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Umfassender Überblick

30 Alternativen zu VMware vSAN

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Noch viel mehr Alternativen

Über diese acht überzeugenden Alternativen hinaus hat Gartner noch weitere Lösungen untersucht, und zwar Cisco Hyperflex, Sangfor HCI, Maxta Hyperconvergence Software von der Huayun Data Group, SANsymphony von DataCore Software, Red Hat Hyperconverged Infrastructure (im Prinzip von IBM), Huawei FusionCube, Open-E JovianDSS sowie die Lenovo ThinkAgile VX Series. Diese Lösungen hätten teilweise ähnlich gut abschnitten wie die Vorhergenannten, hätten jedoch weniger Anwenderstimmen einsammeln können. Ihre Analyse sei dadurch nicht ganz valide.

Red Hat scheint einen Extra-Absatz wert: Neben der Hyperconverged Infrastructure könnte als vSAN-Alternative auch noch dessen OpenShift Data Foundation – vormals Red Hat OpenShift Container Storage – genannt werden. Entwickler können mit der Plattform Storage direkt von Red Hat OpenShift aus bereitstellen, ohne zu einer separaten Schnittstelle wechseln zu müssen. Und die bereits genannte Azure Stack HCI ist eine hyperkonvergente Lösung, die Windows- und Linux-VMs oder containerisierte Arbeitslasten hostet und dabei lokale System mit Azure verbindet.

Hochleistungsfähige Alternativen im KI-Umfeld

Mit QuantaStor gibt es eine Software-Defined-Storage-Plattform, die Gartner nicht auf dem Schirm hat: Durch die Unterstützung aller wichtigen Datei-, Block- und Objektprotokolle wie iSCSI/FC, NFS/SMB oder auch S3 können QuantaStor-Storage-Grids so konfiguriert werden, dass sie die Anforderungen komplexer Workflows über Standorte und Rechenzentren hinweg erfüllen.

Nicht untersucht wurde von Gartner auch das ESS Elastic Storage System von IBM, vermutlich weil es auf die Lagerung von Daten speziell für die künstliche Intelligenz (KI) ausgerichtet ist. Beim Training der dafür notwendigen Large Language Models (LLMs) fallen davon Unmengen an. Entsprechend können die ESS-3200-/ESS-5000-Knoten mit NVMe und IBM Spectrum Scale zu Yottabyte-Konfigurationen anwachsen.

IBM Spectrum Scale wird üblicherweise für die Verwaltung von Speichersystemen, gern auch Software-definiert, sowie von SAN-Fabrics und -Geräten, eingesetzt. Es kann Daten in einem Objektspeicher transparent in ein globales paralleles Dateisystem einbinden, um den hochleistungsfähigen Zugriff auf die Nvidia-AI-Analyse zu ermöglichen. Zusammen mit dem 2U-NVMe-Baustein ESS 3000 liefert Spectrum Scale einen Durchsatz von bis zu 40 GB/s bei linearer Skalierbarkeit, wenn weitere ESS 3000-Knoten an einen DGX-Cluster angeschlossen werden.

Mit dem bereits eingangs genannten VersaStack hat IBM darüber hinaus eine direkte Alternative zu vSAN im Warenkorb – das ist eine konvergierte Infrastrukturlösung aus Netzwerk, Rechenleistung und Speicher. Die Lösung integriert eine Cisco-UCS-Infrastruktur zusammen mit IBM-Software-definierten Speicherlösungen und wird unterstützt durch Cisco Validated Designs und IBM Redbooks.

Weitere Optionen aus überraschenden Ecken

Speichervirtualisierungs-Softwares der Enterprise-Klasse, die die Verwaltung von Rechen- und Speicherressourcen über eine einzige Plattform ermöglichen, gibt es aber noch mehr; teilweise kommen sie aus überraschen Ecken. Etwa aus Sofia, Bulgarien: StorPool Storage hat Ende vergangenen Jahres v21 (= „Version 21“) seiner Primärspeicherplattform freigegeben. Sie hat als Hauptmerkmal Erasure Coding auf skalierbarem primären Blockspeicher integriert, das vor Laufwerkausfall und -beschädigungen schützen soll, ohne die Lese-/Schreibleistung zu beeinträchtigen. In Deutschland hat Storpool mit Siemens und der Deutschen Börse prominente Anwender.

Eine weitere überraschende Ecke wäre etwa Brandenburg. Dort ist das Start-up Simplyblock beheimatet, das sich mit seinem gleichnamigen Produkt vor allem an Service-Provider richtet. Die kostenlose Software kann unter anderem auf Bare Metal installiert werden und vertikal skalieren. Für Ausfallsicherheit sorgt auch hier Erasure Coding.

