Kostenlose Tools erleichtern die Arbeit und Verwaltung

Virtuelle Disks (VHDs) in der Praxis: Tools und Möglichkeiten, Teil 2

06.09.2010 | Redakteur: Ulrich Roderer

„diskpart“ verwaltet virtuelle Festplatten unter Windows.
„diskpart“ verwaltet virtuelle Festplatten unter Windows.

Im ersten Teil unseres Artikels zu den virtuellen Festplatten haben wir die Grundlagen der VHD-Dateien vorgestellt und erläutert. In diesem zweiten Bericht zeigen wir nun einige Möglichkeiten und Hilfsprogramme, mit deren Hilfe sich diese Datei-Container bearbeiten und einsetzen lassen.

Bevor wir jedoch mit der eigentlich Arbeit an und mit den VHD-Dateien beginnen, ist es zunächst einmal notwendig, noch ein paar Einschränkungen zu erläutern, denen diese virtuellen Festplatten auf den Windows-Systemen grundsätzlich unterliegen:

Das sogenannten „Mounten“ (Anbinden der virtuellen Festplatten an ein Dateisystem) kann nur auf Volumen ausgeführt werden, die mit einem NTFS-Dateisystem ausgestattet sind. Es ist allerdings möglich, eine reine VHD-Datei als Container auf einem Laufwerk mit FAT/FAT32 abzuspeichern, solange diese Datei nicht die dort höchst zulässige Dateigröße von 4 GByte bei FAT32 überschreitet.

Kommt eine Kette des als „differencing“ VHD bezeichneten Typs zum Einsatz, so muss sich jede VHD-Datei innerhalb der verlinkten Kette auf einem NTFS-Volumen befinden, damit diese Art der Verbindung funktionieren kann.

Auf dem Windows Server 2008 R2 ist es nicht mehr möglich, eine VHD-Datei innerhalb eines komprimierten Ordners anzubinden. Das wird besonders die Administratoren verwundern, die den Hyper-V bereits unter Windows Server 2008 eingesetzt haben, denn in der Server-Version war dieses Mounten noch möglich. Microsoft gibt das enge Limit für die Dateigröße bei komprimierten Dateien als Grund für die Änderung in der R2-Version des Servers an.

VHD-Dateien der Typen „dynamisch“ oder „differencing“ können auf einem NTFS-Dateisystem die Größe von 2040 GByte nicht überschreiten, was auf den Aufbau der Block Allocation Table zurückzuführen ist.

Trotz dieser Einschränkungen besteht sicher kaum ein Zweifel daran, dass die VHD-Dateien auch in Zukunft weiter zum Einsatz kommen werden. So ist es dann auch für die meisten Systemadministratoren klar, dass sie mit diesem Dateiformat so verfahren, wie sie es in ihrer langen Praxis eigentlich immer bei neuen oder veränderten Dateiformaten tun: Sie schauen sich nach Diagnosewerkzeugen und Konfigurations-Tools um, mit deren Hilfe sie dieses Dateiformat bearbeiten und auch betreuen können. Unter den Betriebssystemversionen Windows 7 Enterprise, Windows 7 Ultimate und Windows Server 2008 R2 heißt eines dieses Werkzeug „diskpart.exe“.

VHDs auch an der Kommandozeile im Griff

Dieses Kommandozeilen-Programm stellt dem Anwender die Möglichkeiten zu Verfügung, die auf älteren Windows- und den Linux-Systemen mit der Anwendung „fdisk“ angeboten wurden. Allerdings hat Microsoft die Fähigkeiten des Werkzeugs deutlich erweitert, so dass auch ein Arbeiten mit den virtuellen Festplatten problemlos möglich wird. So bietet das Programm nun auch Optionen an, um VHD-Dateien direkt neu anzulegen oder bereits existierende virtuelle Festplatten in diesem Format zu untersuchen.

Zudem ist es mit Hilfe des Tools möglich, auch diesen „imaginären“ Festplatten einen Laufwerksbuchstaben zuzuweisen, damit die Anwender auf diese Medien wie auf normale Festplatten zugreifen können.

Als Beispiel wollen wir hier zeigen, wie einfach direkt im Dateisystem eine neue VHD-Datei angelegt werden kann. Der grundsätzliche Aufruf unter diskpart besitzt die folgende Form:

create vdisk file=<Dateiname> maximum=<Größe in <a href="/glossar/MByte/articles/184244/" id="glossar" title="Definition: MByte">MByte</a>>

Dazu muss aber zunächst einmal das Programm diskpart aufgerufen werden, das dann selbst einen entsprechenden Kommando-Prompt anbietet. Ein Beispiel aus der Praxis würde dann so aussehen:

create vdisk file=“T:\tmp\VHDs\Testplatte.vhd“ maximum=200

Diese Kommando legt dann sofort eine 200 MByte große Datei in dem angegebenen Verzeichnis ab, die als VHD-Datei strukturiert ist. Das Windows-Betriebssystem wird zu diesem Zeitpunkt dann auch automatisch den virtuellen Hostbus-Adapter (HBA) mitsamt dem entsprechenden Treiber für dieses „Gerät“ installieren.

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