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A3 Technology Live Europe 2020 Cloud-Storage wird weiter vorangetrieben

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Auf der Veranstaltung A3 Technology Live Europe 2020 haben die Storage-Hersteller Nebulon, Scality und Qumulo neue oder erweiterte Produkte vorgestellt. Von besonderem Interesse ist die Neugründung Nebulon, die seit kurzem Cloud-Defined Storage anbietet.

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Cloud-Defined Storage, S3-Buckets und eine Brücke namens „SHIFT“: Auf der A3 Technology Live Europe 2020 wurde deutlich, dass die Storage-Zukunft zu großen Teilen in der Cloud liegt.
Cloud-Defined Storage, S3-Buckets und eine Brücke namens „SHIFT“: Auf der A3 Technology Live Europe 2020 wurde deutlich, dass die Storage-Zukunft zu großen Teilen in der Cloud liegt.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Nebulon wurde von einer Gruppe ehemaliger 3PAR-Führungskräfte bei HPE mit dem Ziel gegründet, sogenannten „Cloud-Defined Storage“ voranzutreiben. Darunter verstehen sie ein serverbasiertes Enterprise-Speichersystem für das lokale On-Prem-Rechenzentrum, das keinerlei Rechen- oder Speicherressourcen auf dem Server verbraucht und über die Nebulon-Cloud konfiguriert und verwaltet wird. Aus diesem Ansatz ist eine kostenorientierte Speicherplattform für Mission-Critical-Anwendungen entstanden. Sie will leicht zugängliche „AIOps“-Funktionalität, automatisierte Updates und vielseitige Programmierbarkeit in jeder Größenordnung bieten.

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Nach Herstellerangaben kombiniert Cloud-Defined Storage eine sichere und Cloud-basierte Steuerungsebene mit PCI-Express-Karten (PCIe 3.0), einen sogenannten „nPod“. Ein nPod, der auch in einen GPU-Slot passt, skaliert auf bis zu 32 Server mit einem Maximum von 255 logischen Laufwerken (LUNs) pro SPU (Service Processing Unit) und einem Gesamtumfang von bis zu logischen 10.000 Laufwerken pro nPod. Jeder Server kann bis zu 24 physische Laufwerke mit Kapazitäten von 1 TB, 2 TB oder 4 TB umfassen. Die SPU ist eine PCIe-basierte Storage-Engine, die im Anwendungsserver des Kunden auf einer PCIe-Steckkarte installiert ist und dort vergleichbar mit einer RAID-Karte an die internen SSDs des Servers angeschlossen wird.

Diese PCIe-Karten werden in den Servern der Kunden verbaut und stellen den unternehmenskritischen Anwendungen der Kunden alle notwendigen Enterprise-Storage-Funktionalitäten zur Verfügung. Zu diesen Anwendungen gehören Container und NoSQL-Datenbanken wie MongoDB, aber auch VMware und hoch verfügbare SQL-Datenbanken wie etwa SAP Hana. Gleichzeitig will Nebulon damit den hohen betrieblichen Aufwand der Kunden für die Verwaltung und Automatisierung großer IT-Umgebungen reduzieren, ja, sogar halbieren. Cloud-Defined Storage ist seit der Einführung hyperkonvergenter Infrastrukturlösungen (HCI) die erste interessante Innovation für serverbasierte Primärspeicherlösungen.

Cloud-Defined Storage nutzt die Nebulon SPU, um alle wesentlichen Enterprise-Datendienste bereitzustellen, so etwa Komprimierung, Verschlüsselung, Deduplizierung, Erasure Coding, Snapshots und Datenspiegelung. Diese Prozesse werden, von KI-Algorithmen optimiert, gesteuert. Durch die Verwendung von Standard-SSDs in Standardservern soll die ausfallsichere Speicherlösung die Kosten zusätzlich senken. Außerdem unterstütze sie alle Serverbetriebssysteme und Plattformen zur Virtualisierung und erfordere keinerlei Software oder Rechenressourcen auf dem Server. Dadurch stünden den Anwendungen der Kunden CPU, Netzwerk und Hauptspeicher des Servers komplett zur Verfügung.

Die Cloud-basierte Steuerungskonsole „Nebulon ON“ soll detaillierte Erkenntnisse über Infrastruktur und Anwendungen liefern. Jede Nebulon SPU überträgt stündlich Zehntausende Datenpunkte über Datenspeicher, Server und Anwendungen an Nebulon ON, um sie mit Hilfe von Machine-Learning-Algorithmen zu analysieren, welche die intelligente Steuerung vornehmen.

Zu den Anwendungsfällen gehören etwa Flottenmanagement, automatisierte Software-Updates, Predictive Maintenance und schnellere Fehlerbehebung. Diese „Zero-Touch“-Administration und -Überwachung in der Cloud erlaubt es IT-Managern, ihre Arbeit damit auch bequem aus dem Home-Office zu erledigen.

