Scality kündigt Scale-Out File System auf MS Azure Stack mit 125 GB/s Durchsatz an Petabyte-Cloud-Storage mit Scality

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Scality, Anbieter von Software-Lösungen für Distributed File & Object Storage, hat eine Technical Preview seines Scale-Out File Systems (SOFS) in Microsoft Azure angekündigt. Scality SOFS auf Azure soll lineare Skalierungsleistung für schreib- und leseintensive Workloads liefern. Die Performance von Scality SOFS auf Azure liege bei maximal 1 Terabit pro Sekunde, was dem Download von mindestens 50 HD-Filmen pro Sekunde gleichzeitig entspräche.

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Cloud-Speichern im Petabyte-Bereich: SOFS für Azure soll’s ermöglichen.
Cloud-Speichern im Petabyte-Bereich: SOFS für Azure soll’s ermöglichen.
(Bild: © zeber - stock.adobe.com)

Auf einer Online-Präsentation demonstrierte Scality-Field-CTO Brad King das Hochleistungs-Filesystem SOFS, das für sehr anspruchsvolle Kunden, die im Petabyte-Bereich arbeiten, On-Premises eingesetzt werden soll. Cloud-Speicher ist jedoch wesentlich preiswerter. SOFS für Azure soll es Kunden erlauben, MS Azure BLOB Storage und damit auch Cloud File Services im Petabyte-Bereich zu nutzen.

Die Durchsatzrate von 650 Gbps mit einem SMB-Protokoll skaliert laut King linear auf Azure Blob Hot Access Tier. Das entspricht 80 GB/s. Diese hohe Leistung lasse sich aber auf Hochleistungs-Flash-Speicher auf bis zu 1 Tbit/s steigern, also 125 GB/s. Gemessen wurde mit dem verbreiteten Tool IOR ((https://wiki.lustre.org/IOR)). Scality unterstützt All-Flash-Storage seit September 2020. „Für eine solche Leistung brauchte man bislang HPC-Filesysteme mit hochpreisiger, direkt angekoppelter Speicher-Hardware.“ Das Geheimnis dieser skalierbaren Leistung liege im Scale-Out mit beliebig vielen Cloud-VMs.

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Die Kooperation zwischen Scality und MS Azure reicht bis ins Jahr 2017 zurück, als Scality eine Brücke namens Zenko Connect von AWS S3 Storage zu MS Azure Blob Storage baute. Wegen der Nachfrage wurde mit dem Extended Data Management (XDM) die Kooperation immer weiter ausgebaut.

„Ende 2019 haben wir entschieden, unser seit 2013 bewährtes Scality Scale-Out File System auf Azure zu übertragen“, so Giorgio Regni, CTO und Mitgründer von Scality. „Starkes Kundeninteresse an Hybrid-Cloud oder Pure-Cloud-Use-Cases, zusammen mit einigen der Azure-typischen Funktionen wie beispielsweise eine einzige API für Storage Tiers und Azure Data Lake Storage (ADLS) haben es uns ermöglicht, schnell eine integrierte Lösung zu liefern.“

Kostenvorteile

Nicht zuletzt dürften Kostenvorteile eine Rolle gespielt haben. Der Azure-SOFS-Service soll bis zu 90 Prozent weniger als andere Angebote mit ähnlicher Leistung kosten. Möglich werde dies durch die Nutzung der Azure Blob Storage API durch Scality SOFS. Kunden haben für 0,0184 US-Dollar pro GB im Monat unbegrenzten Zugang. Darüber hinaus sollen sich die Kosten mit der Preisoption „Azure Storage Reserved Capacity“ um mehr als 30 Prozent reduzieren lassen.

