Speicherbedarf und Stromverbrauch direkt auf dem Primär-Storage reduzieren

Um teuren Speicherplatz zu sparen, zieht NetApp alle Register

21.06.2011 | Autor / Redakteur: Bernd Schöne / Rainer Graefen

Der Speicher scheint halbvoll. In Wirklichkeit liefe er schon über, da er „thin provisioniert“ und „dedupliziert“ ist.
Der Speicher scheint halbvoll. In Wirklichkeit liefe er schon über, da er „thin provisioniert“ und „dedupliziert“ ist.

Der Speicherhunger steigt stetig, die Budgets nicht. Da das Löschen im Zeitalter von Compliance und E-Mail Gesetzgebung kein Thema ist, müssen sich die Techniker etwas anderes einfallen lassen: Sie schrumpfen den Kapazitätsbedarf direkt auf dem Primärspeicher.

Zwischen 50-100 Prozent Wachstum würden sich viele Wirtschaftszweige wünschen. Doch leider wachsen nicht die Umsätze, sondern der Bedarf an Speicherplatz. Da die IT-Budgets weltweit eingefroren sind, bleibt als Ausweg nur, auf Platten mit höherer Kapazität zu bauen.

Doch die Speicherkapazität der Disks wächst langsamer, als der Wust an unstrukturierten Daten in den Unternehmen. Nun ist sparen angesagt. NetApp baut in Betriebs- und Filesystem daher alles ein, was die Industrie an Ideen zu bieten hat.

Sparen, sparen, sparen

Alleine die altbekannte Kompression der Daten mittels Algorithmen soll 50 Prozent Ersparnis bringen. Von Thin Provisioning erwarten die Experten des Hauses je nach Einsatzgebiet eine Kapazitätsfreisetzung von 20 bis 33 Prozent, weil NetApp nur den tatsächlich benötigten Speicher allokiert, und so Überprovisionierung des physikalischen Speichers verhindert.

Durch die Verwendung von Double Parity RAID (RAID-DP) statt gespiegelter Dateien oder RAID 10 sollen bis zu 46 Prozent weitere Plattenkapazität gespart werden. Kombiniert man das Ganze mit preiswerten SATA-Disks lassen sich zusätzliche Kostenvorteile erzielen.

Da SATA-Disks eine höhere Kapazität als FC-Festplatten besitzen, reduziert sich zudem um bis zu 66 Prozent der Stromverbrauch und es wird nur die Hälfte des Platzes im Rechenzentrum benötigt.

Zusammen mit einem Flash Cache gleichen sich die Antwortzeiten auf Anfragen vor allem bei hohem Datendurchsatz denen von Fibre Chanel Baseline an, während die Kosten um die Hälfte sinken.

Nur Veränderungen brauchen Speicherplatz

Noch weit größer ist der Beitrag, den die Deduplizierung zur Dateneinsparung beitragen soll. NetApp geht bei vollständigen Backups von bis zu 95 Prozent aus. Nach Auswertung von Erfahrungswerten bei den weltweit 87.000 Storage-Systemen, die NetApp Deduplizierung verwenden, liegt die Einsparung im Durchschnitt bei 45 Prozent.

Mit 25 Prozent bilden Engineering-Archive und Dokumentarchive mit 25 Prozent das Schlusslicht. Im unteren Mittelfeld rangieren CIFS-Freigaben und Home Directories, während bei Datenbanken mit 55 Prozent schon überdurchschnittlich viel gespart werden kann.

Da NetApp bei Snapshots nur geänderte Daten physikalisch speichert, sind auf den Arrays nur 20 Prozent des sonst zu veranschlagenden Speichervolumens nötig. Bei Datensicherung von Disk-to-Disk spart sich der Kunde dank Thin Replication 95 Prozent.

Da NetApp auch die Klone virtuell speichert, reduziert sich das beanspruchte Datenvolumen der Kopien auf 20 Prozent. Die sogenannten FlexClones sind zudem beschreibbar, was vor allem bei der Entwicklung von Datenbanken Vorteile bringt.

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