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Technavio-Studie Markt für Software-Defined Storage wird von Cloud und HCI befeuert

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Der weltweite Markt für Software-Defined Storage wird von 2020 bis 2024 um 42,79 Milliarden US-Dollar ansteigen, was einer jährlichen Wachstumsrate von rund 27 Prozent entspricht. Das sagt das Marktforschungsunternehmen Technavio in seiner kürzlich veröffentlichten Studie „Global Software-Defined Storage Market 2020-2024“ voraus.

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Konsolidierung im Fokus: Ein entscheidender Vorteil Cloud-basierter Speicherlösungen ist die Senkung der Kosten.
Konsolidierung im Fokus: Ein entscheidender Vorteil Cloud-basierter Speicherlösungen ist die Senkung der Kosten.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Der Storage-Anbieter Cohesity sieht sich genau in den von Technavio in der Studie „Global Software-Defined Storage Market 2020-2024“ analysierten Trends positioniert, vor allem im Aufstieg des Hyper-Converged-Segments und in der Nutzung der Public Cloud. Technavio zufolge hat die Nutzung von Cloud-basierten Storage-Lösungen signifikant zugenommen. Denn zu ihren Vorteilen zählten Kostensenkung, verbesserte Skalierbarkeit und gesteigerte Effizienz. Diese Vorteile wiederum erhöhten die Nachfrage nach Software-Defined Storage (SDS), weil es das Storage-Management vereinfache und die Herausforderungen anpacke, die sich aus der Datenverwaltung im Cloud Computing ergäben. Die vermehrte Einführung von Cloud-Lösungen werde das Wachstum des SDS-Marktes im Vorhersagezeitraum befeuern. Änderungen, die sich aus der weltweiten Covid-19-Pandemie ergeben, bleiben vorbehalten.

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Hyper-Converged-Technologie

Nach Ansicht der Technavio-Marktforscher wird sich der Aufstieg der hyperkonvergenten Technologie positiv auf den Markt auswirken und im Vorhersagezeitraum signifikant zu dessen Wachstum beitragen. Die hyperkonvergente Technologie gewinne an Bedeutung, weil sie Unternehmen helfe, die Abhängigkeit von verschiedenen und mehreren Systemen für Storage, Rechenleistung und Netzwerkdienste zu vermeiden, weil sich alle drei Systeme in einer virtualisierten Umgebung betreiben ließen. Das erhöhe den Nutzungsgrad solcher Systemressourcen. Außerdem ließen sich auf diese Weise der Energieverbrauch senken und im Rechenzentrum Platz sparen. Die Vorteile zeigten sich in erhöhter Effizienz des Rechenzentrums und höherer Datenübertragungsgeschwindigkeit: Alle drei Systeme befänden sich ja in nächster Nähe zueinander.

Hyper-Converged-Infrastruktur (HCI) Software sei nur eine Bereitstellungsform für Software-Defined Storage (SDS). Daneben seien der Hypervisor, Scale-Out-Storage, Container und verteilte File-Systeme wie etwa GPFS zu nennen. Neben Cloud-Lösungen werden laut Technavio hyperkonvergente Technologien einer der Haupttrends sein, die das Wachstum des SDS-Marktes im Vorhersagezeitraum befeuern werden.

„Faktoren wie die wachsende Zahl von Partnerschaften und Firmenkäufen sowie die Zunahme an digitaler Transformation werden einen signifikanten Einfluss auf den Umfang und Wert des SDS-Marktes im Vorhersagezeitraum ausüben“, sagt ein leitender Analyst bei Technavio.

Cohesity als HCI- und SDS-Vertreter

„Der Technavio-Report über Software-Defined Storage bestätigt die Wachstumsaussichten von Cohesity“, freut sich Wolfgang Huber, Regional Director, Central Europe beim Storage-Anbieter Cohesity. „Die Datenmanagementlösung von Cohesity erfüllt die zentralen Business-Anforderungen wie etwa beschleunigte Einführung von hyperkonvergenten Plattformen, Benutzerfreundlichkeit, zentralisiertes Management, Hybrid-Cloud-Bereitstellung sowie reduzierten Strom- und Platzverbrauch.“

Darüber hinaus biete Cohesity eine sichere und geschützte Plattform bei Ransomware-Angriffen sowie eine extrem schnelle Massenwiederherstellung im Falle eines Angriffs. „Diese Voraussetzungen“, so Huber weiter, „sorgen dafür, dass Cohesity um ein Vielfaches schneller wächst als die angenommene durchschnittliche Wachstumsrate von 27 Prozent von 2020 bis 2024.“

Nach eigenen Angaben wächst das Unternehmen jährlich um 100 Prozent, in Deutschland, wo es seit drei Jahren präsent ist, gar um jährlich 300 Prozent. Mit einem Börsengang wird binnen 18 bis 24 Monaten gerechnet. Cohesity ist laut Huber in acht Branchen vertreten und stößt auf eine hohe Nachfrage. Strategische Partner sind nach seinen Angaben AWS, Azure, GCP, Cisco und Hewlett Packard Enterprise.

