Mission: Multi Cloud

Was das Datenmanagement wirklich können muss

| Autor / Redakteur: Olaf Dünnweller* / Dr. Jürgen Ehneß

Neue Herausforderungen für die IT-Verantwortlichen – auch auf Grund der parallelen Nutzung unterschiedlicher Cloud-Plattformen.
Neue Herausforderungen für die IT-Verantwortlichen – auch auf Grund der parallelen Nutzung unterschiedlicher Cloud-Plattformen. (Bild: ©Pran stocker room - stock.adobe.com)

Unternehmen speichern ihre Daten zunehmend in verschiedenen Cloud-Umgebungen – ein Trend, der vor allem das Datenmanagement komplizierter macht. Olaf Dünnweller von Commvault erläutert die Herausforderungen, die dadurch entstehen, und welche Voraussetzungen eine entsprechende Lösung erfüllen muss.

Daten sind mittlerweile Hauptbestandteil des Unternehmenskapitals und entscheiden über wirtschaftlichen Erfolg. Dabei spielt auch der Schutz dieses digitalen Vermögens eine entscheidende Rolle. Das war bereits vor dem Aufkommen der Cloud, als Daten noch lediglich lokal im firmeneigenen Rechenzentrum gespeichert wurden, keine leichte oder übersichtliche Aufgabe. Mit dem zunehmenden Einsatz von Cloud-Lösungen und -Diensten wie Software-as-a-Service (SaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) und Infrastructure-as-a-Service (IaaS) sehen sich Unternehmen allerdings ebenfalls zunehmend mit ganz eigenen Anforderungen in Sachen Datenschutz konfrontiert. Immer mehr Unternehmen nutzen parallel unterschiedliche Cloud-Plattformen und -Services. Die zentrale Herausforderung liegt dabei in der Komplexität der Verwaltung.

Neue und multidimensionale Aufgaben für die IT

Das stellt IT-Verantwortliche vor Herausforderungen, die wesentlichen Einfluss auf das Datenmanagement in Unternehmen nehmen:

Daten finden: Wenn der IT-Abteilung nicht bekannt ist, dass ein Dienst verwendet wird, wird es ziemlich schwierig sein, ihn zu schützen. Gerade bei der Nutzung von verschiedenen Cloud-Diensten kann es kompliziert werden.

Abläufe konsistent halten: Je mehr Cloud-Dienste in Betrieb sind, desto mehr Datensicherungslösungen sind möglicherweise aktiv. IT-Verantwortliche müssen dafür sorgen, dass lösungsübergreifend einheitliche Richtlinien für die Datenhaltung und -replikation gelten.

Kosten kontrollieren: Bei Cloud-Diensten zahlen Anwender meist für die Ressourcen, die tatsächlich genutzt werden, inklusive laufender Gebühren für Datensicherung und Migration von Daten. Die IT muss dafür sorgen, dass sich effizienter Datenschutz und Kosten die Waage halten.

Eines vorweg: Laut dem „Rightscale 2019 State of the Cloud Report“ verfolgen 84 Prozent der Unternehmen eine Multi-Cloud-Strategie. Für den Rest gilt vermutlich ebenfalls die Nutzung mehrerer Clouds parallel, allerdings ohne strategischen Ansatz. Dazu gehört die Personalabteilung, die SaaS einsetzt, um Mitarbeiter zu schulen, ebenso wie eine Gruppe von Entwicklern, die mittels AWS eine neue Anwendungsidee ausarbeitet, oder der CMO, der Dateien via Filesharing weiterleitet.

So sieht die optimale Multi-Cloud-Datenschutzlösung aus

Es ist das Ziel jeder Datenschutzlösung, diese Herausforderungen zu bewältigen. Aufgrund der Komplexität, und damit Anwender bei der Entscheidung für die passende Datenmanagementlösung mehr Auswahlmöglichkeiten haben, arbeitet unter anderem Fujitsu eng mit Commvault zusammen. So hat Fujitsu sein Storage-Portfolio um die Commvault Hyperscale Appliances erweitert. Folgende Anforderungen ergeben sich dadurch an eine optimale Multi-Cloud-Datenschutzlösung:

