Die Cloud-Storage-Abrechnungsmodelle von Amazon, Google, Azure, Telekom und OVH im Vergleich – Teil 2

Die Kosten für Amazon S3 und Microsoft Azure

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dr. Jürgen Ehneß

Teil 2 unserer Cloud-Storage-Abrechnungsmodelle widmet sich Amazon S3 und Microsoft Azure Storage.
Teil 2 unserer Cloud-Storage-Abrechnungsmodelle widmet sich Amazon S3 und Microsoft Azure Storage. (Bild: © metamorworks - stock.adobe.com)

Storage-Angebote aus der Cloud haben die verschiedensten Ausformungen und Abrechnungsmodelle dafür. Je nach Plattform wird nach Stunden oder sogar Sekunden, pro Nutzer oder pro übertragenem Gigabyte abgerechnet. Wir haben die Abrechnungsmodelle vorzugsweise für das angesagte Object-Storage genauer unter die Lupe genommen und vergleichen die Speicherangebote der wichtigsten Anbieter.

Während wir in Teil 1 unserer Übersicht die Google Cloud unter die Lupe genommen haben, folgen in diesem zweiten Teil die beliebte Amazon-S3-Cloud sowie Microsoft Azure Storage.

Beispiel 2: Preisgestaltung für Amazon S3

Amazon wirbt für sein Cloud Object Storage-Angebot Simple Storage Services (S3) mit dem Slogan „Sie zahlen nur für das, was Sie nutzen“. Der „einfache Monatsrechner“ ist einen Hauch weniger detailreich als der Preisrechner von Google. Ist das Angebot aber auch günstiger?

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26.08.19 - Storage-Angebote aus der Cloud haben die verschiedensten Ausformungen. Leider auch die Abrechnungsmodelle dafür – gerne kochen die vielen Anbieter ein eigenes Süppchen. Abgerechnet wird mal nach Stunden oder sogar Sekunden, pro Nutzer oder pro übertragenem Gigabyte. Wir haben uns die Abrechnungsmodelle vorzugsweise für das angesagte Object-Storage genauer angesehen und vergleichen die Speicherangebote von AWS, Google Cloud, Azure, Telekom sowie OVH. lesen

Ehrliche Antwort: schwer zu sagen, denn im Prinzip müssen Anwender ein ähnlich kompliziertes Bezahlsystem durchlaufen wie bei Google. Zunächst gilt es, das Rechenzentrum festzunageln – wieder wählen wir Frankfurt/Main. Der S3-Standard-Speicher schlägt dann mit wenigstens 0,0245 US-Dollar für die ersten 50 Terabyte (TB) und pro Monat zu Buche, bei mehr als 500 TB/Monat werden 0,0225 Dollar fällig. Je seltener auf den Speicher zugegriffen wird, desto billiger wird er natürlich; die günstigste Speicherklasse nennt sich „S3 Glacier Deep Archive“. Es gibt aber auch noch die Klassen „S3 Standard-Infrequent Access“, „S3 One Zone-Infrequent Access“ sowie „S3 Glacier“.

Weitere Klassenausprägungen sind „S3 Intelligent-Tiering Storage, Frequent Access Tier“, „S3 Intelligent-Tiering Storage, Infrequent Access Tier“ sowie „S3 Intelligent-Tiering“ für Überwachung und Automatisierung. Bereits hier dürften sich erste ernsthafte Interessenten an den Berater von AWS wenden, denn für die automatische Abstufung bei S3 Intelligent-Tiering gilt eine Mindestgröße von 128 Kilobyte (KB) für geeignete Objekte. Kleinere Objekte werden jedoch nach den Preisen der Stufe für häufigen Zugriff berechnet. Ähnliches gilt für die S3-Standard-IA- und S3-One Zone-IA-Speicher.

Dann gibt es noch anteilige Gebühren etwa für Objekte, die vor dem Ablauf von 30 Tagen gelöscht werden. Für Objekte, die man vor Ablauf der 30-Tage-Frist löscht, überschreibt oder in eine andere Speicherklasse verschiebt, werden eine nutzungsabhängige Gebühr sowie eine anteilige Gebühr für die restlichen Tage des 30-Tage-Minimums in Rechnung gestellt. Derartige Gebührenregelungen finden sich leider zuhauf.

Anforderungskosten

Dazu gesellen sich die Anforderungspreise, wobei Delete und Cancel kostenfrei sind. Die Anforderungskosten von S3 Standard basieren auf dem Anforderungstyp und werden je nach Menge der Anforderungen oder der abgerufenen Daten in Rechnung gestellt. Amazon empfiehlt Anwendern, eine Konsole zum Durchsuchen des Speichers zu verwenden, man kann aber auch per API/SDK zugreifen. In allen Fällen würden Kosten für Get-, List- und andere Anforderungen anfallen (0,00043 Dollar pro 1.000 Anforderungen).

