Datacore-Studie

Storage-Technologien im Fokus

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Tina Billo

Für seine siebte Anwenderstudie mit dem Titel "The State of Software-Defined, Hyperconverged and Cloud Storage" befragte Datacore weltweit Kunden.
Für seine siebte Anwenderstudie mit dem Titel "The State of Software-Defined, Hyperconverged and Cloud Storage" befragte Datacore weltweit Kunden. (Bild: gemeinfrei - Gerd Altmann / Pixabay / CC0)

In seiner nunmehr zum siebten Mal in Folge durchgeführten jährlichen Kundenbefragung untersuchte Datacore den aktuellen Stand der Dinge rund um softwaredefinierten und hyperkonvergenten Speicher sowie Cloud-Storage. Fazit: Die Technologien setzen sich langsam durch, auch wenn noch viele ohne sie auskommen.

Zu den Schwerpunkten der diesjährigen Umfrage des Speicherspezialisten Datacore zählte, mehr über die Verbreitung, Nutzung und Einschätzung der Storage-Technologien zu erfahren. Die Ergebnisse beruhen auf den Antworten von 400 der rund 10.000 Kunden des Herstellers. Obwohl nach Angaben von Stefan von Dreusche, Vice President Sales Central Europe, rund 55 Prozent davon in Europa beheimatet sind, stammen nur 15 Prozent der Umfrageteilnehmer aus dieser Region. Zu 83,25 Prozent beantworteten nordamerikanische Unternehmen die Fragen. Da Europa den USA in vielen Technologiebereichen eher hinterherhinkt, ist zu vermuten, dass die Zahlen für die Marktdurchdringung für ein rein europäisches Sample eher etwas geringer ausfallen dürften.

Hinsichtlich der Branchen der Umfrageteilnehmer sind die innovationsstarken IT-Dienstleister mit 20 Prozent leicht überrepräsentiert. Vertreten sind weiter Kunden aus dem öffentlichen Sektor, dem Gesundheitswesen, der Finanzdienstleistungsbranche und der Fertigungsindustrie (zwischen elf und 14 Prozent) sowie aus Bildungseinrichtungen (neun Prozent).

In punkto Unternehmensgrößen dominieren etwas größere Mittelständler (Umsatz zwischen zehn und 100 Millionen Dollar, Anteil: 33 Prozent). Kleinere Firmen nahmen zu 26 Prozent teil. Mehr als eine Milliarde Umsatz spielen 24 Prozent der Befragten ein.

Auf welche Storage-Technologien wird gesetzt?

Gemäß den Studienergebnissen haben sich die drei untersuchten Technologien immerhin als so stabil und ausgereift erwiesen, dass 37 Prozent der Befragten inzwischen auf SDS standardisieren, 29 Prozent auf All-Flash-Arrays (AFA) und ein gutes Fünftel (HCI) auf eine hyperkonvergente Infrastruktur (HCI). Unter 20 Prozent landen Hybrid und Public Cloud sowie Container (zehn Prozent).

Neue Technologien setzen sich durch – so standardisieren 37 Prozent der Befragten auf Software-defined Storage.
Neue Technologien setzen sich durch – so standardisieren 37 Prozent der Befragten auf Software-defined Storage. (Bild: Datacore)

Bei der Frage, welche Technologien in Betracht gezogen beziehungsweise vom Management nicht erwogen werden, zeigt sich, dass für 42 Prozent weder die Public Cloud noch Container in Frage kommen. Weitere 32 Prozent wollen laut Studie nichts von der hybriden Cloud wissen. Die Zahlen hinsichtlich der Cloud-Abstinenz erstaunen etwas, allerdings war die Frage nur auf das Segment Storage bezogen.

Welche Speichertechnologie für was?

Die Anwender setzen die drei Fokus-Technologien vor allem wie folgt ein: Software-Defined Storage für Datenbanken, zur Konsolidierung von Primärpeicher und SANs sowie für VDI-Infrastrukturen (jeweils 45 Prozent und mehr). Hyperkonvergenter Storage, der von etwa der Hälfte der Befragten verwendet wird, dient vor allem dazu, Rechenzentren zu konsolidieren, als Basis für Datenbanken und für VDI (jeweils 42 Prozent und mehr).

Public Cloud-Storage nutzen die Anwender zur Unterstützung Cloud-basierter Applikationen wie Salesforce. Bei Hybrid Cloud Storage sind derzeit die wichtigsten Einsatzzwecke Archivierung, Backup und Restore sowie Disaster Recovery (jeweils 33 Prozent und mehr).

