Übersicht Network Attached Storage Was kostet ein NAS?

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Dr. Jürgen Ehneß

Egal, ob Privatnutzer, Kleinstunternehmen, Mittelständler oder Enterprise-Anwender – sie alle müssen irgendwo und irgendwie ihre Daten ablegen. Wer sie nicht in die Cloud verschieben mag – und dafür kann es gute Gründe geben –, kommt um Network Attached Storage nur schwer herum. Wir geben einen Überblick, welche Geräte sich für welche Gruppe von Anwendern eignen und wie teuer diese sind.

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Ein NAS kann als sicherer Datenspeicher zu Hause ebenso sinnvoll sein wie für kleine, mittelständische und große Unternehmen. Wir erläutern, was es kostet.
Ein NAS kann als sicherer Datenspeicher zu Hause ebenso sinnvoll sein wie für kleine, mittelständische und große Unternehmen. Wir erläutern, was es kostet.
(Bild: Copyright 2017, Slawomir Gawryluk, all rights reserved)

Das grundsätzlich Schöne an Network Attached Storage (NAS) ist ja, dass es einen zentralisierten Dateispeicher bietet, der sowohl lokal als auch über eine Netzwerkverbindung zugänglich ist. Das bedeutet, dass jederzeit und selbst von der anderen Seite der Welt aus auf wichtige Dokumente zugegriffen werden kann – es handelt sich praktisch um eine private Cloud. Das ist auf jeden Fall viel sicherer und bequemer, als eine externe Festplatte herumzuschleppen.

Ein typisches Geschäftsszenario besteht etwa darin, den Zugriff auf Office-Dateien mit den Kollegen zu teilen und gelegentlich ausgewählte Bürogeräte zu sichern. Das ist sozusagen die Minimalanforderung. Die Anforderungen steigen aber mit der Anzahl an beteiligten Nutzern, der Dringlichkeit des Zugriffes, seiner Entfernung in Kombination mit der Transfergeschwindigkeit sowie der Menge der zu sichernden beziehungsweise zu lesenden Daten, zumal von denen keine verloren gehen sollen. Je höher die Anforderungen für Speicher, Prozessor und Netzwerkfunktionen, desto leistungsfähiger muss das NAS sein. Und sicher soll es auch sein, was eine weitere Herausforderung darstellt.

Wie auch im eBook „Das richtige NAS-Gerät für KMU“ nachzulesen, variiert der Preis stark. Beispielsweise gibt es NAS-Geräte mit 8 Terabyte Festplattenspeicherkapazität mittlerweile schon für weniger als 200 Euro, mit Hunderten von TB können aber bis zu 20.000 Euro zu Buche schlagen. Beim Erwerb eines NAS-Systems gilt es deswegen, sich zunächst die eigenen Anforderungen klar zu machen und darauf aufbauend eine Wahl zu treffen. Die Bereiche „Consumer/Privatnutzer“, „Kleinstunternehmen“, „KMU“ und „Enterprise“ benötigen jeweils individuell dimensionierte Systeme, die entsprechend variabel im Preis sind.

Welche Ausstattung ist für welchen Bereich sinnvoll?

Ein NAS-System besteht aus Software für NAS sowie Server-Hardware und ist in der Regel über eine Ethernet-Verbindung mit dem Netzwerk verbunden. Es bietet folgende Vorteile:

  • Gute Zugänglichkeit: Ein NAS-Server befindet sich als unabhängiger Netzwerkknoten mit einer eindeutigen IP-Adresse im LAN und kann von jedem Gerät im Netzwerk aus zum Speichern und Freigeben von Dateien aufgerufen werden.
  • Geringe Kosten: Der Kauf eines kleinen NAS-Servers ist eine recht kostengünstige Möglichkeit, Speicheranforderungen zu lösen. Die Verwaltung eines solchen Gerätes erfordert nur wenig Ressourcen und Know-how.
  • Große Leistung: Da ein NAS-Server für die Bereitstellung von Dateien zuständig ist, können andere Server mehr Ressourcen für die Verarbeitung anderer Workloads einsetzen und so die Gesamtleistung des Systems erhöhen.
  • Scale-Out-Funktionen: Mit zunehmendem Datenspeicherbedarf können Anwender mehr NAS-Server kaufen oder die bestehenden Server aufrüsten, um das vorhandene System zu erweitern und so die Datenspeicherkapazität schnell und einfach zu erhöhen.

