Pure Storage setzt Container-Strategie um Portworx-Integration zeigt sich in Produkten

Autor / Redakteur: lic.rer.publ. Ariane Rüdiger / Dr. Jürgen Ehneß

Im vergangenen Jahr kaufte Pure Storage Portworx. Nun scheint die Integration fortzuschreiten. Neue Produktversionen überbrücken die Lücke zwischen den beiden Produktwelten.

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Der Aufkauf von Portworx trägt Früchte: Pure integriert Container-Technologie in sein Portfolio.
Der Aufkauf von Portworx trägt Früchte: Pure integriert Container-Technologie in sein Portfolio.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Als Pure Storage 2020 Portworx aufkaufte, war man gespannt, ob und wie schnell die Integration zwischen dem Spezialisten für festplattenlose Storage und einem Pionier der Datenservices für persistente Container-Storage vorankommen würde.

Inzwischen sieht es aus, als würde die Vereinigung der beiden Firmen recht zügig gelingen. Schon Anfang Mai, zur Kubecon-Konferenz, wurde die noch im laufenden Quartal verfügbare Version 2.0 von PX-Backup vorgestellt. Die Lösung für die Sicherung persistenter Container-Storage erhielt eine ganze Reihe neuer Funktionen.

So ist jetzt das Backup in Selbstbedienung durch ein rollenbasiertes Zugriffsmodell (RBAC, Role-Based Access Control) besser gesichert. Das Rollenkonzept kann fein granuliert werden und lässt sich in Authentifizierungslösungen wie LDAP und Active Directory integrieren. Administratoren verteilen die Berechtigungen für den Zugriff und bestimmen den Umfang der Benutzergruppen; die Rollen werden von den Kunden definiert, die PX-Backup verwenden.

Dashboard für Backup-Aktivitäten

Die Backup-Aktivitäten lassen sich jetzt im Zeitverlauf besser beobachten und evaluieren. Dafür sorgt ein Selbstbedienungs-Dashboard (Backup Activity Timeline Dashboard). Es liefert grafische Ansichten der Backup-Aktionen für Tag und Monat, zeigt die laufenden Backup-Jobs und ermöglicht auch die Anzeige auf Stunden- oder Tagesbasis. Außerdem lassen sich die Jobs filtern.

Anwender sollen durch diverse Funktionen mehr Freude an der Bedienung haben. So ist die Kubernetes-Anwendung nun der wichtigste Filter für die Einrichtung und Verwaltung von Backups. Früher waren es Pods oder Objekte, was mehr Umstand erforderte. Die Anwender können jetzt Ansichten für einzelne Applikationen optimieren. Die Benutzeroberfläche fasst in der neuen Variante Hunderte Namensräume und Tausende von Ressourcen.

Unterstützung für Tanzu und Azure

PX-Backup kann in Version 2.0 auch Anwendungen auf VMware Tanzu und MS Azure sichern, wobei das CSI (Container Storage Interface) den Zugriff ermöglicht. Das Tool wird jetzt auch über AWS Marketplace und den IBM Cloud Catalog und damit mit einheitlicher Abrechnung über die Cloud-Rechnung der Anbieter bereitgestellt.

Die Lösung wurde zusammen mit FlashBlade validiert. Für die Kombination hat Pure eine Referenzarchitektur erstellt. PX-Backup und FlashBlade sichern Kubernetes-Applikationen samt Daten und Konfiguration und stellt bis zu 270 TB pro Stunde wieder her.

Neues von der Pure//Accelerate

Auf der jährlichen Pure//Accelerate-Tagung wurden weitere Produktneuerungen verkündet. So präsentierte der Hersteller die Version 2.8 von Portworx Enterprise. Auch sie soll im Juni verfügbar sein. Pure betont, man gehe hier bei der Integration von Orchestrierungslösungen für die hybride Cloud über die Möglichkeiten des CSI hinaus.

Portworx Enterprise kombiniert Cloud-native Speichermanagement- und Datensicherungsdienste, die mit Kubernetes-Software-Technologien realisiert wurden, nun auch mit Pure Storage FlashArray und FlashBlade. Container-native Volumes kann Portworx jetzt auch auf FlashArray und FlashBlade erstellen. Die Volumes und Dateisysteme sind über Kubernetes verfügbar, ohne dass man eine direkte Schnittstelle zu den Arrays im Hintergrund braucht.

