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Unified-Block-and-File-Funktionen und mehr Pure Storage stellt Purity 6.0 für FlashArray vor

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Dr. Jürgen Ehneß

Mit der jüngsten Version 6 seiner Software-Suite Purity steigt Pure Storage in den File-Storage-Markt ein. Unified Block and File Storage soll dazu beitragen, inkompatible Datensilos aufzubrechen und auf einer höheren Ebene verwaltbar zu machen. Außerdem soll die neue Funktion Active Disaster Recovery zusätzliche DR-Lösungen durch kontinuierliche Replikation überflüssig machen.

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Neue Funktionen für FlashArray: Kunden können jetzt sowohl Block-Storage als auch File-Storage nutzen.
Neue Funktionen für FlashArray: Kunden können jetzt sowohl Block-Storage als auch File-Storage nutzen.
(Bild: Pure Storage)

Pure Storage hat seine Software-Suite Purity in der neuen Version 6.0 für FlashArray um wichtige Funktionen erweitert, die Datensilos vereinen und Infrastrukturprobleme der Kunden beheben sollen. Nach der Modernisierung von FlashBlade im Mai ist nun FlashArray an der Reihe, den Kunden erweiterte Funktionalität zu bieten. Diese können sowohl Block-Storage als auch File-Storage nutzen und so strategische Verbrauchsmodelle für ihre Daten erstellen.

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„Hierbei handelt es sich um den Markt der von Menschen erstellten Daten“, erläutert Markus Grau, Principal Systems Engineer EMEA bei Pure Storage. „Das sind beispielsweise Dokumente, Bilddaten oder Tabellen, die in File-Systemen und Shared-File-Servern abgelegt werden. Block-Storage verarbeitet hingegen Daten, die von Maschinen oder Applikationen erzeugt werden.“ Weil die Fileshares auf Shared Storage abgelegt seien, müssten die Zugriffsrechte genau gehandhabt werden. „Deshalb bieten wir mit Purity 6.0 Authentifizierung mit LDAP oder MS Active Directory, um die Zuteilung und Verifizierung von Rollen- und Zugriffsrechten zu erleichtern“, so Grau.

Die neuen Unified-Block-and-File-Funktionen für das FlashArray sollen Kunden den Aufwand und die Kosten sparen helfen, die mit dem Betrieb zweier inkompatibler Umgebungen verbunden sind. Ihnen stehen nun mit NFS (Network File System) und SMB (Server Message Block) zwei weitere Protokolle zur Verfügung. Unternehmen, die in erster Linie Blockspeicher betreiben, aber dennoch separaten Netzwerkspeicher benötigen oder nutzen, soll der gemischte Betrieb erleichtert werden. „Sie können nun alle Workloads innerhalb der Purity-Betriebsumgebung ausführen“, sagt Grau. „Sie können dieselbe Datenschicht, Benutzeroberfläche und denselben Kapazitätspool nutzen und von Pures globaler Deduplikation und Kompression von Daten profitieren.“

Neben der Dateneffizienz gilt es auch, die Sicherheit dieser Daten zu wahren. „Die Verschlüsselung von Data in Transit erfolgt bei Bedarf per SMB- oder NFS-Protokoll, und zusätzlich werden alle ruhenden Daten mit AES-256-Bit verschlüsselt abgespeichert“, erläutert Grau. „Je weniger Daten es zu verschlüsseln gibt, desto schneller erfolgt die Verschlüsselung.“ Das Auslagern von Snapshots zu einem Cloud-Anbieter zum Beispiel via S3 erfolgt laut Grau mittels TLS bei der Datenübertragung.

Apropos Cloud-Backup: Purity 6.0 bietet erweiterte Backup-to-Cloud-Optionen mit CloudSnap für Google Cloud Platform. Derzeit fügt diese Preview-Funktion, die derzeit in einer technischen Vorabversion verfügbar ist, Cloud-Speicherziele auf Google Cloud Platform hinzu. Dort können die platzsparenden Snapshots von Pure Storage für die externe Speicherung und Wiederverwendung repliziert werden.

