Auf seiner weltweiten Kongressmesse Insight präsentierte Netapp viel Neues. Wohl am Wichtigsten: eine neue Serie von ASA-Produkten. Dabei will der Hersteller mit Funktionen und kundenfreundlichen Konditionen punkten.
Die ASA-A-Serie von Netapp verspricht Geschwindigkeit beim Speichern und Latenzen unterhalb der Millisekunden-Schwelle.
Die jährliche Insight-Veranstaltung ist das Schaufenster, mit dem Netapp zeigt, was in den vergangenen zwölf Monaten fertig entwickelt wurde oder neu in der Pipeline steckt. Auch dieses Mal hat Netapp einiges an Neuigkeiten im Gepäck.
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Die wohl wichtigste Neuerung betrifft die ASA-Produktfamilie, die mit ASA A eine neue Serie erhält. Die All-Flash-Speicher sind für Block-Storage gedacht und füllen damit die Lücke im Netapp-Portfolio in diesem Bereich weiter auf.
Der Hersteller verspricht eine überlegene Leistung bei klassischen Anwendungen wie VMware, Oracle, SAP, SQL und EPIC-Anwendungen. So sollen bis zu 12 Millionen IOPS erreicht werden. Die Verzögerung soll konsistent unterhalb der Millisekunden-Schwelle liegen. Ganz im Kleingedruckten findet sich freilich der Hinweis, dass die versprochenen Fähigkeiten sich vollständig erst mit einer späteren Version des Betriebssystems Ontap werden realisieren lassen. Mit welcher, darüber schweigt der Hersteller.
Bei den Vergleichswerten wird Netapp konkret: Gegenüber der ASA A400 soll die neue ASA A70 um 109 Prozent schneller sein, die ASA A90 gegenüber der ASA A800 um 88 Prozent schneller, und verglichen mit der ASA A900, schafft die ASA A1K um die Hälfte mehr.
Für Anwender ist interessant, dass im Rahmen des Storage-Lifecycle-Programms alle drei Jahre ein neuer Controller geliefert wird. Der Netapp-Support kümmert sich um Software-Updates. Auch Kapazitäts-Refreshs sind im Rahmen des Programms erhältlich.
Netapp betont, dass die Systeme „jeder“ bereitstellen, verwalten und aktualisieren kann. Das tägliche Management wird mit integrierter intelligenter Software (AIOps) und durch VMware-Integration unterstützt. Dadurch können Administratoren ihre Aufgaben in wenigen Schritten ausführen.
Zu den Funktionen gehören Scale-Out-Clustering, der nahtlose Ausgleich zwischen Workloads und sechs Neunen (99,9999 %, entspricht weniger als einer Minute Ausfall pro Jahr). Auch für ASA A gilt Netapps Ransomware-Recovery-Garantie. Die Datensicherung kann auch anwendungsbezogen erfolgen.
Erhebliche Kapazitätsgewinne und Einsparungen
Netapp reklamiert einen um ein Viertel bis zur Hälfte geringeren Anschaffungspreis gegenüber den Vorläufermodellen und eine schnellere Amortisation. Der Stromverbrauch sei gering. Die Storage-Effizienz soll standardmäßig bei 4:1 liegen, sprich: 1 GByte Speicherdaten entspricht 4 GByte Rohdaten. Allerdings schränkt Netapp diese Garantie für SQL Server im SAN ein: Hier garantiert Netapp nur eine Rate von 1,5:1.
Außerdem verspricht Netapp, dass durch das Management der Daten mit Ontap die VMware-Lizenzkosten fallen sollen. Verglichen werden hier die Kosten für den VMware-vSAN-ready-Knoten unter Virtual Cloud Foundation (VCF) respektive VMware vSphere Foundation (VVF) und Netapp Ontap sowie für die Lizenzkosten mit vSAN in den Varianten VCF respektive VVF und Ontap. Dabei liegen eine VM-Kapazität von 352 TiB und eine vSAN-Kapazität von 358 TiB unter VCF sowie die gleiche VM-Kapazität und eine vSAN-Kapazität von 528 TiB unter VVF zugrunde. Die Ersparnisse sind jeweils erheblich (siehe Grafik).
Die Basisdaten der Modelle: ASA A70 ist als HV-Variante mit 68 TByte bis knapp 2,7 PByte Rohkapazität bei bis zu 9 PByte effektiver, also mit Kompressions- und Deduplizierungsmechanismen gemessener Kapazität. In der Cluster-Variante beträgt die Maximalkapazität bei 12 Knoten bis zu 16 PByte roh und bis zu 54 PByte effektiv. Die nächstgrößere Maschine, ASA A90, hat die gleichen Kennziffern mit Ausnahme der Startkapazität, die hier bei 91 TByte liegt. Die dritte Gerätevariante ASA A1K gleicht der ASA A90, nur dass hier zwei 2U-Basischassis und ein 2U hohes Drive-Shelf geliefert werden.
Auch die FAS-Serie erhält zwei neue Mitglieder: FAS70 und FAS90. Diese auf geringe Lebenszykluskosten optimierten Systeme können Tiering, besitzen Backup-Mechanismen und sichern Daten auch durch ein Air-Gap. Sie eignen sich besonders für hybride Umgebungen. Netapp sieht sie im Bereich kritischer Datensicherungen, Tiering-Umgebungen und als Cyber Vault.
Stand: 08.12.2025
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Die Kennzahlen: FAS70 und FAS90 kommen mit 96 TByte Minimalkapazität und skalieren bis 14,7 PByte. Beide Geräte haben zwei 2U-Basisgeräte und ein 2U-Drive-Shelf. Verglichen mit dem Vorgängermodell FAS9500, ist die FASS90 laut Netapp 35 Prozent schneller und verbraucht ein Drittel mehr Platz. Gegenüber dem Vergleichssystem FAS8300 beschleunigt FAS70 um 85 Prozent und bietet um 45 Prozent mehr IO-Flexibilität, wobei nicht ganz klar ist, was Netapp damit eigentlich meint.