Welche Faktoren bestimmen die Auswahl von Speichertechnologien?

Zu den im Rahmen der Studie gestellten wiederkehrenden Fragen gehört, welche Faktoren für die Auswahl der Speichertechnologie ausschlaggebend sind. Als die drei wichtigsten Treiber für die Implementierung von SDS wurden Automatisierung, ein einfacheres Management und die Verlängerung der Lebensdauer bestehender Speicherressourcen angeführt (jeweils mehr als 55 Prozent). Bei HCI war das mit weitestem Abstand wichtigste Motiv der Wunsch nach mehr Leistung (rund 60 Prozent), gefolgt von Automatisierung, einfacherem Management, Zukunftssicherheit und Kostensenkung.

Die Implementierung der verschiedenen Storage-Technologien beruht auf unterschiedlichen Gründen. Die wichtigsten Treiber im Vergleich.
Die Implementierung der verschiedenen Storage-Technologien beruht auf unterschiedlichen Gründen. Die wichtigsten Treiber im Vergleich. (Bild: Datacore)

Für Public Cloud Storage sprechen laut den Befragungsergebnissen vor allem Punkte wie Business Continuity (rund 50 Prozent), die Unterstützung digitaler Transformationsinitiativen und geringere Hardwarekosten. Bei hybridem Cloud-Speicher dominierte ebenfalls Business Continuity, gefolgt von Zukunftsfähigkeit und Transformationsunterstützung.

Und was spricht gegen ihre Implementierung?

Interessant ist auch, warum sich die Befragten Unternehmen gegen die einzelnen Technologien entscheiden. Bei SDS stört die Anwender das separate Management und die fehlende Leistung, zudem empfinden sie die Preise als zu hoch (jeweils 30 Prozent und mehr Nennungen). Bei HCI bilden die ungewollte Herstellerbindung, ein unsanfter Bruch mit der noch bestehenden Siloarchitektur und das Fehlen einer unabhängigen Skalierungsmöglichkeit für Server, Netzwerk und Storage (jeweils zwischen 38 und 40 Prozent) die wichtigsten Gründe für ein Opt-out. Und Cloud-Technologien scheiden vorwiegend aus, weil man ihrer Sicherheit nicht traut (61 Prozent), weil Regulierungsvorschriften sie ausschließen (59 Prozent) oder weil sie nicht ausreichend leistungsfähig sind (44 Prozent).

Was sind die größten technischen Enttäuschungen?

Gefragt wurde aber auch danach, welche Enttäuschungen und Reinfälle Anwender bereits mit ihrer Storage-Infrastruktur erlebt haben. Hier zeigte sich: Nach wie vor steht das Lock-In ganz oben auf der Liste, also die unfreiwillige, feste Bindung an einen Hersteller, nur weil man sich einmal für einige seiner Produkte entschieden hat. 42 Prozent der Anwender beklagten in der Umfrage eine solche Situation.

Viele Anwender erleben auch heute noch, dass eine Kaufentscheidung sie ungewollt an einen Hersteller bindet.
Viele Anwender erleben auch heute noch, dass eine Kaufentscheidung sie ungewollt an einen Hersteller bindet. (Bild: Datacore)

37 Prozent stellten nach der Implementierung einer Cloud-Lösung fest, dass sich die erhofften Kostensenkungen mitnichten einstellten. Auch das Management von Objektspeichern, oft als einfach und anwenderfreundlich gepriesen, erwies sich für 30 Prozent der Befragten als Stolperfalle. Und schließlich konnte Flash bei 18 Prozent keineswegs die erhofften Beschleunigungseffekte erzielen – in Anbetracht der immer noch hohen Kosten von derzeit rund 1.000 Dollar pro Terabyte sicher eine herbe Erkenntnis.

In was wird investiert?

Gefragt hat Datacore schließlich, in welche Technologien mehr als 25 Prozent des Storage-Budgets 2018 fließen werden. Hier liegt Flash mit 23 Prozent vorn, dicht gefolgt von SDS (22 Prozent), Sekundärspeicher, Backup, Archiv (20 Prozent), hyperkonvergentem Storage (19 Prozent), Public Cloud Storage (16 Prozent) und hybridem Cloud-Storage (14 Prozent).

NVMe/NVMeOF landete mit gerade einmal acht Prozent auf dem letzten Rang. Letzteres wundert nicht, nutzen doch 48 Prozent der Befragten diese Technologien noch gar nicht und 22 Prozent diese für weniger als zehn Prozent ihres Storage-Volumens.

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45592574 / Branchen/Mittelstand/Enterprise)