Veeam Availability Platform für die hybride Cloud

Strategiewechsel: Vom Produkt- zum Lösungsanbieter

| Autor / Redakteur: Tina Billo / Rainer Graefen

Die Veeam Availability Platform for the Hybrid Cloud umfasst sechs Komponenten.
Die Veeam Availability Platform for the Hybrid Cloud umfasst sechs Komponenten. (Bild: Veeam Software)

Mit der Veeam Availability Platform for the Hybrid Cloud bündelt der Backup- und Restore-Spezialist Veeam Software mehrere separate Tools in einem umfassenden Paket. Die Lösung soll die Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen in heterogen aufgebauten Infrastrukturen sicherstellen. Des Weiteren bringt Veeam eine neue Backup-Lösung speziell für Microsoft Office 365 auf den Markt.

Weg vom reinen Produkt- und hin zum Lösungsanbieter: Dieses Ziel verfolgt der mit Backup- und Restore-Lösungen für virtuelle Maschinen (VMs) groß gewordene Schweizer Anbieter Veeam bereits seit einiger Zeit. So wählte die Softwareschmiede für ihr diesjähriges Veeam Forum Deutschland bereits das Leitthema "Availability for the Always-On Enterprise" und positionierte sich passend dazu als "Verfügbarkeitspezialist".

Der jetzt erfolgte Ausblick auf die Roadmap spiegelt diesen Wandel wider. Mit der aktuell vorgestellten Veeam Availability Platform für die hybride Cloud, schnürten die Schweizer ein Lösungspaket, dass sich aus sechs Softwarekomponenten zusammensetzt. Hierbei handelt es sich teils um bereits zum Angebot zählende und verbesserte, aber auch um neue Tools. Laut Hersteller stünden Unternehmen jeder Größenordnung damit alle Funktionen zur Verfügung, die für eine schnelle und zuverlässige Sicherung von Daten und Anwendungen in einer hybriden Cloud-Umgebung sowie für deren Verwaltung erforderlich seien.

Mit der in diesem Zuge ebenfalls angekündigten Backup-Lösung Veeam Backup for Microsoft Office 365 vollzieht Veeam zudem einen engeren Schulterschluss mit Microsoft. Abrundend gewährte der Hersteller noch einen Ausblick auf die Veeam Availability Suite Version 10, zu deren Neuerungen unter anderem die Unterstützung der IBM-Speicherprodukte Storwize und SVC (SAN Volume Controller) zählen soll.

Cloudbasierte IT-Modelle brauchen Verfügbarkeitstools

Veeam stützt seine Annahme, dass Unternehmen weltweit verstärkt auf Verfügbarkeitstools angewiesen seien, unter anderem auf Aussagen von IDC. Die Marktanalysten verfolgen die These, dass diese bis 2019 auf eine überwiegend cloudbasierte IT-Architektur umstellen müssten, um sich im Wettbewerb weiterhin behaupten zu können.

Die Veeam Availability Platform for the Hybrid Cloud erfülle die daraus resultierenden an die Verfügbarkeit von Daten und Anwendungen gestellten Anforderungen. Mit dem Einsatz der Lösung, so Veeam, ließen sich alle Workloads in einer hybriden Cloud-Umgebung aufrechterhalten, schützen und organisieren. Ganz gleich, ob diese auf physischen oder virtuellen Maschinen, an unterschiedlichen Standorten oder in einer Cloud betrieben würden.

Dabei soll die Festlegung einzuhaltender Recovery Service Level Objectives (SLOs) dafür sorgen, dass die Wiederherstellung aller Daten und Anwendungen nach Notfällen stets in weniger als 15 Minuten erledigt sei. Dies gewährleiste in Kombination mit der automatischen Orchestrierung von Disaster-Recovery-Maßnahmen einen nahezu unterbrechungsfreien Geschäftsbetrieb. Von Vorteil sei zudem, dass sich mittels Überwachungstools sowie Funktionen zur Erstellung von Berichten und Dokumentationen oder zur Durchführung von Tests nunmehr unternehmensinterne und regulatorische Vorgaben zuverlässig erfüllen ließen.

Zugeschnitten auf hybride Cloud-Umgebungen

Eine zentrale Komponente des Softwarepakets ist die für diesen Monat angekündigte Version 9.5 der Veeam Availability Suite, mit der sich Workloads in privaten Clouds und virtuellen Umgebungen sichern sowie verwalten lassen. Mit rund 100 verbesserten und neuen Funktionen soll das Flagschiff des Herstellers aufwarten, das die Backup-, Restore- und Replikations-Lösung Veeam Backup and Replication mit den Monitoring-, Reporting- und Kapazitätsplanungstools von Veem One verbindet.

Matthias Frühauf ist Regional Head of System Engineers CEMEA bei Veeam Software.
Matthias Frühauf ist Regional Head of System Engineers CEMEA bei Veeam Software. (Bild: Veam Software)

Nach Aussage von Matthias Frühauf, Regional Head of System Engineers CEMEA bei Veeam Software, sei die IO-Leistung zum Beispiel doppelt so hoch, wie bei v9 der Fall. Das würde sowohl die Sicherung von Backups als auch die Wiederherstellung kompletter virtueller Maschinen beschleunigen. Außerdem ließe sich die neue Version unabhängig von der Größenordnung der Umgebung und der Anzahl der betriebenen VMs besser skalieren.