Neue Resilienz- und Cloud-Funktionen
Im Bereich Cyber-Resilienz konnte Netapp die breite Verfügbarkeit seiner bereits länger angekündigten AI-unterfütterten Autonomous Ransomware Protection verkünden. Zur Erinnerung: Das System erkennt mit mehr als 99 Prozent Sicherheit unerlaubte Dateiverschlüsselungen und erzeugt dann in Echtzeit unveränderliche Snapshots der Daten.
Im Bereich der Cloud-Software verweist Netapp im Zusammenhang mit Azure auf ANF Cool Access, eine verbesserte Kostenoptimierungsfunktion für Unternehmen. Kalte Datenblocks werden automatisch in kostengünstige Azure-Blobs übertragen und bei Bedarf sofort zurückgeholt – wobei die Egress-Kosten mit keinem Wort erwähnt werden. Weiter ist jetzt die zonenübergreifende Replikation generell verfügbar, sofern die Replikationszone in derselben Region angesiedelt ist und sich dort eine Azure-Netapp-Files-Präsenz befindet.
In der Google-Cloud gibt es nun Cloud Netapp Volumes in allen 40 Regionen. Minimale Volumegröße ist 1 GiB, Storage-Pools müssen mindestens 1 TiB groß sein. Kunden können nun ihre eigenen Schlüssel managen. Im Premium- und Extreme-Service sind jetzt Kapazitäten bis 1 PiB und 12,5 GiB/s Durchsatz möglich. Außerdem gibt es Auto-Tiering auf billigere Storage-Klassen.
Außerdem soll im vierten Quartal das „Netapp GenAI Toolkit for Google Cloud“ kommen. Dazu gehören Netapp-Binärdateien für Chatbot, Connectivity, Datenbank und Retriever, ein Terraform-Provider für die automatische Bereitstellung und eine Referenzarchitektur.
Netapps eigenen Dienst Cloud Volumes Ontap gibt es jetzt mit Cyber-Resilienz und Datenschutz im Preis inbegriffen. Das betrifft den autonomen Schutz vor Ransomware, WORM-Funktionen und die Snapshot-Software SnapCenter.
Verbesserungen bei BlueXP
BlueXP, Netapps Managementsystem für die gesamte Dateninfrastruktur, erhält verbesserte Sicherheitsfunktionen: Der BlueXP-Ransomwareschutz wird um eine Funktion erweitert, die die Datensensitivität einschützt. Das geschieht durch Integration mit der BlueXP-Klassifikationsfunktion. Außerdem werden Administratoren jetzt bei anomalen Anwenderaktivitäten benachrichtigt. Dabei werden die Aktivitäten mit den beeinträchtigten Workloads korreliert. Beide Funktionen sollen bis Ende des Jahres verfügbar sein.
Weiter integriert sich BlueXP ab sofort mit dem SIEM der Splunk Cloud Platform. Warnungen werden direkt in das Sicherheitsökosystem des Unternehmens transferiert, was schnellere Reaktionen ermöglicht. Diese Funktion gibt es ab sofort.
Noch im Oktober ist die zentrale Konsole BlueXP IAM verfügbar. Sie liefert eine Ressourcenhierarchie, ist mandantenfähig und bietet eine grafische Managementkonsole, in der die Organisation, ihre Mitglieder und die Ressourcen vereinheitlicht dargestellt werden.
Die Automatisierungsfunktionen wurden ausgebaut, etwa für den automatischen Ontap-Update. So erkennt das System jetzt Schwachstellen und Update-Notwendigkeiten, schlägt Zielversionen vor, prüft automatisch die Kompatibilität und führt das Update dann automatisch durch. Das gesamte Storage Grid lässt sich über BlueXP verwalten – einschließlich der Überwachung von Kapazität, Leistung und Benachrichtigungen. Die Migration von VMware auf die AWS-Cloud wird durch spezielle Funktionen unterstützt.
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Nvidia-Kooperation wird enger
Schließlich wies Netapp noch nachdrücklich auf Neuerungen aus dem Bereich AI hin. So läuft derzeit die DGX-Superpod-Zertifizierung durch Nvidia für die AFF A90. Der AIPod für Nvidia OVX ist jetzt breit verfügbar. Er besteht aus Lenovo-Servern, Netapp-Storage und L40S-GPUs samt Nvidia AI Enterprise. Für den SuperPod bietet Netapp ab November 2024 Beratungs-, Bereitstellungs- und Implementierungsdienstleistungen an. Der Nvidia SuperPOD mit dem BeeGFS-Filesystem ist jetzt auch auf der Netapp-E-Serie verfügbar.
FlexPod AI ist jetzt auch mit RAG (Retrieval Augmented Generation) erhältlich. Dafür gibt es Referenzarchitekturen. FlexPod AI wird besonders im Zusammenhang mit einem Cisco-Netz empfohlen.
Die Integration zwischen Netapp und Nvidias NeMo-Retriever schreitet fort. Kunden können jetzt eigene Datensammlungen kuratieren, um sie in Nvidias NeMo-Retriever einzuspeisen. Die NeMo-Funktionen sollen auch in die Konstellation Nvidia OVX auf Netapp AIPod und Lenovo-Hardware eingebaut werden. Dabei stehen Sicherheit und Compliance im Vordergrund. Eine Vorschau gibt es noch in diesem Jahr.
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Technologische Grundlagen: Was ist NVMe-Flash?
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