Am Standort Frankfurt kosten von S3 zurückgegebene Daten 0,0008 Dollar pro Gigabyte (GB), durchsuchte Daten 0,00225 Dollar pro GB und Put-, Copy-, Post- oder List-Anforderungen 0,0054 Dollar pro 1.000 Anforderungen. Bei den Speicherklassen S3 Standard-Infrequent Access und S3 One Zone-Infrequent Access sind höhere Gebühren einzukalkulieren; Datenabrufe kosten genauso wie von S3 zurückgegebene Daten 0,01 Dollar pro GB.

Natürlich benötigen Anwender auch ein Storage-Management; der Preis richtet sich nach den enthaltenen Funktionen wie etwa einer Speicherklassenanalyse (0,1 Dollar pro einer Million überwachter Objekte/Monat) oder einer Objektmarkierung (0,01 Dollar pro 10.000 Markierungen/Monat). Auch fallen Kosten für Aufgaben, Objekte und Anforderungen für Stapeloperationen an (0,25 Dollar pro Aufgabe, 1 Dollar pro einer Million durchgeführter Objektvorgänge).

Übertragungen zwischen S3-Buckets oder von Amazon S3 an beliebige andere Services innerhalb derselben AWS-Region sind gebührenfrei, genau wie alle eingehenden Daten. Die Übertragung ausgehender Daten kostet zwischen 0,02 Dollar pro GB in die USA und viele andere Regionen und 0,09 Dollar pro GB bei der Übertragung von Datenmengen unter 10 TB ins Internet.

Mittels Edge-Rechenzentren beschleunigt Amazon den Datentransfer und verlangt dafür zwischen 0,04 und 0,08 Dollar pro GB. Regionsübergreifende Replikation (CRR) ermöglicht das automatische asynchrone Kopieren von Objekten in Buckets in verschiedenen AWS-Regionen. Preise auf Anfrage, denn die Replikationskonfiguration ist eine Kunst für sich.

Mit Blick auf die Abrechnungsbeispiele von Amazon kann festgehalten werden, dass die Kosten ähnlich hoch beziehungsweise niedrig ausfallen wie bei Google.

Beispiel 3: Preisgestaltung für Microsoft Azure Storage

Azure ist im Prinzip ganz ähnlich gestrickt wie Amazon: Auch Microsoft verspricht, nur abzurechnen, was Anwender auch wirklich nutzen, und offeriert einen raffinierten Preisrechner. Die Redmonder behaupten zudem ganz offensiv, die gleichen Dienste wie AWS zu offerieren bei mindestens gleichen Kosten.

Kunden müssen genau wie bei AWS und GCP zunächst ihre Speicherklasse wählen: Das Pendant zu Simple Storage Services (S3) ist der skalierbare ObjektspeicherBlockblobs“ für Dokumente, Videos, Abbildungen und unstrukturierte Text- oder Binärdaten, unterteilt in die Ebenen „Heiß“, „Kalt“ oder „Archiv“. Für die lokal redundante Speicherung fallen wenigstens 0,001 Euro pro GB und Monat an.

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Bei derselben Summe startet das mit Hadoop kompatible Dateisystem mit integriertem hierarchischen Namespace „Azure Data Lake Storage“. Die Speicherlösung „Managed Disks“ offeriert persistente, gesicherte Datenträger (SSDs) mit einer Verfügbarkeit von 99,999 Prozent ab 1,30 Euro pro Monat. Die Gesamtkosten richten sich nach der Größe und Anzahl der Datenträger sowie nach der Anzahl ausgehender Datenübertragungen. Die Speicherlösung „Files“ beziehungsweise „Dateien“ kostet ab 0,051 Euro/GB im Monat und offeriert eine Dateifreigabe in der Cloud, auf die über Server Message Block (SMB) zugegriffen werden kann.

Datenübertragungen

Dazu kommen genau wie bei den Wettbewerbern Gebühren für die Datenübertragung; ausgehende Datenübertragungen kosten bis zu 0,074 Euro pro GB. Zu beachten ist dabei die Wahl der Verfügbarkeitszone. Zusätzlich gibt es die Speicheroptionen „Seitenblobs“ für optimierte Schreibvorgänge in zufällig ausgewählten Speicherorten innerhalb eines Blobs, „Table Storage“ mit einem NoSQL-Schlüssel-Wert-Speicher für strukturierte Daten in sehr großem Umfang sowie „Warteschlangen“, die Nachrichten speichern, die asynchron verarbeitet werden.

Weiter geht es mit den Datenredundanzoptionen, bei denen mehrere Kopien der Daten in anderen Rechenzentren abgelegt werden. Auch bei Azure ist damit die Liste der gebührenpflichtigen Extras aber längst noch nicht zu Ende ... Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass sich die Offerten der drei Hyperscaler kaum etwas nehmen, in der Anwendung scheinen sie sich stark zu ähneln.

In Teil 3 unserer Abrechnungsmodellübersicht folgt die Open Telekom Cloud, den Abschluss macht in Teil 4 der französische Anbieter OVH.

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