den meisten IT-Abteilungen von Unternehmen wird, ist mittlerweile eine Plattitüde, die keinen Neuigkeitswert mehr hat. Hersteller tun deshalb gut daran, Angebote für die sich bildende komplexe Welt aus Public Clouds unterschiedlicher Anbieter, kombiniert mit Private-Cloud-Anteilen, in ihr Portfolio zu integrieren.

So auch NetApp. Die Juni-Ankündigung des Datenspezialisten drehte sich vorwiegend um Hybrid-Cloud-Themen. Das Ziel: Anwender sollen Storage-Dienstleistungen flexibel und bedarfsgerecht aus der Quelle ihrer Wahl beziehen und interne sowie externe IT-Welten dafür gleichermaßen nutzen können.

NetApps Kubernetes-Management auch auf eigener HCI-Umgebung

Zweite Zielrichtung der Ankündigungen von NetApp sind KI-Anwendungen. Die dazu nötigen Kubernetes-Umgebungen aufzusetzen, erfordert einige Anstrengungen. Zudem gehört das Thema eigentlich nicht zu dem, was Data Scientists tun sollen, bleibt aber nichtsdestotrotz häufig ihnen überlassen.

Außerdem kommt Kubernetes nativ ohne dauerhaften (persistent) Storage. Mit anderen Worten: Wird ein Container gelöscht, verschwinden auch die zugehörigen Daten, was häufig genug nicht erwünscht ist. Beide Problematiken geht NetApp an.

NKS (NetApp Kubernetes Service) und Cloud Volumes, NetApps Service für Storage in den Clouds der drei großen Hyperscaler, sind jetzt auch auf NetApp HCI und damit On-Premises verfügbar. NKS On-Premises lässt sich dabei als separate Region einrichten. Dabei ist der Cloud Volumes Service auf AWS, der Google Cloud Platform (GCP) und ANF on Azure verfügbar.

Mehr Varianten von Cloud Volumes Service

Auf MS Azure wird der Cloud-Volumes-Dienst als Azure NetApp Files nun nativ über Microsoft im Rahmen von dessen Azure-Palette bereitgestellt. Auf Google Cloud läuft derzeit eine Betaversion, die allerdings bereits mit SLA versehen und daher bereit für Produktivanwendungen ist. Den First-Level-Support übernimmt hier Google, im Anschluss daran ist dann NetApp zuständig. Ebenfalls neu ist Cloud Volumes Ontap auf Google Cloud.

Das bedeutet beispielsweise, dass Applikationen überall entwickelt und getestet werden können. Daten müssen nicht mehr auf Public-Cloud-Infrastrukturen überspielt werden, um NKS nutzen zu können. Im Zusammenspiel von Cloud Volumes und NKS wird die Kombination einer Container-Infrastruktur mit persistentem Storage möglich, egal, wo dieser Storage nun liegt.

Die gesamte Infrastruktur über eine Oberfläche managen

Eine weitere wichtige Neuerung ist NetApp Fabric Orchestrator, eine zentralisierte Managementoberfläche über alle NetApp-Datenspeicherorte hinweg, ob On-Premises oder in der Cloud. Anwendungsgebiete dieser zentralen Kontrollinstanz sind die Skalierung von Prozessen und Regeln einschließlich automatisierten Löschens aus Compliance-Gründen und die Übertragung von regelkonformen Zugriffsrechten auf neue Datensätze. Weiter lassen sich mit dem Orchestrator Daten mit Tags und Labels organisieren. Wo Daten gespeichert werden, entscheidet die Lösung nach Zugriffsmustern und Applikationen, die sie verwenden.

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Der Fabric Orchestrator dient als oberste Verbindungsschicht zwischen Daten und Applikationen. Darunter befinden sich API-Services. Der Data Hub als unterste Verbindungsschicht verwendet AI und ML, um die vorhandenen Ressourcen zu automatisieren, zu überwachen und zu optimieren.