PSO wird noch knapp ein Jahr unterstützt

Im Sommer stellt Pure seinen Kunden den Pure Service Orchestrator im Rahmen der kostenlos erhältlichen Portworx Essentials zur Verfügung, um ihre Kubernetes-Anwendungen einheitlich verwalten zu können. Außerdem ist er im Evergreen- und Pure as-a-Service-Angebot enthalten. Kunden können zudem auf Portworx Enterprise upgraden, um von den Orchestrierungsfähigkeiten zu profitieren. PSO wird bis Ende Januar 2022 unterstützt, dann sollen alle Kunden auf Portworx umgestellt haben.

Alle Container-nativen Volumes, egal, wo sie sich befinden, können sämtliche Portworx-Funktionen verwenden. Dazu gehören Backup, Disaster Recovery, Sicherheit, automatische Skalierung und Migration. Sie reisen mit der containerisierten Anwendung mit, sobald diese aus einer Public-Cloud-Umgebung auf ein On-Prem-FlashArray oder -FlashBlade verlagert wird oder umgekehrt. Gleichzeitig bleiben aber die Array-spezifischen Pure-Funktionen wie Deduplizierung und Kompression auf der Pure-On-Prem-Umgebung weiter nutzbar.

Aktueller CSI-Treiber und natives Tanzu-CSI

Für VMware Tanzu gibt es jetzt einen nativen Tanzu-CSI-Treiber. Damit können Anwender auf Container-Ebene ihre Daten managen, ohne dass dies von dem Speicher innerhalb ihrer VMware-Umgebung abhängt. Dort können vSAN, vVOLs und VMFS-Datenspeicher oder aber Cloud-Blockspeicher vorgehalten werden.

Außerdem ermöglicht die Unterstützung der aktuellen CSI-Spezifikation eine konsistente Erfahrung für alle Anwendungen auf mit dem CSI ausgerüsteten Speichersystemen. Mit den Accelerate-Ankündigungen kann Portworx containerisierte Applikationen verwalten, egal, ob sie in der Cloud, in Bare-Metal-Infrastrukturen, auf Pure Storage-Arrays oder auf Speicherlösungen von Dritten laufen.

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Pure 1 wird schöner und intelligenter

Auch Pure 1 wurde weiter ausgebaut. Dafür steht der Zusatz „Digital Experience“. Insbesondere das Nutzungserlebnis hat Pure verbessert. Beispielsweise liefert der Workload-Planner jetzt auch Empfehlungen für die Workload-Platzierung. Das gilt auch für neue Workloads, die bisher noch nicht in der Kubernetes-Umgebung gelaufen sind.

Außerdem werden Telemetriedaten aus Portworx zu Kubernetes-Clustern und zur Volumennutzung für Kubernetes-Anwendungen jetzt in Pure1 integriert. Hinter der Management- und Supportlösung steht die AI-Engine META. Sie überwacht und verwaltet alle Datenservice-Plattformen von FlashBlade und FlashArray, Cloud-nativ über Portworx oder über Pure Cloud Block Store für AWS und Azure.

Pure 1 Digital Experience sammelt alle verfügbaren Daten, die helfen, Deployment-Muster zu verstehen, Anomalien zu erkennen und vorausschauende Lösungsvorschläge zu generieren. Sie sollen durch rechtzeitiges Eingreifen Ausfälle und Störungen verhindern. Das gilt auch für virtuelle Maschinen, nicht nur für Container. Außerdem bewertet sie Schutzvorkehrungen gegen Ransomware und gibt diesbezügliche Empfehlungen, etwa sichere Snapshots. Eine übergreifende Suchfunktion erleichtert die Fehlerbehebung.

Mehr Services im Selbstbedienungskatalog

Der Pure-1-Servicekatalog wurde erweitert. Anwender können jetzt über ein Selbstbedienungsportal neue Systeme und Dienste kaufen und Systeme, ob On-Premises oder in der Cloud, skalieren, Zusatzdienste wie Beratungsworkshops, Migrationsservices, Implementierungsstrategien und die Integration von Drittanbieter-Software bestellen, Abos verwalten und Upgrades planen.

Geplant ist schließlich, Pure-as-a-Service weiter zu vereinfachen. Das trifft beispielsweise die Verlängerung von Serviceverträgen. Die können Anwender schon bald mit wenigen Mausklicks erledigen. Außerdem sollen applikationsbezogene Kostenvoranschläge auf Basis der benötigten Ressourcen vereinfacht werden. Das System erstellt sie demnächst, bezogen auf die vorgesehene Laufzeit, automatisch und zeigt sie dem Anwender an.

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Über den Autor

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

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Freie Journalistin, Redaktionsbüro Rüdiger