Definition

Was ist eine Festplatte/Hard Disk Drive (HDD)?

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

Die Festplatte ist ein Speichermedium, das mit einer bis acht motorgetriebenen Magnetscheiben Speicherkapazitäten zwischen anfangs 5 Megabyte bis heute 12 Terabyte Daten speichern kann.
Die Festplatte ist ein Speichermedium, das mit einer bis acht motorgetriebenen Magnetscheiben Speicherkapazitäten zwischen anfangs 5 Megabyte bis heute 12 Terabyte Daten speichern kann. (Bild: Hitachi)

Die engliche Bezeichnung für unsere sogenannte Festplatte lautet „Hard Disk Drive“ (HDD). Auch wenn der Begriff „Festplatte“ suggeriert, dass sie ein unbewegtes Speichermedium sei, so ist das Gegenteil der Fall. Manche Festplatten drehen sich mit bis zu 15.000 Umdrehungen pro Minute (U/min) , andere drehen sich nur mit 7.200 U/min und speichern bei Heliumbefüllung auf bis zu acht Scheiben (engl.: platters) bis zu 12 Terabyte Daten im PMR-Verfahren.

Die HDD respektive Festplatte ist das moderne Pendant zu eingemeißelten Texten in Steine, eingeritzten Hieroglyphen in Tontäfelchen oder beschriebenem Papyrus. Festplatten halten heutzutage per magnetischer Orientierung fest, was Menschen für wissenswert erachten.

Die Leistung der Festplattenindustrie – es gab vor dreißig Jahren über 100 Hersteller – ist nicht hoch genug einzuschätzen. Wer sich in Wikibooks die allererste Festplatte der Welt anschaut, der bekommt eine Ahnung, welche Ingenieursleistungen hier vollbracht worden sind.

Vor über 60 Jahren produzierte IBM diese erste Festplatte mit der Produktbezeichnung „RAMAC 350“. Sie bestand aus 50 Scheiben mit je 24 Zoll Durchmesser (60 Zentimetern), die 5 Megabyte Daten speichern konnten. Das Gerät wog 500 Kilogramm.

Die moderne Festplatte – technisch ausgereizt?

Am Prinzip der Festplatte hat sich über die Jahrzehnte hinweg nichts geändert. Sie dreht sich immer noch. Allerdings wurde sie auf Formaktoren von 2,5 und 3,5 Zoll, und die Anzahl der Anbieter ist auf drei geschrumpft. Wäre der Festplatte nicht die SSD in die Quere gekommen, dann würden wir wahrscheinlich immer noch Festplatten mit Formfaktoren wie 0,8, 1,0 und 1,8 Zoll auf dem Markt finden.

Für hochkapazitive Festplatten mit bis zu 12 Terabyte Datenspeicher muss man heute nur noch mit einem Gewicht von rund 500 Gramm rechnen. (Für die Kapazität wäre das Faktor 24.000 besser, für das Gewicht Faktor 1.000.)

Ist die Festplatte am Ende?

Wenn Geld keine Rolle spielte, dann lautete die Antwort auf diese Frage: ja. Bei SSDs werden wir vielleicht schon 2018 Produkte im 2,5-Zoll Formfaktor sehen, die 100 TB speichern und dann 1.000-mal mehr Zugriffe pro Minute (IOPS) als eine Festplatte abarbeiten können.

Sie brauchen weniger Strom, und wenn es gut geht, leben sie doppelt so lang. Fast alles, was die Festplatte kann, kann die SSD besser. Doch solange nur die Kosten verglichen werden, kostet das Gigabyte auf einer Festplatte um 0,5 Cent, bei der SSD sind es 40 Cent.

Auf dieser Kostenbasis werden jedes Jahr immerhin noch 250 Millionen Festplatten verkauft; allerdings stehen SSDs dieser Zahl mit etwa 150 Millionen Einheiten nur noch wenig nach.

Ist die Festplatte technologisch ausgereizt?

Nein. Gelänge es, die weichmagnetische Speicherschicht durch eine hartmagnetische zu ersetzen, könnten Hersteller 50 und mehr TB auf einer Festplatte unterbringen. Würde man den Formaktor wieder auf 5,25 oder gar 8 Zoll mit voller Bauhöhe anheben, wie es Google vor noch nicht allzu langer Zeit vorschlug, dann ließe sich die Speicherkapazität weiter erhöhen.

IBM hat gerade nachgewiesen, dass sich auf eine Tape-Cartridge (5,25-Zoll-Format) nach derzeitigem Stand der Technik 330 TB unterbringen lassen. Doch das ist zugegebenermaßen ein Vergleich von Äpfeln und Birnen, da hier Fläche, Flächendichte und Drehgeschwindigkeit sehr unterschiedlich ausfallen.

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