Dell Technologies Forum 2022 Dell wirbt für Apex und Disaster Recovery aus der Cloud

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Mit vielfältigen Themen rund um Cloud, „Apex“, Edge und Sicherheit wandte sich Dell an die Besucher seines „Technologies Forum 2022“. Die Stimmung war trotz Krise aufgeräumt – immerhin traf man sich zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder von Mensch zu Mensch.

Dell verkündete auf dem diesjährigen Technologies Forum in München die baldige Verfügbarkeit von „Project Alpine“ auch in Deutschland.
Dell verkündete auf dem diesjährigen Technologies Forum in München die baldige Verfügbarkeit von „Project Alpine“ auch in Deutschland.
(Bild: gemeinfrei sosinda / Pixabay)

Rund 630 Händler, Kunden und Partner von Dell Technologies kamen zum Dell Technologies Forum 2022 in die Münchner Eisbachstudios. Es war die erste derartige Präsenzveranstaltung für Dell nach zwei virtuellen Veranstaltungsjahren.

Motto war laut Dennis Scheutzel, Director Unstructured Data Solutions, und Doreen Müller, Regional Sales Manager Germany, die Reise der Daten von der Entstehung am Edge bis zur hoffentlich wertstiftenden Auswertung und anschließenden Speicherung. Fokussiert wurden mehrere Themen: vor allem Cybersecurity, hybrides Arbeiten, Multi-Cloud und im Zusammenhang damit das On-Demand-Erbringungsmodell Apex.

Uni Passau baut ein Green Bavarian Datacenter

Die Bayerische Staatsregierung war in Gestalt der Staatsministerin für Digitales, Judith Gerlach, präsent. Diese mahnte, auch in der gegenwärtigen Lage mit ihren heißen Problemen wie der Energiepreissteigerung oder dem Fachkräftemangel die Digitalisierung nicht aus den Augen zu verlieren. „Sonst sind wir in fünf bis zehn Jahren abgehängt.“

Außerdem hatte sie eine interessante Statistik zum Oktoberfest im Gepäck: 435 Terabyte Daten seien während des Volksfestes von oder nach dort verschickt worden. „Das geht nur dank 5G“, betont sie.

Die Energiefrage bewegt aber wohl auch die Digitalministerin: An der Universität Passau entsteht ein „Bavarian Green Datacenter“. Dort sollen alle Effizienztechnologien eingesetzt werden, die sinnvoll sind: eigene Stromerzeugung via PV, Energie-effiziente Kühlung und Abwärmenutzung für Urban Gardening. Nur durch solche Pilotprojekte könne man andere zum Nachahmen motivieren.

Anwender wollen plötzlich Strom sparen

Das scheint auch nötig. Denn wie im Gespräch mit Dell-Vertretern am Rand der Veranstaltung zu erfahren war, steht bei den Betreibern von Unternehmensrechenzentren mitnichten Energie-Einsparung an erster Stelle. „Wir liefern die Server heute mit Spareinstellungen als Vorgabe aus, aber wenn sie in Betrieb genommen werden, wird meist sofort die Leistung hochgefahren“, hieß es. Auch das durchaus mögliche Abschalten am Wochenende oder in den Betriebsferien praktiziere kaum jemand.

Michael Dell grüßt aus der Ferne und beschwört die Rolle der IT als universelles Problemlösungstool.
Michael Dell grüßt aus der Ferne und beschwört die Rolle der IT als universelles Problemlösungstool.
(Bild: Rüdiger)

Gewohnheiten, die sich im Zuge der Energieverteuerung nun wohl ändern werden. Michael Dümig, Senior Sales Manager bei Dell, berichtete auf Nachfrage, dass inzwischen viele gezielte Anfragen eingehen, ob und wie man mit Dell-Hardware Strom sparen könne. Das steht auch im Einklang mit einer jüngst publizierten IDC-Studie zum Datacenter-Markt (siehe: „Datacenter in Deutschland; Auslagerung und Nachhaltigkeit als Megatrends“.