StoneFly mit Hauptsitz in Castro Valley, Kalifornien, bietet eine elastische IT-Infrastrukturlösung namens StoneFusion. Anwender können alle Server- und Speichersysteme in ihren Rechenzentren in einer Appliance oder einem SAN-Gateway konsolidieren und dabei zwischen Enterprise-iSCSI, Fibre-Channel-SAN, Scale-Out-NAS, S3-Objekt oder allen zusammen wählen. Sie könnten auch Backup, Replikation, Disaster Recovery, Skalierung von Block- und Dateispeicher in privaten und/oder öffentlichen Clouds konfigurieren.

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Virtuozzo mit Sitz in Schaffhausen, Schweiz, liefert ebenfalls eine Virtualisierungs- und Cloud-Management-Software, die alternativ zu vSAN eingesetzt werden kann. Die Plattform ermöglicht es Anbietern von Hosting-Diensten, Kunden eine heterogene Infrastrukturplattform, voll funktionsfähige DevOps-PaaS, Container-Hosting, eine Vielzahl von Paket-Clustern (wie Magento, WordPress, Kubernetes, replizierte SQL- und NoSQL-Datenbanken und so weiter) und automatisch skalierbare Elastic VPS anzubieten. Außerdem liefert sie Tools für die Verwaltung der Plattform, Support und ROI-Kontrolle. Virtuozzo leistet einen Beitrag zu Open-Source-Projekten wie KVM, Docker, OpenStack, OpenVZ, CRIU und dem Linux-Kernel.

Freie Lösungen, teils auf Open-Source-Basis

Apropos Open Source: Proxmox Virtual Environment ist eine auf Debian basierende Open-Source-Virtualisierungsplattform für Server. Sie kombiniert KVM- und Container-basierte Virtualisierung, ihre Umgebung basiert auf QEMU, einer weitere freie Virtualisierungs-Software, die allerdings nur die Hardware eines Computers emuliert.

Und damit stecken wir tief in der Open-Source-Szene: ESOS Enterprise Storage OS ist eine Linux-Distribution, die auf dem SCST-Projekt basiert und einen Server in ein Festplatten-Array verwandelt, das sich in das Storage Area Network (SAN) eines Unternehmens einreiht. Die gemeinsam nutzbaren Speichervolumes werden typischerweise auf Blockebene bereitgestellt.

NexentaStor ist eine OpenSolaris-Distribution („Illumos“) von Nexenta, einer Tochtergesellschaft der kalifornischen DataDirect Networks, die für Virtualisierung, SAN, NAS und iSCSI- oder Fibre-Channel-Anwendungen ausgelegt ist, die das ZFS-Dateisystem verwenden. Wie OpenSolaris ist NexentaStor im Prinzip ein Unix-ähnliches Betriebssystem. Die kostenlose Community Edition umfasst alle gängigen SAN-Funktionen des kostenpflichtigen Produkts. Bei Überschreitung einer Datenmenge von 18 sperrt das Betriebssystem aber die meisten davon. Die Software ist auf Speichersystemen von Anbietern wie Supermicro, Cisco oder auch Dell vorinstalliert.

Apropos Dell, nun die Zweite: Mit Dell EMC UnityVSA (Virtual Storage Appliance) lassen sich alle Funktionen der Dell-EMC-Unity-XT-Speicher-Arrays auf einem VMware-ESXi-Server abbilden, so dass Kunden eine Software-definierte Speicherlösung vor Ort implementieren können. Eine Community-Edition-Lizenz für eine Kapazität von bis zu 4 TB für Test-/Entwicklungsumgebungen kann kostenlos bezogen werden.

Wenn es um Open Source geht, muss natürlich auch das in Nürnberg beheimatete SUSE genannt werden. SUSE Enterprise Storage in Kombination mit dem Cloud-nativen Ceph sind vSAN-Alternativen für eine Vielzahl anspruchsvoller Workloads, darunter Archivierung und High-Performance Computing (HPC). Ceph ist für Arm- und x86-Architekturen verfügbar und kann auf den meisten verfügbaren Systemen eingesetzt werden.

An dieser Stelle wollen wir unseren Parforceritt durch die Speicherszene und damit unsere Jagd nach Alternativen zu vSAN von VMware einstellen. Es gäbe bestimmt noch die eine oder andere Lösung, die dafür eingesetzt werden könnte, die hier leider keine Erwähnung finden konnte. Sollten Sie als Leser und Anwender eine Plattform für besonders beachtenswert befinden, dann schreiben Sie uns das doch in der Kommentarfunktion. Storage-Insider und die anderen Leser sagen schon mal danke!

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