Dell stellt neue Storage-Lösungen vor Hardware, Software und Services für alle Storage-Umgebungen

Von Michael Matzer

Auf der Dell Technologies World 2022, die in Las Vegas stattfand, kündigte Sam Grocott, der Leiter des Produktmarketings, an, dass das Project Alpine, an dem Dell schon lange strickt, endlich Realität wird. Das bedeutet nichts weniger, als dass Dell Software-Defined Storage für Block, File und Object in Public Clouds zur Verfügung stellen wird. Daneben spielen Sicherheitsangebote sowie die Partnerschaft mit dem Analytics-Anbieter Snowflake eine Rolle.

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Dell passt sein Portfolio an den Bedarf der Kunden an und deckt damit weitere Facetten der neuen Storage-Welt ab.
Dell passt sein Portfolio an den Bedarf der Kunden an und deckt damit weitere Facetten der neuen Storage-Welt ab.
(Bild: Pravin - stock.adobe.com)

„Wir leben in einer Multi-Cloud-Welt, in der Unternehmen die IT On-Premises, in der Private, Public, Hybrid- und Edge-Cloud nutzen“, stellte Sam Grocott, Produktmarketingleiter bei Dell Technologies, fest. „Dell hat sich vorgenommen, all diese Modelle nahtlos mit Hardware, Software und Services zu unterstützen.“ Als wichtigsten Schritt bezeichnete Grocott die Unterstützung für Cloud Service Provider (CSPs) mit Dells Storage-Software.

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Chad Dunn, der Manager für das APEX-Produktmanagement, stellte neue Services vor, von denen einige für CSPs verfügbar werden. „Aufgrund der steigenden Priorität für Cyber-Protection hat Dell Technologies jetzt neue Lösungen für Managed-Cyber-Recovery und Public-Cloud-Cyber-Recovery für Multi-Cloud-Umgebungen im Portfolio“, sagte er.

Die neuen „APEX Cyber Recovery Services“ sollen die Datenwiederherstellung nach einer Cyberattacke verbessern und vereinfachen. Das As-a-Service-Angebot liefert laut Dunn standardisierte Konfigurationen, vereinfachte Recovery-Optionen und die Expertise zu knapp 2.000 isolierten Vault-Lösungen weltweit.

Recovery-Optionen bei Cyber-Attacken

Mit dem Release von „Dell PowerProtect Cyber Recovery for Microsoft Azure“ erweitert Dell Technologies nach Dunns Worten sein Multi-Cloud-Ökosystem: „Der neue Service vereinfacht den schnellen Zugriff auf die Data-Protection-Lösungen für Public Clouds über den Microsoft Azure Marketplace. Organisationen können so isolierte – und unveränderbare – Cyber-Vaults in der Public Cloud aufsetzen, um Daten gegen Ransomware-Attacken zu schützen, so die Cyber-Resilienz zu steigern und die Folgen von Cyber-Angriffen abzumildern.“ Im Falle von Cyber-Attacken stünden verschiedene Recovery-Optionen im Rechenzentrum, in einem neuen Azure Private Network oder nicht betroffenen Azure-Umgebungen zur Auswahl. Dieser Service diene unter anderem dazu, Backup-Kopien physisch durch Air-Gap zu schützen, insbesondere vor Ransomware-Attacken.

Neben Azure ist AWS der zweite CSP-Partner. Durch die Ankündigung von „CyberSense for Dell PowerProtect Cyber Recovery for AWS“ baut Dell Technologies die Zusammenarbeit mit AWS weiter aus. Damit sollen Unternehmen anpassbare Analysen und die Erfassung von Metadaten oder Dateien sowie Machine Learning und forensische Werkzeuge für die Diagnose und Beschleunigung von Data Recovery einsetzen können. „Dateien und Datenbanken können auf erfolgte Cyber-Attacken überprüft und die letzte nicht korrumpierte Kopie kann identifiziert werden“, erläuterte Dunn.

Dell APEX Cyber Recovery Services sind ab sofort in den USA verfügbar, im Laufe des Jahres auch in anderen Regionen. Dell PowerProtect Cyber Recovery for Microsoft Azure soll in der zweiten Hälfte des Jahres weltweit verfügbar sein. Das gilt auch für CyberSense for Dell PowerProtect Cyber Recovery for AWS.

