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Seagate Objektspeicher-Software CORTX und HCI-Appliance Lyve Drive Objektspeicher für große Datenmengen

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Seagate hat auf seiner Kundenkonferenz Datasphere 2020 eine HCI-Speicher-Infrastruktur mit 16- und 20-TB-HAMR-Festplatten vorgestellt, die von der neuen quelloffenen Objektspeicher-Software CORTX gesteuert wird. Damit kann eine einzelne Einheit der HCI-Appliance Lyve Drive Rack in der von Seagate vorgestellten Demoversion 20-TB-HAMR-Laufwerke mit einer Kapazität von bis zu 2,1 PB aufnehmen. Diese Einzeleinheiten können wiederum zu einem Rack mit einer Gesamtkapazität von bis zu 8,4 PB kombiniert werden.

Für eine valide Wettervorhersage müssen im ersten Schritt Messdaten erfasst und gespeichert werden – nur eine Einsatzmöglichkeit der neuen Seagate-Software CORTX für hohe Datenvolumina und raschen Datendurchsatz.
Für eine valide Wettervorhersage müssen im ersten Schritt Messdaten erfasst und gespeichert werden – nur eine Einsatzmöglichkeit der neuen Seagate-Software CORTX für hohe Datenvolumina und raschen Datendurchsatz.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die zentrale Neuheit der von Seagate auf der Kundenkonferenz Datasphere 2020 vorgestellten HCI-Speicher-Infrastruktur ist die Hardware-unabhängige Open-Source-Objektspeicher-Software CORTX. Seagate liefert dazu eine komplette Referenzarchitektur und hat eine Entwickler-Community gegründet. Die Software soll Entwicklern und Partnern Zugang zu Datenspeicherarchitekturen bieten, die für hohe Speicherkapazität optimiert wurden.

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CORTX eignet sich demnach etwa für KI, maschinelles Lernen, Hybrid Cloud, Edge Computing, High-Performance Computing und vieles mehr. Also für alles, bei dem erstens hohe Datenvolumina anfallen und zweitens ein rascher Datendurchsatz gefordert ist, beispielsweise in wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, in autonomen Fahrzeugen und bei der Erstellung von Vorhersagen, etwa bei der Vorhersage von Wetter und Klimaphänomenen.

CORTX kann ab sofort auf GitHub heruntergeladen und weiterentwickelt werden. „Seagate stellt eine offene Plattform mit sämtlichen Funktionen und Roadmaps – von der Community für die Community – bereit“, sagt Jeff McAffer, Senior Director of Product bei GitHub.

Für CORTX hat Seagate schlagkräftige Unterstützung durch Intel bekommen. „Intel plant eine Zusammenarbeit mit der CORTX-Community, um die bestehende Open-Source-Technologie mit unseren entsprechenden Plattformfunktionen zu verbinden und zu optimieren“, ließ Bryan Jorgensen, Vice President der Data Platforms Group von Intel, verlauten. „Dazu gehören der persistente Speicher von Intel Optane, die Beschleuniger von Intel QuickAssist und das DAOS-Dateisystem.“ Intel arbeite mit Seagate daran, diese technischen Innovationen in das Referenzdesign Lyve Drive Rack zu integrieren. „Open-Source-Innovationen sind im Bereich Hochleistungsspeicher unerlässlich, um in Zukunft die Leistung von Cloud, HPC, KI und Kommunikationsnetzwerken zu verbessern“, so Jorgensen.

Lyve Drive Rack

Die CORTX-Software steuert die neue HCI-Appliance Lyve Drive Rack. Diese sei laut Hersteller eine offene und flexibel konvergente Speicherinfrastruktur, die Nutzern eine gebrauchsfertige Referenzarchitektur bereitstelle, mit der sie CORTX nutzen und ihre eigene, für hohe Speicherkapazität optimierte Private Cloud erstellen könnten. Die Lösung solle Hyperscale-Speicherarchitekturen allgemein zugänglich machen. Außerdem biete sie eine kostengünstige und schnelle Bereitstellung des Objektspeichers und liefere wertvolle Erkenntnisse durch umfassend skalierbare Kennzeichnung großer Datenmengen.

Die Kapazität des Racks startet bei 1,34 Petabyte. Ausgestattet mit 20 Terabyte großen HAMR-Festplatten (HAMR: Heat Assisted Magnetic Recording) veranschaulicht es den schnellen gemeinsamen Einsatz von CORTX. Die HAMR-Mach2-Festplatten bieten eine doppelt so große Performance. Die Roadmap für die Produktentwicklung sieht bis 2026 eine Kapazität von 50 TB vor. Ziel ist es laut Seagate, den durchschnittlichen TCO pro Petabyte um 32 Prozent zu senken. In diesem DataOps-Rahmen soll die CORTX-Software einen intelligenten, skalierbaren Beitrag leisten.

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Lyve Drive Rack soll sich besonders für Hyperscale-Anwendungen und die Rechenzentren größerer Unternehmen eignen. Diese sollten nicht nur der ständig steigenden Datenflut Herr werden, die jährlich um circa 42,2 Prozent ansteige, wie CEO Dave Mosley sagte, sondern sie sollten zugleich ihre Speicherkosten senken können. Die Auslieferung von Lyve Drive Rack und den 20-TB-HAMR-Festplatten werde voraussichtlich im Dezember starten. Die Distribution erfolge ausschließlich über Partner.

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