SpanFS in der Appliance

Das Kernstück der Cohesity-Plattform ist das Filesystem SpanFS, dessen Urform Gründer und CEO Mohit Aron schon für Google entwickelte. Es erlaubt dem Cohesity-Admin, verteilte Unternehmensdaten in einer hybriden Umgebung zu verwalten. Die Plattform, die auf einer x86-basierten Appliance geliefert wird, lässt sich On-Premises, in der Public Cloud und am Edge betreiben und nutzen. Ein interessanter Aspekt dabei ist die Fähigkeit, mit dem Filesystem sowohl Files als auch Objekte sichern und wiederherzustellen zu können.

Die Appliance stellt ein hyperkonvergentes System dar, das mit Festplatte(n), SSD, RAM und CPU geliefert wird, sei es von Cohesity oder von Partnern wie HPE. Ein Cohesity-Cluster erfordert mindestens drei Appliances, das heißt drei Knoten als Basis plus optional drei Knoten für die Replikation, was zwei dedizierte Cluster auf der Basis SpanFS ergibt. Das ist schon mal eine Ansage, denn diese Grundkonfiguration bedingt auch eine entsprechende Größe der Unternehmens-IT.

Jeder Cluster lässt sich mit der grafischen Benutzeroberfläche Helios verwalten. „Der Cluster skaliert im Test linear auf bis zu 256 Knoten“, sagt Huber zur Performance. Zu den Appliance-Services zählen nicht nur die übliche Kompression, Deduplizierung und Verschlüsselung sämtlicher Daten (ruhende wie bewegte), sondern auch Ransomware-Schutz.

Pure Storage und Cohesity bieten Kunden umfassenden Schutz vor Ransomware

Cohesity und der Speicheranbieter Pure Storage haben vor Kurzem eine strategische Partnerschaft verlautbart. Die beiden Unternehmen wollen gemeinsam die Lösung „Pure FlashRecover, Powered by Cohesity“ auf den Markt bringen. Sie erfüllt laut Ankündigung hohe Anforderungen an die Geschäftskontinuität und eröffnet neue Möglichkeiten für datengesteuerte Unternehmen, die insbesondere die Public Cloud nutzen.

Pure FlashRecover, Powered by Cohesity“ bietet demnach All-Flash-Daten-Backup und -Wiederherstellung. Diese Lösung benötigen Unternehmen für die schnelle Wiederherstellung von Daten im Falle einer Katastrophe oder eines Ransomware-Angriffs. Sie ermögliche Flash-to-Flash-to-Cloud-Datensicherung sowie eine schnelle, unabhängige Skalierung von Verarbeitungs-, Durchsatz- und Speicherkapazitäten für eine hocheffiziente Nutzung aller Ressourcen.

Anwendungsfälle

Wie schon Technavio herausgefunden hat, gehört zu den Anwendungsfällen für HCI und SDS die Konsolidierung der vorhandenen Backup-Infrastruktur, womit sich die Betriebskosten senken lassen. „Je größer die Infrastruktur, desto effektiver ist die Konsolidierung“, gibt Huber zu bedenken. Als zweiten Use Case nennt er die Konsolidierung von Rechenzentrums-Workloads, und zwar nicht nur im jeweils eigenen. Die Prozesse für Kompression, Deduplizierung und Verschlüsselung sämtlicher Daten lassen sich mit der Cohesity DataPlatform beispielsweise auch für S3-Buckets in der AWS-Cloud realisieren.

Die Vorgaben für den Einsatz reichen von der Langzeitarchivierung über Entwicklung und Test bis hin zu Analytik. „Mit den Metadaten, die den Content beschreiben, werden Nutzungsmetriken erstellt und Aktionen gemäß Policies und Regeln automatisch ausgelöst.“ So lasse sich etwa mit Hilfe der grafischen Admin-Konsole Helios die Optimierung der Datenspeicherung je nach Vorgabe steuern, beispielsweise Kosteneffizienz. Dabei kann der Admin laut Huber auch Machine-Learning-Algorithmen nutzen und Szenarien durchspielen, etwa vor einer Firmenübernahme oder -fusion, um die Frage zu beantworten: „Welche Auswirkung wird die fremde Speicherstruktur auf mein Data-Management haben?“

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