Server gibt es auch mit Ausstattung für Wasserkühlung

Dümig berichtete im Lauf des Kongresses auch über innovative Kühlmöglichkeiten im Dell-Angebot, beispielsweise direkte Flüssigkühlung. Für sie bietet Dell speziell mit entsprechenden Schläuchen und Kühlkörpern mit Leckdetektion ausgerüstete Gerätemodelle an.

Hinsichtlich der Immersionskühlung ist Dümig vorläufig eher skeptisch. Es gebe „keinen Industriestandard, der sie nutzt“, und zudem sei sie teuer. Außerdem fehle die Vertrautheit mit der Technik.

Dell will Reuse- und Recycling-Freundliches designen

Während CEO Michael Dell nur via Video-Grußbotschaft präsent war, war EMEA-Chef Adrian McDonald persönlich anwesend. Doch anders als Politiker und NGOs, die für die längere Nutzbarkeit von Hardware streiten, betonte McDonald, dass „mit fünf bis neun Jahre alten Produkten“ wegen deren geringerer Energie-Effizienz kein Blumenstrauß zu gewinnen sei.

Gleichzeitig kündigte er an, dass Dell in Zukunft „für jedes gekaufte Produkt ein Produkt zurücknehmen“ werde. Außerdem will Dell seine Systeme stärker für Recycling und Reuse designen, also mit mehr Komponenten wie Stromversorgungen, die später in leistungsstärkere umgetauscht werden können. Bei Verpackungen setze man mehr denn je auf sogenanntes Ocean Plastic, also Recycling-Kunststoffe.

Sinnstiftende Arbeit gesucht

Auf eine weitere große Krise der IT-Branche ging Professor Yasmin Weiß, TH Nürnberg, ein. Junge IT-Spezialisten ließen sich nur gewinnen, wenn man ihre Mentalität kenne. Und diese sei primär sinngerichtet. 49 Prozent wollten mit ihrer Arbeit Probleme lösen, 34 Prozent sinnstiftende, weltverbessernde Aufgaben übernehmen. Und 38 Prozent widerstrebte es am entschiedensten, im Beruf gegen ihre eigenen Werte zu handeln.

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Gleichzeitig seien die jungen Fachkräfte durchaus bereit, in ihre eigene Fortbildung zu investieren. Weiß: „60 Prozent waren bereit, zwei Stunden Freizeit pro Woche der Weiterbildung zu widmen, wenn sie dafür pro Woche auch zwei Arbeitsstunden verwenden dürfen.“

Dell Workplace Experience für mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz

Deutschland-Geschäftsführer Tim van Wasen leitete mit Ergebnissen aus einer aktuellen Studie an 11.000 Dell-Mitarbeitern („Breakthrough-Studie“), darunter 400 aus Deutschland, zum Thema Workplace über: Danach sehen derzeit 60 Prozent keine Balance zwischen Privat- und Berufsleben.

Die „Harvard Business Review“ ermittelte, dass 82 Prozent ihre Zufriedenheit am Arbeitsplatz im Zusammenhang mit der technischen Workplace-Ausstattung sehen. Und laut Gallup würden 77 Prozent wegen mangelnder technischer Ausstattung die Firma wechseln.

Staatsministerin Gerlach mahnt, über allen Sorgen nicht die Digitalisierung zu vergessen.
Staatsministerin Gerlach mahnt, über allen Sorgen nicht die Digitalisierung zu vergessen.
(Bild: Rüdiger)

Für Kunden, die das befürchten, hat Dell ein neues Angebot im Gepäck, die so genannte Digital Employee Experience. Das Beratungs- und Umsetzungspaket zielt darauf, die Belegschaft der Kundenunternehmen in Personas, also Rollen für einzelne Gruppen, aufzuteilen, auf ihre Nutzungserfahrungen am Arbeitsplatz abzufragen und dann die technische Ausstattung und Arbeitsplatzabläufe so anzupassen, dass mehr Arbeitsplatzzufriedenheit entsteht. Dell selbst habe, so van Wasen, die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter so innerhalb von zwei Jahren von 58 auf 79 Prozent gesteigert.