Überwachungsaufgaben auf Infrastrukturebene übernehmen auch das Multi-Cloud-Monitoring-Tool Cloud Insights und das Active IQ, ein Werkzeug für Leistungsoptimierung, Verfügbarkeit und Betrieb einer NetApp Data Fabric. Beide Werkzeuge werden um neue Funktionen bereichert.

Verbessertes Management der Storage-Umgebung in der Multi Cloud

Cloud Insights überwacht jetzt auch NetApp HCI und Kubernetes und optimiert die Platzierung von Daten und Containern. Echtzeit-Dashboards erhöhen den Überblick. Eine Basisvariante für NetApp-Systeme ist kostenlos erhältlich.

ActiveIQ enthält jetzt auch einen QoS-Ratgeber für Storage-Elemente und HCI. APIs ermöglichen es, Daten direkt in den DevOps-Bereich oder den Workflow des Change-Managements einzuziehen. Außerdem wurde das Tool mit Cloud Insights, Unified Manager und Service Now integriert, damit die Informationen und Daten auch auf der Ebene des Multi-Cloud- und Betriebsmanagements zur Verfügung stehen. In Zukunft soll das Tool noch mehr AI-Elemente bekommen, die dann Empfehlungen und Analysen aller Ebenen der Betriebsumgebung ermöglichen.

Bezahlen wie in der Cloud

Mit den neuen On-Premises-Produkten ändert NetApp auch sein Bezahlmodell: Kunden müssen einen Jahresvertrag mit einem bestimmten Volumen abschließen, das im Lauf des Jahres erweitert werden kann. Nach dem ersten Jahr sind sie frei, das genutzte Volumen frei schwanken zu lassen. Abgerechnet wird ab Jahr zwei ausschließlich nach Nutzung mit monatlichen Rechnungen. Allerdings ist auch Capital Expenditure (CapEx) als alternatives Bezahlmodell weiterhin möglich.

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Cloud Consumption for HCI fungiert dabei als IaaS, Cloud Volumes Service On-Premises funktioniert als vollständiger NetApp-Service für die Datenspeicherung. „Auf diese Weise übertragen wir die den Kunden gewohnten, nutzungsorientierten Bezahlmodelle auf den On-Premises-Bereich“, sagt Böhm. Schließlich wird das Auto-Tiering verbessert: Storagegrid kann Archivdaten nun automatisch auf AWS Glacier verlagern.

Umfangreiches Serviceportfolio

Als letztes Element im Portfolio weist NetApp auf sein inzwischen sehr umfangreiches Serviceportfolio für die Data Fabric hin. Es beginnt bei der Analyse der bestehenden Umgebung über die Definition einer an den Geschäftszielen orientierten Storage-Strategie und dem Design einer geeigneten Hybrid-Multicloud-Umgebung. Für die Betriebsphase bietet NetApp integriertes Servicemanagement und die Übernahme der Serviceproviderrolle für die gesamte hybride Multi Cloud an.

Im Bereich der Transformationsdienste auf dem Weg zu voll digitalisierten Geschäftsmodellen sieht sich NetApp auch als Provider einer sicheren Plattform für Enterprise-Applications. NetApp möchte für seine Kunden DevOps- und Cloud-Strategien aneinander anpassen und den Weg zu stabilen Entwicklungs-Pipelines für die Software beschleunigen. Schließlich bietet der Speicherspezialist seinen Kunden den Aufbau stabiler AI- und ML-Plattformen an.

NetApp erweitert NVMe-Unterstützung

In diesen Kontext gehören auch einige Ankündigungen vom Frühjahr aus dem Hardware-Bereich, die Johannes Wagmüller, Director Solutions Engineering DACH, anlässlich der Ankündigungen für die hybride Cloud rekapitulierte. So sollen Schritt für Schritt alle Systeme mit REST-APIs ausgestattet werden. Vorgestellt wurde in diesem Zuge das All-Flash-Modell A320. Es besteht aus einem Chassis mit zwei Höheneinheiten und einem ebenso hohen NVMe-Shelf.

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