Definition

Was ist das Network Data Management Protocol (NDMP)?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Andreas Donner

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt. (Bild: © aga7ta - Fotolia)

Das Network Data Management Protocol oder NDMP lässt sich für eine zentralisierte Steuerung von Backup- und Restore-Aufgaben in heterogenen Umgebungen mit NAS-Servern einsetzen. Es trennt den Steuer- und Datenverkehr und reduziert die Belastung des Netzwerks. NDMP ist in der TCP/IP-Anwendungsebene angesiedelt.

Die Abkürzung NDMP bedeutet „Network Data Management Protocol“. Es handelt sich um ein Protokoll, das auf der Anwendungsebene der TCP/IP-Welt aufsetzt. Mithilfe von NDMP lassen sich Backup- und Restore-Aufgaben in einem heterogenen Speicherumfeld zentral steuern.

Durch die Trennung des Kontroll- und Datenverkehrs zwischen NAS, Bandlaufwerk oder virtueller Bandbibliothek (sekundärem Storage) und Backup-Software lässt sich die Server- und Netzwerkbelastung reduzieren. NDMP stellt standardisierte Schnittstellen für die direkte Kommunikation der am Backup und Restore beteiligten Systeme bereit.

Unterstützung trotz fehlendem offiziellen RFC

Ursprünglich wurde das Protokoll von den Unternehmen Intelliguard und Netapp entwickelt. Im Jahr 1996 wurde die Protokollspezifikation bei der IETF (Internet Engineering Task Force) eingereicht, um den Prozess der Verankerung der Definition in einem RFC anzustoßen. Bis heute ist noch kein offizieller RFC verabschiedet, dennoch unterstützen zahlreiche Hersteller von Backup-Lösungen und NAS-Servern das Protokoll.

Das Network Data Management Protocol existiert in verschiedenen Versionen. Aktuell ist die Version 5. Das Protokoll nutzt auf der TCP-Ebene üblicherweise den Port 10.000. Auf den darunter liegenden Schichten können beliebige Techniken wie Ethernet oder Token Ring zum Einsatz kommen. Für die Nutzung von NDMP zu Backup- und Restore-Zwecken sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • die eingesetzte Backup-Software muss das Protokoll unterstützen,
  • das Speichersystem (NAS) muss kompatibel mit NDMP sein,
  • der sekundäre Storage (Bandlaufwerk oder virtuelle Bandbibliothek) muss sich per NDMP steuern und ansprechen lassen.

NDMP in Kombination mit NAS-Servern

Beim Einsatz verschiedener NAS-Server und in heterogenen Umgebungen ist die zentrale Steuerung der Backup- und Restore-Vorgänge wünschenswert. Die Daten sind jedoch auf Servern mit verschiedenen Betriebssystemen verteilt. Eine zentrale Backup-Lösung muss skalierbar sein, komplexe Architekturen berücksichtigen und mit verschiedenen Betriebssystemen zusammenarbeiten.

Das Network Data Management Protocol stellt für die beteiligten Systeme standardisierte Schnittstellen bereit und sorgt für die Kompatibilität untereinander. Direkt mit dem Netzwerk verbundene NAS-Server mit ihren eigenen Betriebssystemen lassen sich in die Backup-Lösung integrieren, ohne das NAS-Laufwerk separat einbinden zu müssen. NDMP nutzt für die Kommunikation der Geräte untereinander ein gemeinsames Protokollformat und trennt den Kontroll- vom Datenverkehr.

NDMP löst Sicherungsprobleme

Die Daten lassen sich direkt zum Bandlaufwerk oder zur virtuellen Bandbibliothek übertragen, ohne dass sie den Umweg über einen weiteren Server und das Netzwerk nehmen müssen. Das offene Netzwerkprotokoll definiert gemeinsame Schnittstellen für die beteiligten Systeme. Es ermöglicht direkte Datenflüsse und den Austausch von Steuerinformationen.

Dank NDMP kommunizieren NAS-Server direkt mit den am Netzwerk angeschlossenen Bandgeräten ohne den Umweg über die zentrale Backup-Software. Ohne Network Data Management Protocol müssten die zu sichernden oder wiederherzustellenden NAS-Server auf einem Remote Server gemountet und von dort über eine Bandbibliothek gesichert oder wiederhergestellt werden.

Vorteile im Überblick

Die Verwendung des Network Data Management Protocols bietet für Backup- und Restore-Lösungen zahlreiche Vorteile. Es handelt sich um ein offenes Protokoll, das von vielen Herstellern unterstützt wird. Dank NDMP nehmen die Daten bei der Sicherung oder Wiederherstellung den kürzesten Weg zwischen NAS und Bandbibliothek. NAS und Bibliothek kommunizieren ohne den Umweg über einen Server und reduzieren die Last im Netzwerk. Weitere Vorteile sind:

  • zentrale Steuerung aller Backup- und Restore-Vorgänge auch in heterogenen Umgebungen,
  • Trennung des Daten- und Steuerverkehrs,
  • Schaffung einer einheitlichen Architektur durch ein gemeinsames Protokoll,
  • lokalisierte Backups und Disaster Recoverys,
  • Verbesserung der Interoperabilität zwischen Geräten und Lösungen verschiedener Hersteller,
  • weniger zusätzliche Software zur Implementierung einer zentralen Backup-und-Restore-Lösung notwendig – Reduktion der Kosten.

Die verschiedenen Schnittstellen

Für die verschiedenen am Backup oder Restore beteiligten Geräte und Systeme stellt das Network Data Management Protocol zahlreiche standardisierte Schnittstellen zur Verfügung. Über die Data-Management-Application-Schnittstelle sendet die zentrale Backup-Software ihre Steuerbefehle per Netzwerk an die einzelnen NDMP-Services.

Der NDMP Data Service stellt die Schnittstelle zum NAS dar, auf dem die zu sichernden Daten gespeichert sind oder auf dem Daten wiederhergestellt werden sollen. Beim NDMP Tape Service handelt es sich um die Schnittstelle zum Backup-System (Bandlaufwerk, virtuelle Bandbibliothek, sekundärer Storage), auf dem die Daten gesichert oder von dem sie hergestellt werden. Der NDMP SCSI Pass-Through Service ist eine Schnittstelle, die es der Backup-Software erlaubt, SCSI-Befehle an Sicherungsgeräte zu senden. Die Befehle erreichen die an den NDMP-Servern angeschlossenen Geräte und werden quasi durchgereicht.

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