News von Nakivo, Ctera, Atto und Arcserve Zahlreiche Storage-Neuheiten auf der „Technology Live!“

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Auf der jüngsten Online-Konferenz „Technology Live!“ der britischen Agentur A3 stellten mehrere Storage-Anbieter ihre Neuheiten und sogar Pläne vor: Nakivo, Ctera, Atto und Arcserve. Letzterer will mit StorageCraft fusionieren und zum Platzhirsch im Backup-Markt werden.

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Die vermehrt in Home-Offices und Niederlassungen entstehenden unstrukturierten Daten sind einer der Treiber bei der Entwicklung von Storage-Lösungen.
Die vermehrt in Home-Offices und Niederlassungen entstehenden unstrukturierten Daten sind einer der Treiber bei der Entwicklung von Storage-Lösungen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Nakivo

Den Anfang der Neuheitenschau auf der „Technology Live!“-Konferenz machte Nakivo. Das seit 2012 tätige Unternehmen hat in den Bereichen Backup/DR, Replikation, Instant Restore und Site Recovery nach eigenen Angaben 16.000 Kunden vorzuweisen. Seine All-in-one-Lösung setzt auf der VM-Ebene auf und kann Virtualisierung, physische Server, die Cloud und SaaS unterstützen.

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Die neben Linux (RHEL, SLES und Ubuntu) und Windows auch auf einer Appliance und als Amazon Machine Image (AMI) verfügbare Lösung „Nakivo Backup & Replication“ lässt sich für die Sicherung von Microsoft 365, Oracle-Datenbanken (mit RMAN) sowie Nutanix (Files, Objects) nutzen. Daher verwundert es nicht, wenn unter den Partner illustre Namen wie HPE, AWS (S3), Synology, Qnap, Google und Wasabi zu finden sind. Nakivo unterstützt die Deduplication Appliances von HPE, Quantum, NEC, NetApp und Quantum, um Deduplizierung von bis zu 80 Prozent der Rohdaten anzubieten. Zu den Kunden zählen Konzerne wie Coca-Cola und Verifone. „70 Prozent unserer Kunden kommen aus dem KMU-Markt, 30 Prozent aus dem Enterprise-Segment“, verdeutlichte Anton Shelepchuk, der Vertriebsleiter.

Backups können auf Tape oder Virtual Tape Drives erfolgen oder direkt in die Clouds von AWS, Google und Wasabi. Die Backups und Repliken werden sofort geprüft, dedupliziert und komprimiert. So sollen sich ganze Sites sichern und replizieren lassen oder auch nur inkrementelle Snapshots. Das Konzept des Storage-Tiering lässt sich ebenso umsetzen wie der in der jüngsten Version 10.2 realisierte Schutz vor Ransomware-Attacken. Wie bei Arcserve wird dieser Schutz nicht proprietär, sondern kostengünstig mit AWS Object Lock umgesetzt. Auf Anfrage gab Shelepchuk an, dass Kubernetes bislang noch nicht unterstützt wird.

„Der große Vorteil unserer Lösung liegt im niedrigen TCO, der bis zu 20-mal niedriger ist als bei konventionellen Lösungen.“ Dazu soll sicher auch die doppelt so hohe Backup-Geschwindigkeit beitragen, die mit der NAS-basierten Backup-Appliance-Software auf Hardware von Synology und anderen erzielbar sei. Die Datenwiederherstellung könne feinkörnig auf Dateien, Ordner und Applikationsobjekte erfolgen, aber auch in eine sofort erstellte Virtuelle Maschine (VM). Shelepchuk gab an, dass die Wiederherstellung von VMs auf Bare-Metal-Server noch nicht unterstützt werde.

Die Funktion „Site Recovery“ erlaubt die Wiederherstellung zu verschiedenen Failover-Zielen sowie die Prüfung auf die Verfügbarkeit der in den Replikaten enthaltenen VMs. Bekanntlich muss auch die Disaster Recovery geplant werden, um in der optimalen Zeit erfolgen zu können. Das Testen und Üben kann Zeit beanspruchen und Downtime verursachen. Nakivo will diesen Aufwand minimieren.

Ctera

Zunehmend werden Daten in Edge-Systemen, im IoT und in Niederlassungen oder Home-Offices generiert. Dabei handelt es sich häufig um unstrukturierte Datentypen wie etwa Text- oder Excel-Dateien, E-Mails und Messages. Auch diese Datenmengen müssen gesichert und repliziert werden. Dafür bietet die israelische Firma Ctera eine mandantenfähige Multi-Cloud-Lösung namens „Global File System“ an. Diese liegt seit kurzem in der Version 7.0 vor. Neben der zentralen Portal-Software erledigen vor allem mehrere Hardware-Komponenten die Arbeit. Das Portal sorgt für die Datensicherheit und den Datenschutz, lässt über ein Dashboard auch „Data Insights“ zu. Die Analysen lassen sich mit Schwellenwerten (KPIs), Reports und Alerts versehen.

Die Arbeit besteht vor allem in den Enterprise File Services, zu denen in erster Linie Caching, Tiering und Verteilung gehören. Häufig genutzte oder wichtige Dateien werden zwecks geringer Latenz auf einer Ctera-Appliance lokal vorgehalten, und die Replikation erfolgt in die Cloud. „Kältere“ Daten werden in einer Object-Storage-Cloud wie S3 abgelegt. Auf diese Weise steht unbegrenzte Speicherkapazität bereit. Die Kosteneinsparungen gegenüber reinen Hardware-Backup-Systemen sollen bis zu 80 Prozent betragen.