Cloud-Defined Storage bedeutet auch Application-Defined, so wie hier bei Kubernetes, VMware und MongoDB. Ein nPod ist eine logische Verwaltungseinheit für Nebulon-Speicherinstanzen.
Cloud-Defined Storage bedeutet auch Application-Defined, so wie hier bei Kubernetes, VMware und MongoDB. Ein nPod ist eine logische Verwaltungseinheit für Nebulon-Speicherinstanzen.
(Bild: Nebulon)

„Unternehmen wünschen sich zunehmend eine Cloud-ähnliche Erfahrung für ihre Mission-Critical-Anwendungen im eigenen Rechenzentrum“, weiß Siamak Nazari, Mitbegründer und CEO von Nebulon. „Nebulon CDS liefert ihnen globale Einblicke, KI-Unterstützung bei der Verwaltung sowie API-basierte Automatisierung fürs Rechenzentrum." Cloud-Defined Storage ist direkt über Hewlett Packard Enterprise (HPE) und Supermicro erhältlich. Von HPE kommen ProLiant-Server und von Supermicro die Ultra-Systeme als serverbasierte Speicherlösungen.

Scality

Scality hat einen Visual Policy Editor für RING-Umgebungen und die Multi-Cloud (Zenko) angekündigt. Er soll Teil einer zukünftigen Ausgabe von Zenko Orbit und der RING-XDM-Benutzeroberfläche (XDM: Extended Data Management) werden. Da Scalitys Zenko-Produkt bereits Multi-Cloud-Umgebungen verwaltet, soll der Nutzer mit dem Policy Editor in die Lage versetzt werden, RING- und Cloud-Ressourcen wie etwa S3-Buckets mit Funktionen, Regeln und Richtlinien zu verwalten.

Diese Richtlinien finden Eingang in die Workflow Engine und den Workflow Builder. Die grafische Benutzeroberfläche des Visual Policy Editors erlaubt dem Nutzer das grafische Anlegen von neuen Workflows und den zugehörigen Policies. „So ein Workflow könnte etwa die Replikation in einen S3-Bucket sein“, sagte Paul Speciale von Scality. „Die Workflow-Gestaltung und -Steuerung muss automatisiert werden.“ Laut Speciale befindet sich der Visual Policy Editor noch in der Entwicklung, „und wir haben noch kein allgemeines Verfügbarkeitsdatum für diese Funktion angekündigt.“

Qumulo SHIFT

Bis August dieses Jahres will Qumulo https://www.qumulo.com/, ein Spezialist für File-basiertes Storage, sein neues Produkt SHIFT für AWS auf den Markt bringen. Wo bislang File- und Object-basiertes Storage getrennt waren, soll SHIFT die Brücke bilden. In den Demos wurde AWS S3 als Object-Storage verwendet, aber Google und MS Azure können damit ebenfalls dienen.

Files werden in AWS-S3-Buckets (etwa in US-West/Oregon) als Objekte abgelegt. Dabei kann der Nutzer alle Konfigurationsmerkmale nutzen, die S3 anbietet, etwa Verschlüsselung oder Versionierung. Man benötigt nur wenige Befehle, um von der Kommandozeile (CLI) aus oder über eine Programmierschnittstelle den File-Transfer mit den Protokollen NFS oder SMB nach AWS S3 zu veranlassen. AWS erledigt mit Transkodierungsdiensten den Rest.

File-basierte Daten im eigenen Haus oder in der Qumulo-Cloud, die beispielsweise als unstrukturierte Telemetriedaten-Files von der IoT-Edge eintreffen, können mit SHIFT in der Cloud auf eine skalierbare und leistungsfähige Infrastruktur zurückgreifen – beispielsweise aus AWS S3 – und so für Innovationen genutzt werden. File-Daten aus On-Prem-Speichern und Qumulo-Cloud lassen sich mit Replikation und Snapshots leicht in die Public Cloud sichern und von dort wiederherstellen. Zu den Einsatzbereichen gehören beispielsweise der Gesundheitssektor und die Medizin- und Pharmaforschung.

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Auch Entwickler sollen von SHIFT profitieren können. SHIFT lasse sich mithilfe seiner API leicht in DevOps-Automationsabläufe integrieren und mit Cloud-Diensten koppeln. Mit SHIFT lassen sich zudem ganze Projekte in die Langzeitspeicherdienste von AWS S3 (Glacier und so weiter) verlegen. Dadurch kann Platz auf Qumulo-Hochleistungsservern freigemacht werden. Dieser Vorgang ist als Offloading bekannt.

Immer eine Kostenfrage ist das Hoch- und Herunterladen aus AWS S3 (oder äquivalenten Public-Cloud-Instanzen). Wenn nämlich das Herunterladen („Egress“) von Daten aus AWS S3 zu viel kostet, hat SHIFT nur begrenzten Wert. Das Hochladen („Ingress“) ist stets kostenlos. Eine Bedingung müsse erfüllt sein, um auch den Egress kostenlos zu machen, sagte Ben Gitenstein, Vice President of Product Management bei Qumulo: „Solche Gebühren lassen sich vermeiden, wenn sich die Qumulo Cloud in der gleichen AWS-Availability-Zone wie AWS S3 befindet.“

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