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Multiprotokoll-Storage-Systeme Was ist Unified Storage?

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber / Dr. Jürgen Ehneß

Unified Storage ist eine Speicherlösung, welche die unterschiedlichen Zugriffs- und Speicherarten von NAS- und SAN-Systemen auf einer einzigen Plattform vereint. Die Speicherlösung ermöglicht sowohl das block- als auch das dateibasierte Speichern von Daten und unterstützt verschiedene Protokolle wie Fibre Channel, iSCSI, CIFS, SMB oder NFS.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Unified Storage wird teilweise als „Network Unified Storage“, abgekürzt „NUS“, oder als „Multiprotokoll-Storage“ bezeichnet. Es handelt sich um eine Speicherlösung, die unterschiedliche Zugriffs- und Speicherarten, wie sie NAS- und SAN-Systeme bieten, auf einer einzigen konsolidierten Hardware-Plattform vereint. Sowohl datei- als auch blockbasiertes Speichern und Zugreifen auf die Daten wird unterstützt.

Die Multiprotokoll-Storage-Systeme sind mit Protokollen und Filesystemen wie Fibre Channel, iSCSI (Internet Small Computer System Interface), CIFS (Common Internet File System), SMB (Server Message Block) oder NFS (Network File System) kompatibel. Ein NUS bietet Unternehmen den Vorteil, dass nicht verschiedene Speicherlösungen für file- und blockbasiertes Speichern der Daten benötigt werden und sich die Kosten für den Betrieb des Storages reduzieren lassen.

Zahlreiche Anbieter von Speicherlösungen haben entsprechende Produkte in ihrem Portfolio. Oft handelt es sich um herstellerspezifische, proprietäre Lösungen. Sie kommen überwiegend im professionellen Umfeld zum Einsatz, werden aber teilweise auch für private Anwendungen genutzt. Einige der Lösungen basieren auf Windows- oder Linux-Storage-Server-Plattformen. Oftmals ist Unified Storage auf Basis einer NAS-Plattform realisiert, die um spezielle Funktionen des blockbasierten Datenzugriffs erweitert wurde.

Die wichtigsten Merkmale und Eigenschaften eines Unified Storages

Wichtiges und zentrales Merkmal eines Unified Storages ist, dass sowohl das datei- als auch das blockbasierte Speichern und Zugreifen auf Daten unterstützt wird. Hierfür ist es notwendig, dass die Systeme blockbasierte Protokolle und Zugriffsverfahren wie iSCSI und Fibre Channel und gleichzeitig die dateibasierten Protokolle und Filesysteme wie CIFS, NFS und SMB beherrschen. Dank dieser Eigenschaften lässt sich eine einzige Speicherplattform als Multi-User-Dateispeicher mit hierarchischen Verzeichnis- und Dateistrukturen verwenden und gleichzeitig für die blockweise Ein- und Ausgabe von Daten mit hohem Transaktionsaufkommen in einem SAN einsetzen.

Vor- und Nachteile eines Unified Storages

Gegenüber Einzellösungen für den datei- und den blockbasierten Zugriff auf Daten wie separaten NAS- und SAN-Systemen bietet ein Unified Storage zahlreiche Vorteile. Als Vorteile lassen sich aufführen:

  • kein separater Betrieb von Datei- und Blockspeicher notwendig – die Anzahl der Systeme reduziert sich,
  • Reduktion der Kosten für den Betrieb der Speicherlösung – weniger Platz- und Energiebedarf, geringerer Administrationsaufwand,
  • Unterstützung zahlreicher Protokolle und Filesysteme im Umfeld block- und dateibasierter Speicherlösungen.

Mögliche Nachteile dieser Art des Storages sind:

  • geringere Performance als dedizierte Einzelsysteme,
  • teilweise proprietäre Lösungen mit Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller,
  • weniger granulare Konfigurations- und Kontrollmöglichkeiten als bei block- oder dateibasierten Einzelsystemen,
  • keine eindeutige Trennung beziehungsweise Zuordnung der Hardware zur Unterscheidung von Datei- und Blockservices möglich.

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