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RAM-Krise Wie Firmen ihre Hardware bedarfsgerecht planen

Ein Gastbeitrag von Hartmut Husemann* 4 min Lesedauer

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KI-Rechenzentren binden enorme Kapazitäten, zugleich werden klassische Arbeitsspeicher immer knapper. Anhaltende Störungen in den Lieferketten machen die Verfügbarkeit von Speichern und Komponenten zu einer strategischen Herausforderung, für PC-Hersteller wie auch für Unternehmen. Hartmut Husemann von HP ist überzeugt: Hardware wird vom operativen Thema zur strategischen Stellschraube.

Als Folge der aktuellen Chip- und RAM-Krise wird Hardware vom operativen Thema zur strategischen Stellschraube.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Als Folge der aktuellen Chip- und RAM-Krise wird Hardware vom operativen Thema zur strategischen Stellschraube.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

IT-Abteilungen stehen unter Druck: Wenn Bildschirmfreigaben ruckeln, Entwicklerumgebungen stocken, ist das mitunter bereits eine Auswirkung der aktuellen Chip- und RAM-Krise. Denn in hybriden Arbeits-Set-ups stoßen Systeme an ihre Grenzen. Fakt ist: Viele Geräte erfüllen auf dem Papier die Mindestanforderungen des Einkaufs, liefern in der Praxis aber nicht die erwartete Leistung.

Entscheider in der IT sind daher gut beraten, einen Perspektivwechsel vorzunehmen: weg von pauschalen Hardware-Standards und hin zu datenbasierten Entscheidungen. Nur wer RAM-Auslastung, Storage-I/O und die spezifischen Applikationsanforderungen genau im Blick hat, kann Ressourcen in einem volatilen Marktumfeld präzise und effizient dimensionieren und Engpässe vermeiden.

Der Bedarf an High-Bandwidth-Memory (HBM) in KI-Rechenzentren bindet erhebliche Produktionskapazitäten bei denselben Herstellern, die auch Standard-RAM produzieren. Diese priorisieren verständlicherweise die margenstärkere Nachfrage aus Rechenzentren, was jedoch zu Lieferengpässen und steigenden Preisen für PCs und Smartphones führt.

Insbesondere die Nachfrage nach KI-PCs wächst, und viele Unternehmen rüsten aktuell ihre Geräte auf, um Mitarbeitende für den Einsatz von KI zu befähigen. Ein Beispiel: Allein im ersten Quartal 2026 machten KI-PCs bereits über 35 Prozent der PC-Auslieferungen von HP aus. Diese Geräte benötigen typischerweise 16 oder 32 GB RAM und somit das Doppelte bis Vierfache der früher üblichen 8 GB, um KI-Anwendungen und größere Modelle lokal effizient ausführen zu können. Durch die Lieferengpässe sind Unternehmen allerdings gezwungen, mehr zu investieren, länger zu warten oder Geräte mit geringerer Ausstattung zu akzeptieren. Wichtig ist es, die Investitionen gezielt auf den Bedarf an Geräten verteilen zu können und so die Folgen der Speicherkrise abfedern zu können.

Employee-Experience in der Speicherkrise

Die Leistungsfähigkeit von Geräten lässt sich heute präzise und anhand von realen Nutzungsdaten bewerten. Plattformen für Digital Employee-Experience (DEX) liefern IT-Teams Echtzeit-Telemetriedaten aus Geräten im gesamten Unternehmen. Diese Daten helfen zu verstehen, wie Hardware und Software tatsächlich performen.

Wenn Unternehmen die tatsächliche Performance ihrer Geräte verstehen, ermöglicht das:

  • effizienteres Hardware-Management,
  • gezieltere IT-Investitionen,
  • bessere Entscheidungsgrundlagen.

Der Vorteil: Investitionen werden gezielter, wenn sie auf Daten zu konkreten Geräten, Nutzern oder Rollen basieren. Das reduziert die Nachfrage nach knappen Komponenten und spart Kosten.