Project Alpine Sämtliche Dell-Storage bei den Hyperscalern

In den USA schon live, soll „Project Alpine“ in einigen Monaten auch in Deutschland verfügbar sein. Das bedeutet, dass Dell seine sämtlichen Storage-Produkte dann auch als Software-Service aus der Cloud der Hyperscaler anbietet. Kunden können die in den Hyperscaler-Clouds befindlichen Produkte als Apex-Dienste oder einfachen Cloud-Service beziehen.

Apex ermöglicht vielfältige Formen des Multi-Cloud-Betriebs.
Apex ermöglicht vielfältige Formen des Multi-Cloud-Betriebs.
(Bild: Rüdiger/Dell)

Dell betonte immer wieder die Vielfalt der Apex-Modelle. Anwender können Private-, Hybrid- oder Multi-Cloud-Modelle unter eigenem Management oder gemanagt erwerben. Bei letzterem haben sie die Wahl zwischen Management durch Dell oder durch VMware.

Edge im Freiburger Stadion

Neue Edge-Server konnte Dell nicht präsentieren. Denn Intel ist noch damit beschäftigt, im Sommer entdeckte Sicherheitslücken auszubügeln. Deshalb verzögert sich die Marktfreigabe der entsprechenden Prozessoren um einige Monate. Geplant ist, die AI/ML-Integration weiter zu verbessern.

Immerhin habe Dell inzwischen 4.000 Kunden in 70 Ländern und 40 Branchen von seinem Edge-Angebot überzeugen können, berichtete Peter Dümig, Senior Sales Manager. Dabei werden häufig OEM-Partner eingespannt und kundenspezifische Lösungen gebaut.

Beispielsweise kam es beim SC Freiburg zu einem Totalausfall des Rechenzentrums aufgrund eines Wasseraustritts aus der Klima-Anlage, bei dem der Doppelboden voll lief. Daraufhin wurde das gesamte Stadion mit Sensoren und Edge-Gateways ausgerüstet. Ein zentrales Dashboard zeigt, ob alles normal ist oder irgendwelche besorgniserregenden Werte auftreten.

Cloud-DR-Lösung mit AWS und Azure

Dümig berichtete auch über aktuelle Entwicklungen bei „VxRail“, „der einzigen Hyperkonvergenzlösung, die für VMware entwickelt wurde“, so Dümig. Bis 2021 habe man 14.900 Kunden davon überzeugen können und stehe mittlerweile in der 15. Hardware-Generation. Noch mindestens fünf Jahre lang werde man die Lösungen vereinbarungsgemäß mit VMware weiterentwickeln.

Neu im Jahr 2022 bereits angekündigt oder noch vorgesehen sind All-NVMe-Cluster und ein verbessertes Lebenszyklus-Management. Mit dem aktuellen „vSAN“ brauchen VxRail-Systeme keine Cache-Disks mehr. „VCF“ (VMware Cloud Foundation) lässt sich inzwischen auch auf VxRail betreiben.

Doreen Müller, Regional Sales Manager bei Dell Technologies, beschreibt die Eigenschaften von Dells neuem Cloud-basierten Disaster-Recovery-Service.
Doreen Müller, Regional Sales Manager bei Dell Technologies, beschreibt die Eigenschaften von Dells neuem Cloud-basierten Disaster-Recovery-Service.
(Bild: Rüdiger)

Schließlich hatte Dell für die ständig steigenden Sicherheitsrisiken etwas Neues im Gepäck: Mit „Dell Power Protect Cyber Recovery“ hat der Hersteller nun auch einen Cloud-basierenden Disaster-Recovery-Service im Angebot. Der im August 2022 angekündigte Dienst wird bei AWS und Azure angeboten und ermöglicht einen Medienbruch zwischen Primär- und Sekundärlokation.

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