Wie viele Festplatten sind sinnvoll?

Wie viele und wie große Festplatten zum Einsatz kommen, hängt ganz klar von der zu erwartenden Menge an abzuspeichernden Daten ab. Faustregel: Selbst Heimanwender erreichen schnell 16 TB oder mehr, wenn etwa viele Filme abgelegt werden sollen. Im Unternehmensumfeld sprechen wir von viel größeren Mengen, die noch dazu gerne unstrukturiert und stetig am Wachsen sind. Die Festplatten sollten übrigens immer die gleiche Größe haben, müssen aber nicht. Mit gleich großen Platten ist die Berechnung der Datenvolumina aber einfacher.

Welche Schnittstellen hat ein NAS?

NAS-Geräte benötigen einen Anschluss; Standard dafür ist eine Netzwerkschnittstelle mit einer Übertragungsrate von 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s). Eine Verkabelung ist WLAN vorzuziehen, einfach weil sie schneller ist. Aktuelle Systeme offerieren darüber hinaus in der Regel USB- und/oder eSATA-Ports, etwa um für ein Backup nochmals eine Festplatte anzubinden. Auch hier gilt es bei der Wahl eines Gerätes, die eigenen Anforderungen zu kennen.

Welcher RAID-Level ist sinnvoll?

Es liegt auf der Hand, dass Privatanwender, Selbstständige und sehr kleine Unternehmen geringere Anforderungen an ihr System stellen als Konzerne und daher auch weniger bezahlen müssen. Ab dem gehobenem Mittelstand werden die teureren RAID-Level interessant. In großen Unternehmen kommen nämlich riesige Storage-Verbunde zum Einsatz, die oftmals die verschiedenen RAID-Level kombinieren, um maximale Sicherheit und Redundanz zu gewährleisten. Das kostet naturgemäß deutlich mehr.

In anspruchsvolleren Geräten werden die darin verbauten Festplatten (egal, ob Hard Disks oder schnellere Solid State Disk, SSDs) in logische, redundante Speichereinheiten oder als RAID-Arrays strukturiert. RAID offeriert eine erhöhte Fehlertoleranz und hält den Datenbestand auch dann aufrecht, wenn eine Festplatte ausfällt. Verschiedene RAID-Level offerieren verschiedene Grade an Zugriffsgeschwindigkeit und/oder Datenverfügbarkeit.

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RAID 0 etwa beschreibt und liest mehrere Festplatten gleichzeitig, was die Transfergeschwindigkeit erhöht. Benötigt werden wenigstens zwei Festplatten, die dann auch vollständig genutzt werden können. RAID 0 ist aber wenig sicher, und deshalb ist eine zusätzliche Sicherung ratsam. Anwender ohne entsprechendes Know-how setzen lieber auf das „narrensichere“ RAID 1.

RAID 1 ermöglicht nämlich eine Spiegelung der Daten auf alle Festplatten und ist damit sicherer als RAID 0. Allerdings ist dann von zwei Platten nur eine wirklich nutzbar. Ein Viertel (bei größeren Verbunden nur ein Drittel) der Kapazität wird durch RAID 5 unbrauchbar, dafür ist aber garantiert, dass bei einem Festplatten-Crash keine Daten verloren gehen. RAID 6 offeriert einen „halben“ Speicherplatz, dafür dürfen bis zu zwei der verbauten Festplatten folgenlos ausfallen. Bei RAID 10 werden von wenigstens vier Festplatten zwei Festplatten zu einem RAID-0-Verbund zusammengefasst und dieser mittels RAID 1 auf zwei weitere Festplatten gespiegelt.

Lieber ein Komplettsystem kaufen oder selbst eines bestücken?

Drücken lässt sich der Preis, wenn NAS-Geräte ohne vorinstallierte Festplatten angeschafft werden. NAS-Gehäuse mit zwei Laufwerksschächten starten bereits bei knapp unter 100 Euro, Festplatten in ähnlichen Bereichen. Allerdings ist hier zumindest rudimentäres Know-how erforderlich, um ein System zu konfigurieren. Kleinanwender und Mittelständler sind mit Komplettsystemen für ein paar hundert Euro oft besser bedient. Diese Geräte bieten nicht die gleichen Erweiterungs-, Leistungsschutz- oder Sicherheitsfunktionen wie Unternehmensgeräte, reichen aber aus. Wächst eine Firma, muss auch das NAS mitwachsen.

