Commvault wird Service-Provider Backup-SaaS aus der Hybrid-Cloud

Autor / Redakteur: lic.rer.publ. Ariane Rüdiger / Dr. Jürgen Ehneß

Mit seinem SaaS-Backup-Service Metallic wendet sich Commvault an die Betreiber von Hybrid-Clouds. Die Service-Infrastruktur liegt dabei auf Microsoft Azure.

Jetzt auch als Backup-Lösung aus der Microsoft-Azure-Cloud: Commvault Metallic.
Jetzt auch als Backup-Lösung aus der Microsoft-Azure-Cloud: Commvault Metallic.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Commvault ist hinsichtlich seiner agentengestützten Backup-Lösung seit jeher für die sehr große Zahl sicherbarer Applikationen bekannt. Jetzt bringt der Hersteller die Lösung als SaaS aus der Azure-Cloud. Anwender können damit Workloads sowohl On-Premises als auch in den Speichern von externen Public-Cloud-Providern sichern, wobei dies momentan vor allem für die Hyperscaler und Anbieter wie Salesforce gilt. Virtuelle Maschinen auf IBM Cloud beispielsweise können noch nicht gesichert werden, Oracle Cloud ist dagegen miteinbezogen.

Laut Hersteller erfordert die Installation kaum Fachwissen; die Implementierung soll lediglich 15 Minuten dauern. Eine Vertragsbeziehung zu Microsoft Azure müssen Kunden dafür nicht unterhalten. Sie können den Dienst direkt von Commvault beziehen, obwohl er auf Azure bereitgestellt wird.

Infrastruktur bleibt bei Azure

Die Infrastruktur soll vorläufig ausschließlich auf Azure betrieben werden, was aus der engen Geschäftsbeziehung zwischen Commvault und Microsoft herrührt, aber auch aus Azures derzeit großem Markterfolg gerade bei kommerziellen Kunden. So habe sich die Zahl derjenigen Anwender sprunghaft erhöht, die während der Pandemie auf Microsoft-365-Nutzung umgestiegen seien, betont Elke Steinegger, Geschäftsführerin von Commvault Deutschland.

„Zahl der Anwender mit Microsoft-365-Umgebung hat sich durch COVID-19-bedingtes Home-Office sprunghaft erhöht“: Elke Steinegger, Geschäftsführerin von Commvault Deutschland.
„Zahl der Anwender mit Microsoft-365-Umgebung hat sich durch COVID-19-bedingtes Home-Office sprunghaft erhöht“: Elke Steinegger, Geschäftsführerin von Commvault Deutschland.
(Bild: Commvault)

Der Sicherungsspezialist wird von Microsoft auch schon in frühe Entwicklungsschritte neuer Produkte oder Updates einbezogen und kann sich daher bestens auf die zu erwartenden Veränderungen einstellen. Außerdem sichere, so Christian Kubik, CTO Product Specialist EMEA bei dem Hersteller, auch Microsoft seine Daten mit Hilfe von Commvault-Tools.

Nutzung von Metallic mit Microsoft-Enterprise-Lizenz

Allerdings geht Kubik wohl zu Recht davon aus, dass die meisten Unternehmen unterschiedliche Microsoft-Lizenzen aus der Cloud nutzen und daher ohnehin Vertragspartner bei dem Hyperscaler sind. Sie könnten, so Kubik, beispielsweise angesparte Azure-Credits für Metallic verwenden. Wer bei Microsoft einen Enterprise-Kontrakt unterhält, kann Metallic einfach über diesen Service verwenden. Neue Verträge sind dafür nicht nötig.

Das Spektrum unterstützter Anwendungskategorien ist breit: Microsoft 365, Datenbanken, File/Object, Endpoint und Container gehören aktuell dazu. Auch S3-Instanzen, die Google-Suite oder Salesforce, Splunk, Documentum und IBM Domino können laut Kubik problemlos gesichert werden. Bei den Datenbanken ließen sich neben SAP HANA, SQL Server, Oracle DB und Microsoft Active Directory auch zahlreiche Big-Data-Datenbanken sichern. Das Agentenspektrum soll schnell erweitert werden.

