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Tipp: Pydio Cells verteilt Speicher, Identitäten und Freigaben auf eigenständige Go-Dienste Selbst gehostetes Filesharing auf Microservice-Basis

Von Thomas Joos 3 min Lesedauer

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Pydio Cells stellt Datei-Sharing und Content-Collaboration für Organisationen auf einer selbst gehosteten Basis bereit. Die Plattform setzt auf eine Microservice-Architektur in Go, bindet eine relationale Datenbank an und steuert Identitäten, Speicher und Freigaben über getrennte Dienste.

Mit Pydio Cells können Unternehmen eine selbst gehostete Plattform für Datei-Zusammenarbeit aufbauen.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Mit Pydio Cells können Unternehmen eine selbst gehostete Plattform für Datei-Zusammenarbeit aufbauen.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Pydio Cells ist eine vollständige Neuentwicklung des früheren PHP-Projekts Pydio und stammt vom Pariser Anbieter Abstrium. Der Quellcode steht unter der AGPLv3 und besteht zu rund der Hälfte aus Go, ergänzt um eine JavaScript-Oberfläche.

Architektur aus eigenständigen Go-Diensten

Pydio Cells gliedert die Funktionen in eigenständige Microservices, die über gRPC kommunizieren. Getrennte Dienste übernehmen die Identitätsverwaltung (idm), die Datenhaltung (data), das Messaging über einen Broker, die Aufgabenplanung im Scheduler und den Zugang über ein Gateway. Eine Discovery-Schicht hält die Registrierung der Dienste vor. Als Konfigurations- und Registry-Speicher dient etcd, optional bindet die Plattform MongoDB als Dokumentenspeicher an. Für die Nachverfolgung von Aufrufen lässt sich Jaeger anschließen.

Die Metadaten und Einstellungen legt Cells in einer relationalen Datenbank ab und benötigt dafür MySQL ab Version 5.6 oder ein gleichwertiges MariaDB. Die eigentlichen Dateien verwaltet die Plattform über DataSources, die auf ein lokales Dateisystem oder einen S3-kompatiblen Objektspeicher verweisen. Eine Verschlüsselung der DataSources schützt die Inhalte im Ruhezustand.

Freigaben und Office-Integration

Den Zugriff steuert Cells über Rollen und Zugriffslisten, die Anmeldung erfolgt über das interne Identity-Management oder über OpenID Connect. Anwender ordnen Inhalte in Workspaces und teilen einzelne Bereiche als sogenannte Cells mit internen oder externen Kontakten. Der Zugang erfolgt über die Weboberfläche, über WebDAV oder über die REST-API.

Für die Bearbeitung von Office-Dokumenten bindet Cells Collabora Online ein und öffnet Dateien direkt im Browser. Die Oberfläche liegt in mehreren Sprachen vor, darunter Deutsch und Französisch, gepflegt über die Crowdin-Plattform.

Aufbau, Betrieb und Version 5

Den Backend-Build aus dem Quellcode startet nach dem Klonen des Repositorys der Befehl „make dev“, vorausgesetzt eine Go-Toolchain ab Version 1.21 ist eingerichtet. Die Einrichtung folgt den Schritten „Datenbank anlegen“ -> „./cells configure“ -> „./cells start“; anschließend ist die Standard-Site unter „https://localhost:8080/“ erreichbar. Für die Entwicklung unterstützt Cells Live-Reload über das Tool air; die Testsuite startet mit „go test“. Für den produktiven Betrieb stehen vorgefertigte Binaries für Linux, macOS und Windows bereit. Die Entwicklung erfolgt auf macOS, Ubuntu, Debian und CentOS; die Windows-Variante gilt noch als nicht offiziell unterstützt.

Version 5 befindet sich in der Beta-Phase, die stabile Produktionslinie bleibt vorerst Version 4. Mit Version 5 erweitert der Anbieter die Datenbankbasis um PostgreSQL und SQLite und unterstützt die arm64-Architektur. Parallel führt Cells eine zweite Generation der REST-API ein, die Clients und SDK neben der bisherigen Schnittstelle berücksichtigen.

Fazit

Pydio Cells liefert eine selbst gehostete Plattform für Datei-Zusammenarbeit, die Speicher, Identitäten und Freigaben über getrennte Go-Dienste steuert und lokale Dateisysteme und S3-Speicher anbindet. Die vierte Hauptversion deckt den produktiven Betrieb ab, Version 5 erweitert in der Beta-Phase die Datenbankbasis und die unterstützten Architekturen. Die AGPLv3 hält den Quellcode offen und erlaubt den Betrieb in eigener Infrastruktur.

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