Project Alpine

Schon im Januar 2022 wurde das Project Alpine vorgestellt. Es erlaubt die Nutzung der Dell-eigenen Storage-Software in Public Clouds. Damals war das ein Paket von Ankündigungen, nun wird es ernst. „Project Alpine stellt Datenmobilität und konsistente Operationen in gemischten On-Premises- und Public-Cloud-Umgebungen sicher“, hielt Dunn fest.

„Die Dell Enterprise Storage Software kann auf diese Weise einfach, effizient und sicher in der Public Cloud installiert und genutzt werden.“ Die Kunden sollen mit der Dell-Storage-Software ihre Daten in die Cloud transferieren und Cloud-basierte Analyse-Services – wie etwa Snowflake (siehe unten) – nutzen können. „Entwickler haben damit die Möglichkeit, einmal geschriebene Anwendungen über mehrere Public Clouds zu verteilen“, so Dunn. Das wäre ein echter Zugewinn, auch für die Endbenutzer solcher Anwendungen.

Software-gestützte Storage-Neuerungen

Zu Dells Storage-Software-Portfolio gehören PowerStore, PowerMax und PowerFlex. „Diese Produkte erhalten nun über 500 neue Funktionen“, wie Caitlin Gordon, VP für Software and Solutions Product Management, zusammen mit Shannon Champion, zuständig für HCI und Primary Storage, sagte. Die Neuerungen stammen aus dem Project Alpine.

Dell PowerStore

Die Storage-Appliances der Modellreihe Dell PowerStore sollen nun bei gemischten Workloads bis zu 50 Prozent schneller sein und eine bis zu 66 Prozent höhere Speicherkapazität aufweisen. Die durchgehende NVMe-Unterstützung und erhöhte Netzwerkgeschwindigkeiten von bis zu 100 GbE für einen 18-TB-Cluster erlauben neue Use-Cases. So lassen sich etwa hochverfügbare Replikationen in Metro-Netzwerken „mit nur fünf Klicks“ konfigurieren. „Unternehmen können Business-Continuity-Strategien dadurch deutlich leichter planen“, fasste Champion zusammen.

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Durchgehend ist eine deutlich vertiefte VMware-Integration in den drei Modellreihen zu beobachten. Das dürfte besonders VCF-Nutzer (VMware Cloud Foundation) freuen. Diese VMware-Integration soll die Latenz und Performance von vVols verbessern und das Disaster Recovery durch vVols-Replikation, Snapshots auf VM-Ebene und schnelle Klone vereinfachen.

Schließlich stellte das Dell-Team ein weitere Datenschutzfunktion vor: File Level Retention. Sie dient dem Schutz aufbewahrter Dateien vor Löschen und Änderungen etwa durch Ransomware, aber auch der Dateireplikation und dem Support von Drittlösungen für File-Monitoring. „Diese Leistungsmerkmale ermöglichen es Unternehmen, File-Workloads optimal zu unterstützen und zu sichern“, sagte Champion.

Dell PowerMax

Die Storage-Arrays der Modellreihe Dell PowerMax seien in punkto Cyber-Resilienz gestärkt worden und seien nun fit für Zero-Trust-Umgebungen. „Dafür sorgen unter anderem Cyber Vaults für herkömmliche und Mainframe-Umgebungen“, so Champion, „und Anti-Ransomware-Funktionen von CloudIQ helfen dabei, Angriffe frühzeitig zu erkennen, ihre Gefahren zu minimieren und die Wiederherstellung betroffener Dateien zu beschleunigen.“ Dass Dateien überhaupt „betroffen“ sein könnten, dürfte die Kunden nicht gerade beruhigen. Sie erwarten hundertprozentigen Schutz ihrer digitalen Werte.

PowerMax biete jetzt bis zu 65 Millionen sichere Snaphots und verbessere damit das Cyber Recovery. Eine neue 4:1-Datenreduktionsgarantie erhöhe die Effizienz. „Die Leistung sowie die Skalierbarkeit wurden im Vergleich zum jeweiligen Vorgänger verdoppelt, und es werden bis zu 50 Prozent bessere Antwortzeiten in anspruchsvollen Anwendungen und Mainframe-Umgebungen auf zwei neuen NVMe-basierten PowerMax-Modellen erzielt“, verdeutlichte Champion. „Anytime-Upgrade-Kunden von Dell Technologies haben bei einem Umstieg auf diese Modelle Anspruch auf unterbrechungsfreie Upgrades.“

Um eben diese Kunden zu entlasten, wurden wichtige Abläufe wie Multi-Array-Smart-Provisioning, Workload-Optimierung, Zustandsüberwachung und Problembehebung automatisiert. Sie dürften den Storage-Betrieb erheblich vereinfachen und kostengünstiger machen. (Siehe dazu auch die Features von PowerFlex.)