Kontinuierliche Replikation mit ActiveDR

„ActiveDR, die neue Funktion für kontinuierliche Replikation, soll Pure-Kunden dabei unterstützen, ihre Business Continuity zu verbessern. Dies ist realisierbar, ohne die Kosten und die Komplexität von Software-Add-Ons für Disaster Recovery von Drittanbietern in Kauf nehmen zu müssen“, führt Grau aus.

Replikation spielt bei Pure bereits eine große Rolle. Snapshots werden auf NFS-Server oder als Object Storage in die Public Cloud – also AWS, Azure, neuerdings auch bei Google – ausgelagert. Ihr Zweck sind ein Langzeit-Backup und eine Archivierung, aber nicht Disaster Recovery. „Entwickler, die in der Public Cloud arbeiten und die mit Produktivdaten auf Pure Cloud Block Store arbeiten wollen, kommen als Nutzer in Frage“, so Grau.

Bekanntlich gibt es synchrone und asynchrone Replikation. Die asynchrone Replikation erfolgt in regelmäßigen Abständen. Wenn die Daten aber erst alle paar Minuten oder Stunden gesichert werden, steht dies der Business Continuity entgegen. „Dafür braucht man synchrone Replikation, die in lokalen oder verteilten Rechenzentren, mittels ActiveCluster, erfolgt“, erläutert Grau. Bei dieser Replikation müssten allerdings auch weitere Komponenten beachtet werden, so etwa für Server-Failover.

Die synchrone Replikation hat nach Ansicht Graus einen Nachteil: „Die FlashArray-Antwortzeiten für I/O liegen im Bereich von 250 Mikrosekunden, doch die Latenz für den doppelten Replikationsweg beträgt Millisekunden“, also das Zehnfache. Die Lösung bestehe daher in kontinuierlicher Replikation. Ihr besonderes Merkmal: Der Absender wartet nicht auf eine Antwort von der Gegenseite. Diese Funktion heißt „ActiveDR“ und kommt nun in Purity 6.0.

Diese neue Aktiv-Passiv-Replikationstechnologie erfüllt laut Grau eine wichtige Geschäftsanforderung, indem sie kritische Anwendungen mit einem RPO-Ziel (Recovery Point Objective) von nahezu null sichert. Die Sicherung kritischer Workloads mittels ActiveDR erfolge mit den folgenden validierten Designs: virtualisierte Workloads mit ActiveDR-Unterstützung für VMware Site Recovery Manager sowie geschäftskritische Anwendungen wie Microsoft SQL, Oracle, SAP und die NoSQL-Datenbank MongoDB.

„Unternehmen haben somit die Möglichkeit, sowohl synchrone, Aktiv-Aktiv-Replikation mit ActiveCluster, Snapshot-basierte asynchrone Replikation, als auch kontinuierliche Replikation auf derselben Purity-Plattform zu nutzen“, sagt Grau. Nutzer hätten nun auch die Möglichkeit, Datensätze zur leichteren Identifizierung mithilfe öffentlicher Volume-Tags zu kategorisieren.

Sollte nun bei ActiveDR ein Bagger die Übertragungsleitung trennen, so würde der Nutzer dennoch keinen Datenverlust erleiden. „Mit Hash-basierten Prüfsummen kann die Endstelle der Übertragung ermittelt werden.“ Sie lasse sich dann neu starten, sobald die Gegenseite wieder verfügbar sei. Was nun Backup betrifft, so unterstützt Pure derzeit die Backup-Lösungen seiner Partner Veeam und CommVault für die neu vorgestellten File-Services in Purity 6.0. Eine effektive Planung der Kapazitätserweiterung sei mit „Pure1 Click-to-Quote“ realisierbar.

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Analystenstimmen

„Von der Unterstützung nativer Dateisysteme auf Pure Storage FlashArray werden bestehende und neue Kunden erheblich profitieren“, kommentiert Eric Burgener, Research Vice President bei IDC. „Jetzt können Unternehmen mehrere Dateiserver kosteneffektiv auf dieser einheitlichen Speicherplattform konsolidieren.“

Mit dem Eintritt in den File-Storage-Markt könnte sich Pure Storage einen Markt erschließen, den die Analysten von IDC auf einen Umfang von rund 13,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 schätzen. Diese Zahl schließt Server-basierte File-System-Plattformen nicht mit ein.

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