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SAN via IP Was ist IP-Storage?

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

IP-Storage ist der Oberbegriff für verschiedene Konzepte, Technologien und Protokolle, um das Internetprotokoll (IP) und IP-Netzwerke zur Realisierung eines Storage Area Networks (SANs) zu nutzen. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, für das SAN eine separate Netzinfrastruktur zu betreiben. Protokolle für einen IP-basierten Storage sind beispielsweise FCIP, iFCP oder iSCSI.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Hinter dem Begriff „IP-Storage“ verbirgt sich nicht eine einzelne Technologie, vielmehr steht IP-Storage für verschiedene Konzepte, Technologien und Protokolle, um ein Storage Area Network (SAN) über das Internetprotokoll (IP) und IP-Netzwerke zu realisieren. IP-Storage stellt eine Alternative zu einer kostspieligen separaten Fibre-Channel-Infrastruktur dar und ermöglicht es, ein einziges Netzwerk als Basis für diverse Anwendungen und das SAN zu nutzen.

In lokalen Netzwerken kommen IP-Netzwerke der Gigabit-Ethernet-Klasse zum Einsatz. Grundsätzlich lassen sich aber beliebige IP-Netze wie auch das Internet zur Verbindung der verschiedenen SAN-Komponenten nutzen. Typische Protokolle, die für IP-Storage zum Einsatz kommen, sind FCIP (Fibre Channel over IP), iFCP (Internet Fibre Channel Protocol) oder iSCSI (Internet Small Computer System Interface). Im Folgenden ein kurzer Überblick über diese IP-basierten Storage-Protokolle:

Das Storage-Protokoll FCIP

Fibre Channel over IP (FCIP) ist im RFC 3821 spezifiziert und überträgt Fibre-Channel-Daten über gesicherte TCP-Verbindungen. Das Protokoll arbeitet auf der Anwendungsebene des TCP/IP-Referenzmodells und stellt den Fibre-Channel-Komponenten transparente logische Verbindungen über ein IP-Netz zur Verfügung.

Das Storage-Protokoll iSCSI

Das Internet Small Computer System Interface (iSCSI) ermöglicht den Zugriff auf die SAN-Speicherressourcen über IP-Netze und verbindet SCSI mit der TCP/IP-Welt, um SCSI-Kommandos und -Informationen über ein IP-LAN oder IP-WAN zu versenden. Über eine iSCSI-Verbindung kommunizieren ein iSCSI-Initiator und ein iSCSI-Target miteinander.

Das Storage-Protokoll iFCP

Das Internet Fibre Channel Protocol (iFCP) stellt Gateway-Funktionen zwischen Fibre Channel und IP zur Verfügung. Es kann beispielsweise IP-Adressen in FC-Adressen übersetzen und abbilden. iFCP ist von der Internet Engineering Task Force (IETF) und ANSI entwickelt und im RFC 4172 beschrieben. Das Protokoll nutzt SCSI und stellt dem Protokoll TCP/IP- anstatt Fibre-Channel-Verbindungen als Verbindungsmedium zur Verfügung. Fibre-Channel-Datenpakete und die SCSI-Daten werden in TCP/IP enkapsuliert.

Vorteile eines IP-Storages

Die Realisierung eines IP-basierten SANs bietet einige Vorteile. Diese Vorteile sind beispielsweise:

  • höhere Flexibilität bei der Realisierung eines Storage Area Networks durch die Nutzung von IP-basierten Netzen,
  • keine separate Netzinfrastruktur für das SAN notwendig,
  • Reduktion der Kosten für das SAN,
  • Nutzung herkömmlicher Technologien und günstiger Hardware,
  • dank weltweiter Verfügbarkeit von IP-Verbindungen einfache und schnelle Realisierung eines SANs über große Entfernungen.

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