Die Ctera Edge Appliance ist für Niederlassungen geeignet, während Ctera Drive eher für Desktops (PCs, Laptops), Mobiltelefone und Tablets vorzuziehen ist, da diese ein geringeres Datenaufkommen haben. Schließlich unterstützt Ctera VDI virtualisierte VDI-Arbeitsplätze. Am Edge ist die Datensicherheit nicht immer auf dem wünschenswerten Sicherheitsniveau. Durch die GFS-Services würden alle Verbindungen und Zugänge abgesichert, ebenso Backups angelegt, so dass die Datenwiederherstellung reibungslos vonstattengehen könne, gerade in hybriden Konfigurationen wie Private/Public Clouds.

Die GFS sind für AWS Outposts zertifiziert. Mit einem SDK, das Python und Ansible unterstützt, lassen sich maßgeschneiderte Lösungen erstellen.

Kürzlich hat Ctera eine Kooperation mit HPE angekündigt: Es unterstützt HCI mit der Integration von HPE Nimble und Simplivity. Ctera bietet HPE-Kunden für 90 Tage kostenlosen, virtuellen File-Cache mit 4 Terabyte Kapazität an. Nach diesem Vierteljahr hat der Kunde mehrere Optionen.

Von der Edge Appliance bildet die H-Series einen physischen Filer, die X-Series einen HCI-Filer. Das Modell HM1200 ist ein Medien-Filer mit einem Cache von beachtlichen 128 TB. Medien und CAD/CAE sind Märkte für Ctera. CEO Liran Eshel berichtete, dass über 50.000 Edge Filers in rund 110 Ländern genutzt würden. Zu den Kunden zählten 50 Fortune-500-Firmen wie Goretex sowie die fünf größten Finanzinstitute der Welt wie etwa die Carlyle Group.

Neu in der Version 7.0 ist erstens eine Art Geofencing-Funktion. Das Zoning erlaubt im GFS die geografische Segmentierung von Gruppen, damit es keine Datenlecks geben kann. Zudem lässt sich die Compliance mit Vorgaben wie DSGVO und so weiter realisieren. Ctera Direct ist zweitens ein neues Hochleistungsprotokoll für schnelle Synchronisation zwischen Edge und Cloud-Speicher. Ctera gibt einen Datendurchsatz von 30 TB pro Tag und Site an.

Ctera Migrate erlaubt die Migration von verwalteten File Shares aus veralteten NAS-Systemen bei vollständiger Beibehaltung der Ordnerstruktur und der Zugriffsrechte. Ctera MacAssist integriert die Dateiverwaltung mit macOS Finder. Finder-Icons, erweiterte Suche und spezielle Datentypen werden unterstützt. Dadurch sollen MacOS-Nutzer ein nahtlos durchgehendes Nutzungserlebnis auf Desktop, Mobile und in der Cloud haben.

Weiterhin hat Ctera sein neues Hardware-Produkt „#WFH“ angekündigt. WFH steht für „Work from home“, also Home-Office – einen Arbeitsplatz, der durch die Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen hat, denn viele Nutzer verwenden häufig attackierte Hilfsmittel wie MS Office 365, Dropbox, Box und die G Suite. Die Sicherheitsmerkmale sollen auf militärischem Qualitätsniveau sein und alle Daten und Datenzugriffe schützen. Das gilt auch für Ransomware-Attacken.

Atto

Atto ist ein US-amerikanischer Hersteller von Computerkomponenten, die der Speicherung und Übertragung von Daten dienen. Dazu gehören Fibre Channel HBAs mit 64 Gbps Gen7 FC, „intelligente“ Bridges wie Xstream Core, Ethernet-Adapter wie FastFrame (100 Gbps) und SAS/SATA-HBAs. ATTO ExpressSAS HBAs (Host Bus Adapter) stellen eine Hochleistungsverbindung zu direkt angekoppelten Speichereinheiten her. In der Regel werden alle diese Komponenten bereits oder in Kürze in ihrer Kapazität gesteigert. Davon profitieren natürlich auch angebundene Speichereinheiten.

Für Storage-Nutzer am interessantesten ist sicherlich die neue SiliconDisk RAM-basierte Storage Appliance. Sie soll eine Latenzzeit von unter 600 Nanosekunden bieten, eine Übertragungskapazität von 25 GB/s erlauben und einen I/O von 6,4 MB bei 4.000 IOPS bieten. Extern unterstützt diese flotte Kiste die NVMe-Technologie, die Atto inzwischen ebenso nutzt wie PCIe 4.0 und FPGA-Design. Peter Donnelly, der Chief Product Officer, nannte dieses Gerät „eine neue Storage-Tier“. Sie diene vor allem dazu, die Verbindung zwischen Servern zu beschleunigen: „SiliconDisk bietet Speicher, der hundert Mal schneller ist als Flash-Memory.“

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Die ebenfalls auf der Konferenz präsentierten Arcserve-News finden Sie in einem gesonderten Beitrag, in einem weiteren Beitrag finden Sie Informationen zur Fusion von Arcserve und StorageCraft.

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