PowerMax bietet laut Champion nun „eine schnellere Übertragung von Cloud-Snapshots in Public Clouds und ihre unmittelbare Wiederherstellung, eine eingebaute Hochverfügbarkeit zur Minimierung von Ausfallzeiten und eine einfache Wiederherstellung von Cloud-basierten Objektspeicherdaten“. Diese Features sollen ein schnelles Verschieben von Daten in Public Clouds erlauben, was ja für das Project Alpine eine wesentliche Voraussetzung ist.

Dell PowerFlex

Dell PowerFlex ist eine Software-basierte Infrastrukturplattform (SDI) für Block-Storage. Sie erhält nun neue File-Services. „Damit bietet sie einheitliche Block- und File-Funktionen für eine einfache Konsolidierung herkömmlicher und moderner Workloads“, erläuterte Champion. Zudem werde sie mit File-Unterstützung für alle großen Container-Orchestrierungs-Plattformen ausgestattet, also Docker und Kubernetes.

„Dadurch kann sie alle Kubernetes- und Container-Orchestrierungs-Plattformen von Amazon, Google, Microsoft, Red Hat, SUSE und VMware sowohl mit File- als auch mit Block-Support unterstützen“, resümierte Champion. Der Vorteil: „Unternehmen können damit Multi-Cloud- und DevOps-Strategien einfacher umsetzen.“ Auch werde die „vertrauenswürdige Widerstandsfähigkeit gegen Cyberattacken“ berücksichtigt.

Wie PowerStore unterstützt auch die PowerFlex-Modellreihe den NVMe-Standard, und zwar auf der Konnektivitätsseite. NVMe-over-TCP-Konnektivität mit konsistentem und standardbasiertem Storage-Networking soll die Bereitstellung der PowerFlex-Plattform vereinfachen. Die Administration einer so mächtigen SDI-Plattform ist kein Klacks. Dell offeriert nun vereinheitlichte Rechen-, Speicher- und Lifecycle-Management-Funktionen für einen optimierten Betrieb. Dazu gehören laut Champion auch NAS-Workloads. Diese Neuerungen sollen zu niedrigerem TCO beitragen, indem sich herkömmliche und containerisierte Workloads in Bare-Metal- und virtualisierten Umgebungen konsolidieren lassen.

Die Neuerungen von Dell PowerStore, PowerMax und PowerFlex sollen im dritten Quartal 2022 weltweit verfügbar werden.

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Partnerschaft mit Snowflake

Dell Technologies und Snowflake, der Anbieter eines Data Warehouses in der Cloud, wollen eine strategische Partnerschaft eingehen. Durch die Verbindung des Dell-Enterprise-Storage-Portfolios mit der Snowflake-Data-Cloud soll die Partnerschaft als erste ihrer Art die „operative Flexibilität und Datensicherheit in Multi-Cloud-Umgebungen erhöhen und aus Daten Einsichten und Erkenntnisse machen“, so Chad Dunn. Er gab an, diese Kollaboration gehe auf die Nachfrage seitens der gemeinsamen Kunden zurück. Diese wollten die zahlreichen Vorteile nutzen.

Denn die Kooperation soll Kunden zusätzliche Optionen zur Nutzung von Multi-Cloud-Umgebungen eröffnen, für eine Metadaten-Souveränität und zur Analyse der Daten dort, wo sie entstehen. „Durch die Zusammenarbeit“, so Chd Dunn, „können die Kunden von Dell Technologies und Snowflake ihre On-Premises auf Dell-Object-Storage-Servern gespeicherten Daten auch in der Snowflake-Data-Cloud nutzen, während diese entweder lokal gespeichert bleiben oder in Public Clouds kopiert werden.“ Dell und Snowflake wollen die Produktintegration im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2022 vorantreiben.

Laut dem jüngsten Gartner Report werden 2022 die Ausgaben für Information-Security- und Risk-Management weltweit die Summe von rund 168 Milliarden US-Dollar erreichen – eine Steigerung von 13 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahr.

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