Die Lizenzpreise für SOFS in Azure sind noch nicht veröffentlicht worden. Dennoch macht Scality in einem FAQ-Dokument ((https://a3.ax/ofvUT)) bereits eine interessante Rechnung auf, indem es einen beachtlichen Kostenvorteil der Azure-Ressourcen (VM-Instanzen und Blob-Storage) gegenüber vergleichbaren Lösungen errechnet. Demnach kosten besonders die Azure-Blob-Ressourcen für SOFS und 1 TB an Daten zwischen 24 und 30 US-Dollar/TB pro Monat, wohingegen gleichwertige NetApp-Azure-Dateien 294 US-Dollar/TB kosteten. Mit SOFS fällt also nur durchschnittlich ein Zehntel der Kosten von NetApp Azure Files an.

Ein weiterer Nachteil sei bei Netapp Azure die Begrenzung auf einen Single File System Namespace von maximal 500 TB. Der Durchsatz, der eine NAS-Filer-Hardware von Netapp voraussetzt, liege bei 64 MB/s pro 1 TB Speicher (im Gegensatz zu 450 GB/s Ausgangsleistung bei Scality). Azures eigene Begrenzung liegt noch niedriger: bei 100 TB pro Single Filesystem Namespace und einen maximalen Durchsatz von 300 MB/s pro Filesystem.

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Der Durchsatz von 1 Terabit pro Sekunde (also 125 GB/s) lässt sich laut King erreichen, wenn der Kunde die im September 2020 verlautbarte Option nutzt, RING 8 auf All-Flash-Servern laufen zu lassen. „Mit SSD-Flash Storage ist RING 8 für das Apollo 4000 System von HPE zertifiziert worden“, sagte King auf der Online-Konferenz.

Use-Cases

Scality SOFS auf Azure liefert laut King ein vollständig Stateless- und POSIX-kompatibles Interface, das SMB 3.0 sowie NFS v3 und v4.1 unterstützt. SOFS ist mit Enterprise-Level Security und sowohl synchroner als auch asynchroner Replikation für Data Center Recovery ausgestattet. Die Lösung wird im Azure-Account des Kunden gehostet. Je nach Bedarf könne eine beliebige Anzahl virtueller Geräte für die lineare Leistungsskalierung hochgefahren werden.

Zur Leistungs- und Kostenoptimierung verteilt SOFS Daten auf Azure Blob. Durch die Nutzung kostengünstiger VMs und frei skalierbarem Object Storage soll SOFS auf Azure maximale Performance zu niedrigen Kosten bieten. Da die Lösung Azure Data Lake Storage (ADLS) Gen2 unterstütze, blieben Daten zudem nativ im Azure-Format und seien so für Use-Cases wie etwa Analytics und Machine Learning über jeden Azure-Service zugänglich.

SOFS wird nach Kings Angaben von Hunderten von Kunden für unternehmenskritische Anwendungen im Petabyte-Bereich genutzt. Scality SOFS unterstütze On-Premises-Anwendungen mit hohen Leistungsanforderungen, wie beispielsweise Massive-Scale File Systems (10 PB und 20 PB SMB-Shares), Ingest-Raten von 1 PB pro Tag, kritische Anwendungen für medizinische Bildgebung, die Aufzeichnung und Übertragung hunderter High-Definition-Kanäle sowie die langfristige Konservierung von Assets in Nationalbibliotheken. Einer dieser Kunden ist das US-Energieministerium mit seinen Forschungslabors, etwa in Oak Ridge. „All diese Anwendungen können nun auch in der Azure-Cloud bereitgestellt werden“, so King.

Nicht zuletzt öffnet die enge Kooperation zwischen Scality und MS Azure mehreren Software-Anbietern die Tür, um ihre Lösungen anzubieten, so etwa Veeam, WEKA.io, HPE Vertica und Splunk. „Die Geschwindigkeit, mit der Scality SOFS auf die Azure-Plattform gebracht hat, spricht für die Vorteile, die Azure unseren zahlreichen ISV-Partnern bieten kann“, sagte Tad Brockway, Corporate Vice President, Networking and Storage bei Microsoft.

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