GreenLake-Konzept wird ausgedehnt HPE bietet Storage-as-a-Service mit neuer Geräteserie

Autor / Redakteur: lic.rer.publ. Ariane Rüdiger / Dr. Jürgen Ehneß

Hewlett Packard Enterprise hat 2019 angekündigt, sein gesamtes Portfolio as-a-Service für die On-Premises-Nutzung bereitzustellen. In diesem Bemühen geht es jetzt weiter voran – diesmal ist Storage dran. Gleichzeitig werden zwei Storage-Produktlinien konsolidiert.

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Der HPE-Anspruch: die Cloud dorthin zu bringen, wo die Daten sind.
Der HPE-Anspruch: die Cloud dorthin zu bringen, wo die Daten sind.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Hewlett Packard Enterprise machte sich, angetrieben durch das kometenhaft wachsende Cloud-Geschäft der Hyperscaler, mit dem GreenLake-Konzept auf in die Cloud-Services-Welt. Damals verkündete das Unternehmen, man wolle innerhalb weniger Jahre das gesamte Portfolio im Rahmen des GreenLake-Konzepts als einen Cloud-SaaS-ähnlichen Service oder als Managed Service bereitstellen. Dabei befindet sich die Infrastruktur des Kunden On-Premises, abgerechnet wird streng nach Verbrauch, und der Support kostet nur eine Flatrate.

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Nun geht HPE einen Schritt weiter auf diesem Weg. Diesmal ist die Storage dran. HPE kündigt ein Portfolio von vier Cloud-Datenservices, vier Cloud-Infrastrukturservices für den Storage-Bereich und die neue Geräteserie Alletra an.

Die Kombination aus Hardware, Daten- und Infrastrukturservice ist laut Tom Black, Leiter des Storage-Bereichs von HPE, die Frucht einjähriger Entwicklungsanstrengungen. Den ersten Schritt hätten umfangreiche Nutzerbefragungen gebildet.

Die Nutzer reden mit

Anwender hätten sich dabei zu 93 Prozent darüber beklagt, dass die hohe Komplexität der Storage-Infrastuktur die Innovation durch Digitalisierungskonzepte behindert habe. 95 Prozent der Firmen hätten eine bessere Ausnutzung ihrer Daten als Top-Priorität definiert. Und 94 Prozent wollten zwar bei der IT-Nutzung eine Cloud-Benutzererfahrung, die Infrastruktur aber solle am liebsten On-Premises stehen.

Mit diesen Anforderungen im Gepäck habe sich das Unternehmen aufgemacht, die nun vorgestellten Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. „Wir bringen die Cloud dahin, wo die Daten sind“, fasst Black zusammen.

Kernkomponente des neuen HPE-Portfolios für die Speicherung und Verwaltung von Daten ist die Data Services Cloud Console, eine Cloud-Schnittstelle, auf der HPE alle Aufgaben hinsichtlich der Speicherinfrastruktur möglichst einfach abgebildet hat.

Das fängt schon mit der Implementierung der Dateninfrastruktur an: Die Techniker vor Ort müssen das Storage-System lediglich verkabeln und einschalten. Die Software entdeckt die neue Hardware dann automatisch und schlägt sie dem vorhandenen Storage-Pool zu. Administratoren müssen sich nicht mehr mit der Definition von LUNs oder Datenblöcken oder mit der Aufteilung von Datenkonvoluten über unterschiedliche Hardware-Komponenten befassen. Das Ganze dauere, so HPE, lediglich Minuten.

Daten ohne Kosten zwischen On-Prem und Hyperscalern verschieben

Weiter bietet die Data Cloud Services Console automatisierte, an die individuelle Infrastruktur angepasste und unterbrechungsfreie Updates zur Verfügung.

Zu den Datenservices gehören auf die Notwendigkeiten der jeweiligen Applikationen zugeschnittene SLAs und Schutzmechanismen und ein optimierter, App-spezifischer Datenzugriff. Mit Hilfe von HPE Cloud Volumes können Daten zwischen On-Premises und den Clouds der drei großen Hyperscaler (Amazon Web Services/AWS, Microsoft Azure und die Google Cloud Platform/GCP) ohne Egress-Gebühren verschoben werden. Datensuchanfragen laufen automatisch überall da, wo Daten der betreffenden Applikation gespeichert werden.