Sie wird Cloud-basiert bereitgestellt: Viele Datenschutzlösungen laufen auf VMs in der Public Cloud. Die primäre Stärke der Public Cloud ist ihre Flexibilität und die Trennung von Rechenleistung, Speicher und Vernetzung mit unabhängigen und skalierbaren Diensten. Anstatt aber VMs immer mehr Storage zuzuordnen, kann die Kapazität mit BLOB-basiertem (Binary Large Objects) Speicher erhöht werden. Das sind Speicher für unstrukturierte Daten wie zum Beispiel große Text- oder Binärdateien. Wenn für die Verarbeitung der nächtlichen Backup-Workloads mehr Rechenleistung erforderlich ist, lässt sich die Lösung horizontal skalieren, um die erhöhte Last zu bewältigen, und anschließend wieder herunterregeln. Die meisten Public-Cloud-Speicherlösungen integrieren auch Lifecycle-Richtlinien und Storage-Tiering wie etwa „Azure Archive“. Diese nativen Konstrukte für Storage-Tiering senken ebenfalls Kosten.

Sie lässt sich über einen zentralen Zugriffspunkt steuern: Kein Tool ermöglicht wirklich einen umfassenden Überblick über alles, was im Unternehmen vor sich geht. In Sachen Datensicherung ist es aber ein Muss. Die meisten Public Clouds verfügen über eine native Datenschutzlösung, etwa „Azure Backup“ oder „AWS Backup“. In Kombination mit lokalen Lösungen sind also bereits mehrere Services im Einsatz; das macht eine konsistente Einhaltung von Richtlinien, die Überwachung von Aufträgen oder das Entdecken neuer Assets zu einem zeitaufwändigen, komplizierten Spiel.

Sie ermöglicht eine (kosten-)effiziente Datenverwaltung: Es ist nicht zu empfehlen, Primärdaten und Backup am selben Ort zu speichern, da Ausfälle auftreten können. Selbst wenn die Daten noch existieren, lassen sie sich unter Umständen nicht nutzen. Wenn der Zugriff auf Backup-Daten als geschäftskritisch angesehen wird, sollten nicht alle Backups an einem einzigen Ort liegen. Aber: Der Datenaustausch zwischen Public Clouds oder sogar zwischen Regionen innerhalb derselben Public Cloud kostet Geld. Alle verlangen neben einer „Network Ingress Charge“ ebenso eine „Network Egress Charge“, bei der pro Gigabyte Daten eine Gebühr anfällt. Eine ideale Lösung wäre daher die Komprimierung und Datendeduplizierung, um den erforderlichen Bandbreitenverbrauch für die Datenbewegung zu reduzieren. WAN-Beschleunigerunternehmen wie Riverbed und Silver Peak haben diese Herausforderung für Zweigstellen – wo meist die verfügbare Bandbreite fehlte – bereits gemeistert. Datensicherungs-Software ist aufgrund ihrer genauen Kenntnis der zu schützenden Daten in der Lage, ähnliche Dateneffizienzen zu realisieren.

Fazit

Viele Unternehmen aus unterschiedlichen Handlungsfeldern und Branchen haben bereits bewiesen, dass die Multi Cloud viele Vorteile bietet. Diese neue Multi-Cloud-Realität bringt allerdings neue Herausforderungen rund um IT-Betrieb, Data Governance und Compliance mit sich. Zusätzliche Clouds und Services führen zu erhöhter Komplexität und steigenden Kosten. Passende Lösungen müssen es ermöglichen, Daten zentral in der Multi-Cloud-Landschaft zu managen, denn die Praxis hat bereits gezeigt, dass vernetzte und parallellaufende Cloud-Instanzen einen echten Mehrwert für alte und neue Geschäftsmodelle und -prozesse bringen.

Olaf Dünnweller, Area Vice President Territory Sales EMEA & Geschäftsführer bei Commvault
Olaf Dünnweller, Area Vice President Territory Sales EMEA & Geschäftsführer bei Commvault (Bild: Commvault)

*Der Autor: Olaf Dünnweller ist Area Vice President Territory Sales EMEA & Geschäftsführer bei Commvault, einem weltweit führenden Anbieter von Backup, Recovery und Archivierung im Rechenzentrum und in der Cloud. Sein Fokus liegt sowohl auf strategischen Partnerschaften als auch der Förderung von Mitarbeitern. Vor seiner Zeit bei Commvault war er 17 Jahre lang bei Veritas beschäftigt, wo er im Laufe der Zeit vom Pre-Sales-Manager bis zum Country-Manager für Deutschland aufgestiegen ist.

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