Was ist besser: HDD und/oder SSD?

NAS-Systeme können mit herkömmlichen Festplatten oder SSDs betrieben werden. Die Entscheidung ist eine Glaubensfrage – einige Anwender schwören auf HDD, andere auf SSD. Generell gilt: SSDs offerieren Lese- und Schreibgeschwindigkeiten um die 500 Megabit pro Sekunde, Festplatten dagegen lediglich um die 80 bis 100 Mbit/s. Da die Performance eines NAS aber auch von externen Bedingungen wie etwa Transferraten abhängig ist, können SSD-NAS ihre Geschwindigkeitsvorteile gar nicht mal so oft ausspielen, obwohl sie teurer sind. Nur Anwender, bei denen es wirklich pressiert, sollten daher auf SSDs setzen. „Normalen“ Nutzern reichen in der Regel herkömmliche Hard Drives.

Wer sind die wichtigsten NAS-Hersteller für jeden Bereich?

NAS-Server sind keine Raketentechnik, es handelt sich vielmehr um lang erprobte und etablierte Hardware. Entsprechend groß ist das Angebot. Welche Anbieter haben sich in der vergangenen Zeit besonders hervorgetan? Nun, da seien laut den Analysten von Garner Insights neben Hewlett Packard (HP) und Apple an erster Stelle die Hersteller Qnap und Synology genannt – sie gelten als die aktuellen Schwergewichte der Branche, weswegen wir an dieser Stelle auch ein paar Geräte von ihnen vorstellen:

Welches NAS für zu Hause?

Kleinanwender benötigen für ihre Datenspeicherung, Medienverwaltung oder die private Cloud in der Regel gering dimensionierte Geräte mit günstigen Chips etwa von ARM. Ein Beispiel dafür wäre das Qnap TS-231P3 für rund 250 Euro. Es handelt sich in der Einstiegsvariante um ein 2-Bay-NAS (zwei Einschübe für Festplatten) mit einem ARM-basierten Vierkernprozessor von Annapurna Labs und 2 GB RAM. Um 100 Euro günstiger wäre die Synology DiskStation DS 220j mit weniger Anschlüssen, schwächerem Prozessor und weniger Arbeitsspeicher. Auch sie kann den Ansprüchen von Heimanwendern und kleinen Agenturen genügen.

Anwender mit größerem Speicherbedarf sollten auf leistungsstärkere Chips bauen, wie sie etwa die Synology DiskStation DS 220+ bietet. Das mit etwas über 300 Euro bepreiste Gerät enthält einen Intel-Celeron-DualCore-Prozessor. Alternativ sei das ähnliche Qnap TS-251+ genannt, das mit der gleichen CPU kommt und sich im selben Preisrahmen bewegt.

Welches NAS für kleine Unternehmen?

Auch (kleine) Mittelständler sollten auf x86-Chips setzen; zusätzlich empfehlen sich mehrere Festplatteneinschübe. Das Qnap TS-253 D für rund 400 Euro oder das TS-453 D für rund 500 Euro können darüber hinaus ihren Arbeitsspeicher erweitern. Genannt sei auch das Rackmount-NAS Qnap TS-x32PXU speziell für Hybrid-Cloud-Umgebungen. Ganz ähnlich sind die Synology DiskStation DS 720+ und 920+ aufgebaut: Sie bieten zwei beziehungsweise vier Einschübe.

Die Asus-Tochter Asustor offeriert ähnlich wie Synology und Qnap NAS-Geräte aller Preisklassen. Das japanische Unternehmen Buffalo nennt seine NAS-Geräte für Kleinanwender LinkStation, die für Unternehmen TeraStation.

Netgear zielt mit seiner NAS-Serie ReadyNAS insbesondere auf Privatanwender und Büros. Western Digital gilt als Spezialist für Festplatten; was liegt da näher, als auch NAS-Systeme anzubieten? Das in Irvine, Kalifornien, beheimatete Unternehmen richtet sich sowohl an Privatanwender als auch Firmenkunden. Los geht es mit WD MyCloud, einer NAS-Lösung mit nur einer Festplatte mit Ethernet-Anschluss.

Speziell kleine und mittlere Anwender erhalten in unserem eBook „Das richtige NAS-Gerät für KMU“ weitergehende Informationen und Einsichten für den Kauf des für sie passenden NAS-Gerätes.

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Über den Autor

Dr. Dietmar Müller

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Journalist