Um Storage für eine Workload bereitzustellen, wählen Anwender lediglich aus einem Ausklappmenü, welche Applikation mit Storage versorgt werden soll, vergeben einen Namen, geben ein, wie viele Volumes benötigt werden und wie viel Storage jedes Volume umfassen soll. Schließlich nennen sie die Hosts, die auf die entsprechenden Volumes zugreifen dürfen. Die Software im Hintergrund evaluiert automatisch, wo das eingegebene Profil am besten hinpasst, richtet die entsprechenden Bereiche ein und stellt sie bereit. Anwender können aber, wenn sie mit der Auswahl des Systems unzufrieden sind, beispielsweise händisch ein anderes Array eingeben.

„Wir nutzen für die automatische Platzierung unser in vielen Jahren gesammeltes Wissen über das Workload-Verhalten“, betont Black. So ließen sich fehleranfällige manuelle Prozeduren weitestgehend ausschalten.

Die Services der Konsole stehen über das Internet überall zur Verfügung, auch auf mobilen Geräten. Erfasst wird die gesamte Storage-Infrastruktur, vom Edge bis zur Cloud. Das Ziel heißt laut Omer Asad, General Manager Primary Storage und HCI: „Es soll alles wie AWS aussehen.“

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Neue Primär-Storage-Systeme Alletra

Außerdem bringt HPE mit Alletra eine neue Serie von Primär-Storage-Systemen auf den Markt. „Mit HPE Alletra haben die Anwender über die Cloud-Konsole vom Edge bis zur Cloud das gleiche Nutzungserlebnis“, erklärt Asad.

HPE konsolidiert damit die Produktlinien Primera (hervorgegangen aus dem Aufkauf 3Par) und Nimble. HPE betont aber, die bisherigen Produktlinien würden auch längerfristig weiter unterstützt und auch weiterentwickelt. So migrieren beide Plattformen demnächst auf NVMe.

Die Alletra-Geräte kommen in zwei Varianten: HPE Alletra 9000 richtet sich an Anwendungen mit höchsten Verfügbarkeits- und Latenzanforderungen. Die Plattform unterstützt mehrere aktive Knoten, ist vollständig ausfallsicher und nutzt ausschließlich NVMe-Speicher. Sie leistet zwei Millionen IOPS und unterstützt auf vier Höheneinheiten bis zu 96 HANA-Knoten. HPE gibt als wichtigste Anwendungsfelder große Datenbanken und große Containerumgebungen sowie umfangreiche Konsolidierungen an.

HPE Alletra 6000 erfüllt mit sechs Neunen (99,9999 Prozent) ebenfalls sehr hohe Verfügbarkeitsanforderungen und erfüllt auch strikte SLAs etwa für die Datenwiederherstellung.

Schnelle Hilfe bei Problemen

Die AI-Mechanismen von Infosight erfassen und analysieren ständig Betriebsdaten aus den bei den HPE-Kunden implementierten Storage-Systemen und geben individualisierte Optimierungsempfehlungen. Viele Störfälle werden so proaktiv verhindert. Wer dennoch Support braucht, gerät sofort an bestens informierte Level-3-Fachleute. Sie kennen Details zur aktuellen Umgebung zu Anfang des Kundenkontakts bereits aus Infosight, so dass der oft umfangreiche Informationsaustausch, der zur Lösung von Zwischenfällen nötig ist, minimiert wird.

Derzeit werde Primär-Storage, wozu neben Nimble und Primera (zukünftig Alletra) auch Apollo- sowie einige andere Systeme gehören, zu etwa einem Drittel als Service bezogen. Dieser Wert solle steigen.

Interessant, so betonte Sandeep Singh, Vice President HPE Greenlake Marketing, sei das neue Portfolio auch für die rund 8.000 Channelpartner von HPE: „Sie sind begeistert.“ Denn sie könnten zusätzliche wertsteigernde Services auf die HPE-Services aufsetzen und ihre Kunden besser durch die Digitalisierungsphase begleiten.

Bislang ist HPEs As-a-Service-Strategie relativ erfolgreich. Dafür spricht etwa, dass der Hersteller bei HCI-Systemen im Vergleich zu anderen Anbietern deutlich wächst. Betrachtet man Branded-Systeme, hat er Nutanix nach aktuellen Zahlen von IDC inzwischen von Platz zwei verdrängt.

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Freie Journalistin, Redaktionsbüro Rüdiger