Neu hinzugekommen sei außerdem, dass sich die Plattform vollständig in Microsoft 2016 Rechenzentrumslösungen integrieren lässt und Windows Server 2016, Microsoft Hyper-V 2016, Nano-Server, Storage Spaces Direkt und Microsoft Enterprise 2016- Anwendungen unterstützt. Lokal betriebene Windows- und Linux VMs, physische Server und Endgeräte könnten zudem in Microsoft Azure wiederhergestellt oder in die Cloud-Computing-Plattform migriert werden.

Auch spiele die Veeam Availability Suite ab der Version 9.5 mit Speicherlösungen von Nimble Storage zusammen und ermögliche beispielsweise, Nimble Storage-Snapshots zu erzeugen sowie wiederherzustellen. Dank integrierter Reporting-Funktionen könnten Unternehmen und Service Providern zudem die Kosten von Rechner- und Speicherressourcen oder Serviceangeboten genau kalkulieren, und diese nutzungsgerecht abrechnen sowie fakturieren.

Veeam Agents für Windows und Linux

Zwei Agenten zählen zu den weiteren Bestandteilen der neuen Lösung. Diese sollen die Verfügbarkeit von physischen und cloudbasierten Server und Workstations in unternehmensinternen Infrastrukturen oder öffentlichen Clouds gewährleisten.

Dabei handelt es sich einerseits um den seit sechs Monaten als geschlossene Betaversion verfügbaren Veeam Agent für Linux, der im November generell erhältlich sein soll und die Distributionen von Suse, Red Hat und Debian unterstützt. Andererseits um den Veeam Agent für Microsoft Windows, dessen Einführung für Dezember 2016 geplant ist.

Dieser beruht auf der der neuen Technologie von Veeam Endpoint Backup Free und soll künftig nicht nur der Sicherung von Endgeräten, sondern auch der Anbindung von Microsoft-Infrastrukturen mit Windows Server, Exchange Server und SQL Server dienen.

Zentrales Management und Basis für BaaS und DRaaS

Mit an Bord der Veeam Availability Platform ist zudem die neue cloudfähige Verwaltungsplattform Veeam Availability Console, die der Hersteller für das erste Quartal 2017 avisiert. Zum Funktionsumfang der mandantenfähigen Lösung zählen Tools für das Onboarding neuer Kunden, die Bereitstellung von Veeam-Backup- und Replikationsdiensten, die Fernüberwachung und -verwaltung von IT-Umgebungen sowie den Support und die Abrechnung.

Unternehmen erleichtere die Management-Konsole, ihre verteilten IT- sowie Cloud-Umgebungen zentral zu überwachen und zu verwalten. Unter Einsatz der ebenfalls in die Plattform integrierten Lösung Veeam Cloud Connect, mit der sich Daten in privaten, öffentlichen und Managed Clouds sichern, replizieren und wiederherstellen lassen, könnten sie firmeneigene Rechenzentren, dezentrale Standorte oder ihre hybride Cloud einschließlich angebundener mobil genutzter Mitarbeitergeräte deutlich einfacher managen.

Service Providern aber auch Partnern und Händlern ermögliche die Veeam Availability Console darüber hinaus, ihr Angebotsspektrum um Dienste wie Backup-as-a-Service (BaaS) sowie Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS) zu erweitern.

Orchestrierung von Disaster-Recovery-Maßnahmen

Die Veeam Availability Platform umfasst ferner den Veeam Availability Orchestrator. Mit der Lösung sollen Unternehmen Disaster-Recovery-Pläne erstellen, aufeinander abstimmen, testen und dokumentieren können. Veeam Backups und Replikate ließen sich so weitestgehend automatisch organisieren. Dadurch könnten SLAs nahezu ohne Ausfalltoleranz eingehalten und mit manuellen Arbeiten verbundene Fehler ausgeschaltet werden.

Automatisierte und zeitlich terminierte standortübergreifende Fail-over-Szenarien könnten zudem vorab per Knopfdruck getestet werden. Tools für die Dokumentierung und Aktualisierung der DR-Plänen ermöglichten überdies, unternehmensinterne Vorgaben und Compliance-Anforderungen einzuhalten.

Backup und Restore von MS Office 365 E-Mail-Daten

Für das vierte Quartal 2016 kündigte Veeam zusätzlich eine auf das Microsoft Cloud-Angebot zugeschnittene Backup-Lösung an. Veeam Backup für Microsoft Office 365 integriert mit Veeam Backup and Replication. Dies erlaube Nutzern Mailbox-Daten zwischen MS Office 365 und einer unternehmensinternen Exchange-Plattform auszutauschen. Office 365 E-Mail-Daten ließen sich in der eigenen IT-Umgebung sichern, einzelne Mailbox-Elemente schnell und detailgenau wiederherstellen sowie eDiscovery-Suchen in Mail-Archiven durchführen. Ergänzend hierzu stehen Export- und Wiederherstellungsoptionen bereit.

Kunden, die bereits die Veeam Availability Suite oder Veeam Backup and Replication nutzen, bietet Veeam ein einjähriges kostenloses Abonnement für Veeam Backup für Microsoft Office 365 an. Kommen entsprechende Enterprise Plus-Editionen zum Einsatz verlängert sich der Zeitraum auf drei Jahre. Das Angebot ist befristet und läuft am 31. Dezember 2016 aus.

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44295815 / Backup/Recovery)