Große Agentenvielfalt

Bei den Filesystemen werden aktuell Windows, Unix/Linux, Mac, IBM iFile und Spectrum Scale, Hadoop, Lustre, Gluster, OvenVMS, NFS und SMB/CIFS unterstützt. Auch die wichtigsten Hypervisoren lassen sich sichern, neben vSphere etwa Hyper-V, Azure Stack, Nutanix Acropolis, Red Hat, Open Stack, Amazon Outpost, Citrix Xen, Oracle VM und Huawei FusionCompute. Kubernetes wird in seinen Distributionen gehostet und als PaaS gesichert, daneben Docker-Container ohne Kubernetes-Überbau und Red Hat OpenShift. Dazu kommen die meisten verbreiteten Snapshot-Engines sowie viele Cloud- und Object-Stores. Das Agentenspektrum soll schnell erweitert werden.

Für die Sicherung von On-Prem-Daten kann Metallic mit Commvaults HyperScale-X-Appliance kombiniert werden. Das Gerät hält dann die Backups häufig verwendeter Dateien vor Ort als Cache vor und sorgt daher für mehr Geschwindigkeit bei Sicherung und Wiederhochfahren.

Transparente Preise

Preise sind transparent im Web zu finden. Dort sorgt eine interaktive Schnittstelle für klare Ansagen: Anwender können eingeben, in welchem Land Daten gesichert werden sollen, um welche Aplikationskategorie es geht, wie viele Einheiten bezogen werden und ob eDiscovery gewünscht wird. Sie erhalten dann einen genauen Preis pro User und Monat.

Commvaults Web-Tool für die Preisfindung.
Commvaults Web-Tool für die Preisfindung.
(Bild: Commvault)

Einige Preisbeispiele: Eine Microsoft-365-Sicherung kostet bei maximal 750 Arbeitsplätzen ohne eDiscovery 3,39 Euro pro User und Monat, mit eDiscovery 4,24 Euro. Sind 1.500 bis 2.500 Arbeitsplätze zu sichern, liegen die entsprechenden Preise bei 2,12 Euro pro Nutzer und Monat beziehungsweise 2,69 Euro pro Nutzer und Monat.

Bei virtuellen Maschinen oder Kubernetes-Umgebungen besteht die Grundeinheit in Paketen, die bei virtuellen Maschinen jeweils zehn Maschinen sichern. Bei bis zu 49 Paketen kostet das 59,41 Euro pro zehn Maschinen und Monat, bei 200 bis 999 Paketen sinkt der Preis auf 46,21 Euro pro zehn Maschinen und Monat. Die Grundeinheit für die Sicherung von Files und Objekten sowie Datenbanken ist das Terabyte, bei Endpunkten zählen die User. Oberhalb der Schwelle von 1 Petabyte respektive 2.500 Usern können Preise frei vereinbart werden.

Commvault sichert für Metallic DSGVO-Konformität, Deduplizierung und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu. Auch gegen Ransomware biete die vorhandene Infrastruktur guten Schutz, betont Kubik.

Vertrieb über den Channel

Die Lösung wird, wie bei Commvault üblich, über Channel-Partner vertrieben, Partner müssen sich dafür allerdings anmelden. Einige Vertreter der Partnerlandschaft flankierten den Launch per Videokonferenz durch ihre Anwesenheit. Beispielsweise Manuel Ohnacker, Director Hybrid IT & Datacenter Architectures bei Cancom, der gerade neu aufgestellten Infrastruktureinheit des Integrators: „Das Service-Bereitstellungsmodell von Commvault ist zeitgemäß und erleichtert den Einstieg in die Public Cloud.“

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Über den Autor

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

Freie Journalistin, Redaktionsbüro Rüdiger