Gerade im Kontext von KI ist das entscheidend. Denn der Einsatz KI-gestützter Hardware muss nicht dem Zufall überlassen bleiben. So kann die Einführung von KI-Anwendungen kontrolliert, planbar und wirtschaftlich sinnvoll skaliert werden, anstatt flächendeckend und kostenintensiv aufzurüsten.

Kombiniert man nun die Nutzungsdaten mit Feedback der Mitarbeitenden, hilft das zugleich, die größten Reibungspunkte zu identifizieren, Probleme wie Hardware-Ausfälle frühzeitig zu erkennen, Ausfallzeiten zu reduzieren und damit die Produktivität zu schützen.

Wie misst man den Erfolg von Device-Lifecycle-Management?

Ein daten- und erlebnisorientierter Ansatz ermöglicht es, Produktivität zu sichern, Kosten zu optimieren und die Lebensdauer von Geräten gezielt zu steuern. Grundlage ist ein kontinuierlicher Verbesserungszyklus.

1. Produktivität schützen: Durch kontinuierliche Performance-Daten und den Einsatz von Predictive Analytics werden Probleme frühzeitig erkannt und häufig automatisch behoben. Das reduziert Ausfallzeiten und Supportanfragen.

2. Geräte bedarfsgerecht verteilen: Geräte werden auf Basis ihrer tatsächlichen Nutzung zugewiesen. Hochleistungsgeräte kommen gezielt dort zum Einsatz, wo sie für kritische Rollen benötigt werden. So lassen sich unnötigen Mehrkosten vermeiden.

3. Lebenszeit optimieren: Leistungsstandards werden klar definiert und an die tatsächliche Nutzung angepasst. Dadurch lassen sich Wartungskosten senken und die Lebensdauer der Geräte verlängern.

4. Wiederverkaufen oder weiterverwerten: Der optimale Zeitpunkt zum Austausch oder Weiterverkauf wird datenbasiert bestimmt. So lassen sich Restwerte maximieren und Budgets effizient einsetzen.

Kontinuierlicher Verbesserungszyklus

Die aktuelle Situation fordert einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Hardware. Der klassische, starre Lebenszyklus von Geräten wird zunehmend durch einen dynamischen Ansatz ersetzt: Geräte von der Stange haben ausgedient und werden nicht mehr allein nach Alter ausgetauscht, sondern basierend auf tatsächlicher Leistung, Nutzung und Bedarf.

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4 Schritte für IT-Abteilungen

  • 1. Probleme frühzeitig zu erkennen, durch kontinuierliche Performance-Daten und Predictive Analytics, um viele Störungen automatisch zu beheben und Supportanfragen zu verringern,
  • 2. Geräte richtig zuzuweisen, um unnötige Mehrkosten zu vermeiden,
  • 3. Leistungsstandards zu definieren, Systeme entsprechend anzupassen und dadurch Wartungskosten zu senken und die Lebensdauer der Geräte zu verlängern,
  • 4. den optimalen Zeitpunkt für Austausch oder Weiterverkauf datenbasiert zu bestimmen, wodurch Restwerte maximiert und Budgets freigesetzt werden.

Hartmut Husemann, Director Channel Germany bei HP.(Bild:  Ulf Büschleb / HP)
Hartmut Husemann, Director Channel Germany bei HP.
(Bild: Ulf Büschleb / HP)

Um das volle Potenzial von KI auszuschöpfen, brauchen Unternehmen Vertrauen in ihre tägliche Technologie. Wer Geräte auf Basis realer Nutzungsdaten steuert, bleibt auch in volatilen Märkten produktiv und kann KI-Infrastruktur gezielter und sicherer skalieren.

Mit datenbasierten Entscheidungen, flexiblen Erneuerungszyklen und gezielten Upgrades können Unternehmen besser auf Marktvolatilität reagieren und gleichzeitig Produktivität sowie Mitarbeiterzufriedenheit steigern.

* Der Autor: Hartmut Husemann, Director Channel Germany bei HP

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